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04.07.2013

17:54 Uhr

Energiekonzern

Brasilianischer Partner von Eon wirft das Handtuch

Eike Batista hat derzeit wenig Glück: 20 Milliarden Dollar verbrannten in 18 Monaten – unter anderem beim brasilianischen Eon-Joint Venture MPX Energia. Jetzt steigt er aus und Eon sucht nach einem neuen Partner.

Investor Eika Batista: Ausstieg beim Joint Venture mit Eon. Reuters

Investor Eika Batista: Ausstieg beim Joint Venture mit Eon.

Düsseldorf/Sao PauloAnderthalb Jahre nach dem Einstieg des Energiekonzerns Eon in Brasilien zieht sich der dortige Geschäftspartner Eike Batista aus dem operativen Geschäft zurück. Der deutschstämmige Großinvestor gebe den Chefposten des Gemeinschaftsunternehmens MPX Energia ab und ziehe sich auch aus dem Führungsgremium zurück, teilte Eon am Donnerstag mit.

Übergangsweise übernehme Eon-Vorstandsmitglied Jorgen Kildahl die Führung des Joint Venture. Ein Grund für den Rückzug Batistas wurde nicht genannt. „Das ist seine persönliche Entscheidung“, sagte ein Eon-Sprecher. Batista hatte mit seinem Konglomerat EBX, zu dem neben Energieunternehmen auch Minen- und Logistikgeschäfte gehören, zuletzt wenig Glück. Das Vermögen des Investors war in den vergangenen anderthalb Jahren um mehr als 20 Milliarden Dollar geschrumpft.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Eon-Chef Johannes Teyssen hatte auf eine längere Zusammenarbeit mit Batista gesetzt, als der Konzern 2012 für rund 350 Millionen Euro bei MPX eingestiegen war. Er wollte mit einem starken Partner das Risiko für den eigenen Konzern begrenzen. Doch dabei blieb es nicht. Die Beteiligung von ursprünglich zehn Prozent erhöhte Eon später auf 11,7 Prozent. Für weitere 600 Millionen Euro hatten die Düsseldorfer im Frühjahr von Batista ein Paket von 24 Prozent erworben.

An einer privat finanzierten Kapitalerhöhung beteiligt sich der Düsseldorfer Versorger nun mit weiteren rund 100 Millionen Euro. Ursprünglich war eine öffentliche Kapitalerhöhung geplant gewesen.

Kommentare (2)

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Nachwuchs

04.07.2013, 20:44 Uhr

Wieder ein Experte/Manager! Kommt er wenigstens für seine Fehler persönlich auf und ersetzt den Schaden oder erhält er noch ein Boni für seine hervorragende Leistung, wie in Deutschland üblich?

Jim_Rogers

14.08.2013, 10:23 Uhr

Die Jahre davor ist sein Vermögen entsprechend entsprechend der Rohstoffpreisentwicklung stark angestiegen. Was seine Unternehmen zu "leisten" vermögen oder tatsächlich "wert" sind wird er am besten gewußt haben. Nun kann er sich ärgern, ähnlich wie John Paulson, zu lange auf den "Rostoff-Superzyklus" gesetzt zu haben. Man sollte eben nie alles auf eine Karte setzen und dann aussteigen, wenn es am Schönsten ist. Und weil er im Moment wohl nicht so flüssig ist, fehlt ihm das Kapital, das einzusammeln, was von seinen Unternehmen momentan unterbewertet und in Zukunft wieder wertvoll ist. In Brasilien gibt es eben kein billiges Notenbankgeld als hilfreiche Stütze. Müssen sich auch viele hier fragen, was diverse Vermögenswerte wert sind, wenn für Kapital wieder Marktpreise zu zahlen sind!

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