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07.11.2012

10:42 Uhr

Energiekonzern

Eon treibt Verkauf von Regionaltöchtern voran

Die klammen Kassen von Eon füllen sich. Die angepeilten Einnahmen durch Beteiligungsverkäufe sind schon fast erreicht. Da sollten die übrigen Milliarden kein Problem werden. Schließlich stehen die Interessenten Schlange.

Das Firmenlogo steht vor der Eon-Zentrale in Düsseldorf. dpa

Das Firmenlogo steht vor der Eon-Zentrale in Düsseldorf.

DüsseldorfDer Energiekonzern Eon treibt den Verkauf mehrerer Regionalgesellschaften voran. Das Unternehmen sei im Fall von Eon Westfalen Weser und Eon Thüringen in konstruktiven Gesprächen mit den Kommunen und mache gute Fortschritte, sagte ein Unternehmenssprecher. Nähere Angaben machte er nicht.

Dem Verband kommunaler Unternehmen (VkU) zufolge haben sich die Gemeinden im Fall von Eon Westfalen Weser, darunter Paderborn und Herford, bereits auf einen möglichen Preis geeinigt. Die Summe nannte der Verband nicht. Der Unternehmenswert sei auf 700 Millionen Euro beziffert worden, wodurch sich der Preis für den 63-Prozent-Anteil von Eon auf rund 440 Millionen Euro belaufe, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Transaktion könne im Frühjahr abgeschlossen werden, sagte einer der Insider. „Die Verhandlungsergebnisse zeigen, welche große Bedeutung kommunalwirtschaftliche Strukturen für eine dezentral umgesetzte Energiewende haben“, hatte zuvor VkU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck erklärt. Kommunen und Stadtwerke sind in den letzten Jahren mit Milliardeninvestitionen auf dem Energiemarkt vorgeprescht. Mehrere von ihnen haben etwa die Eon Stadtwerke-Tochter Thüga übernommen, andere den Versorger Steag.

Eon hat insgesamt drei seiner sieben Regionalversorger ins Schaufenster gestellt. Neben Eon Westfalen Weser und Eon Thüringen steht auch Eon Mitte zur Disposition. Vorstandschef Johannes Teyssen treibt den Verkauf von Beteiligungen voran, um die klammen Kassen des durch die Atomwende unter Druck geratenen Versorgers zu füllen. Von den bis Ende 2013 geplanten Beteiligungsverkäufen in Höhe von bis zu 15 Milliarden Euro hat der Manager bereits rund 13 Milliarden auf den Weg gebracht.

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Auch auf die Eon-Tochter in Thüringen haben mehrere Kommunen ein Auge geworfen. „Wir als kommunale Familie haben ein Interesse daran, die Versorgung an uns zu ziehen“, hatte der Vorstand der Kommunalen Energie Beteiligungsgesellschaft Thüringen AG (KEBT), Frank Rostek, der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Die KEBT ist eine kommunale Beteiligungsgesellschaft, die die Interessen der rund 850 Kommunen bündelt, die an Eon Thüringer Energie beteiligt sind. Der Düsseldorfer Energieriese hält 53 Prozent an der Regionalgesellschaft.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

07.11.2012, 11:30 Uhr

Wenn der Staat via Kommunen in der Energieversorgung stärker wird, heißt das nicht, dass es für die Verbraucher besser oder billiger wird.

Meistens sind Stadtwerke Posten-Parkplätze für verdiente Lokalpolitiker und Parteifreunde. Die haben meistens keine Ahnung von Fach, wollen aber alimentiert werden.

Zahlen tut das der lokale Strom-/Wasser/Gas-Kunde.

Account gelöscht!

15.11.2012, 18:03 Uhr

Kommunale Eigentümer bedeutet: niedrigere Renditeerwartung des Eigentümers = günstigere Energiekosten - höhere Betriebskosten (Operation) = höhere Energiekosten - also = alles bleibt wie es ist. Oder ?
Wer kann stichhaltige Gründe nennen, die gegen kommunale Energieproduzenten sprechen ?

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