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08.02.2012

14:20 Uhr

Energiekonzern

Eon kämpft mit Verlusten im Gasgeschäft

Der Energieversorger Eon leidet unter den niedrigen Handelspreisen im Gasgeschäft. Nach Firmenangaben liegen sie oft unter den Einkaufspreisen. Die Gassparte belastet damit auch das Konzernergebnis.

Das Firmenlogo an der Eon/Ruhrgas-Zentrale in Essen. dpa

Das Firmenlogo an der Eon/Ruhrgas-Zentrale in Essen.

EssenDem Energiekonzern Eon macht neben der Atomwende auch das schwächelnde Gasgeschäft weiter zu schaffen. Nach den Worten von Eon Ruhrgas-Vorstandsmitglied Stefan Vogg muss der größte deutsche Versorger seinen Gas-Lieferanten vielfach immer noch mehr zahlen als er von seinen eigenen Kunden bekommt.

„Die Handelspreise liegen heute beinahe wieder so weit unter den Importpreisen wie es zuletzt im Frühjahr 2010 der Fall war“, sagte der Manager am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Essen. Zu der genauen Höhe äußerte er sich ebenso wenig wie zu der Frage, ob der Konzern im Gashandel unter dem Strich Verluste schreibt. Die Zahlen für 2011 will der Konzern im März vorlegen.

In den ersten neun Monaten des vergangenen Geschäftsjahres war das operative Ergebnis der weltweiten Eon-Gassparte eingebrochen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schmolz um 700 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro. „Wir werden zu Ergebnissen nichts sagen“, wehrte Vogg alle Fragen nach aktuellen Zahlen mit Hinweis auf die Bilanzpressekonferenz ab. Eon-Chef Johannes Teyssen hatte erklärt, dass der Gesamtkonzern unter anderem wegen des Atomausstiegs 2011 erstmals in seiner Geschichte einen Nettoverlust einfahren werde. Dieser könne bei einer Milliarde Euro liegen, war aus Konzernkreisen verlautet.

Grund für die Schieflage im Gashandel sind zum einen die gefallenen Spotpreise für Gas in Folge des Überangebots. Vor allem ist E.ON aber - wie RWE und zahlreiche andere Konkurrenten auch - in seinen langfristigen Verträgen an hohe Preise gebunden. Der Konzern kommt bei seien Versuchen, die Verträge zu ändern, nur langsam voran.

Die Langfristverträge müssten an die veränderte Marktlage angepasst werden, sagte Ruhrgas-Manager Vogg. Bei der russischen Gazprom beißt die größte deutsche Ferngasgesellschaft mit diesem Anliegen aber auf Granit. Hier läuft bereits ein Schiedsverfahren. „Manchen Lieferanten fällt es leichter, die Veränderungen nachzuvollziehen und anderen schwerer“, so Vogg.

Mit einer Reihe von Produzenten habe E.ON aber bereits Ergebnisse erzielt. „Für ein Drittel der Mengen haben wir eine Vereinbarung mit den Produzenten getroffen“, erläuterte Vogg, der auch die deutsche Vertriebsgesellschaft von E.ON leitet. „Wir nennen keine Namen.“ Wann es wieder aufwärtsgehen könne, ließ er ebenso offen.

Die Überversorgung von Gas in Europa werde aber noch einige Zeit andauern. Immerhin zahlten sich aber die Anstrengungen im deutschen Vertriebsgeschäft aus. Obwohl in Deutschland der Gasverbrauch unter anderem wegen milder Temperaturen 2011 um rund zehn Prozent zurückgegangen sei, habe Eon seinen Gasabsatz an Großkunden wie Industriebetriebe und Stadtwerke auf dem Vorjahresniveau halten können.

Der Konzern musste dabei aber Zugeständnisse an die Kunden machen. Diese müssten sich nicht mehr zu einer Mindestabnahme verpflichten. Benötigen die Kunden weniger Gas als sie eingekauft haben, müssen sie dies im Gegensatz zu früher nicht bezahlen. „Das haben wir abgeschafft.“

Von

rtr

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