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07.08.2012

11:10 Uhr

Energiekonzern

Eon überrascht mit Gewinnsprung

Die Einigung mit Gazprom hat sich für Eon gelohnt. Das starke Gasgeschäft beschert dem Energiekonzern gute Halbjahreszahlen. Der Gewinn vor Steuern klettert auf fast sieben Milliarden Euro.

Überraschende Zahlen

Billiges Gas: Eon-Gewinn explodiert

Überraschende Zahlen: Billiges Gas: Eon-Gewinn explodiert

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DüsseldorfBeim Energiekonzern Eon klingeln nach den Einbußen durch die Atomwende wieder die Kassen. Im ersten Halbjahr 2012 sei der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) voraussichtlich auf 6,7 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Im Vorjahreszeitraum waren 4,3 Milliarden Euro verdient worden.

Zugute komme Eon nun vor allem das verbesserte Gasgeschäft. Der größte deutsche Versorger hatte sich kürzlich mit seinem Großlieferanten Gazprom rückwirkend bis 2010 auf günstigere Lieferverträge geeinigt. Eon-Chef Johannes Teyssen bekräftigte die jüngst angehobene Jahresprognose und erfreute damit die Anleger. Die Aktie schob sich auf der Dax-Gewinnerliste nach oben.

Gas aus Russland

Gegenwart

Gegenwärtig bezieht Deutschland ein Drittel seines Gases aus Russland, das auf einem Viertel der weltweiten Reserven sitzt, und Europa bezieht ein Viertel. Europa versucht, nicht zu abhängig zu werden, und will neue Quellen erschließen, beispielsweise in Aserbeidschan.

Vergangenheit

Vor mehr als 40 Jahren wurde die deutsch-russische Energie-Partnerschaft mit dem Erdgas-Röhren-Vertrag besiegelt. Damals sagte die Sowjetunion - mitten im kalten Krieg - Gaslieferungen in die Bundesrepublik zu. Im Gegenzug lieferte Mannesmann die Röhren und die Deutsche Bank finanzierte den Bau der Pipelines.

Zukunft

Doch selbst die EU-Kommission geht davon aus, dass Russland auch langfristig der wichtigste Lieferant bleiben wird. Zum einen wird der Gasverbrauch steigen, zum anderen sinkt die Förderung in der Nordsee. Die EU-Kommission rechnet damit, dass der jährliche Gasverbrauch in den Mitgliedstaaten bis 2030 von 500 auf 575 Milliarden Kubikmeter steigen wird und die Menge der russischen Lieferungen von 200 auf 215 Milliarden Kubikmeter.

Die einmaligen Belastungen aus dem Kernenergieausstieg seien im ersten Halbjahr dieses Jahres weggefallen, erläuterte Eon. Der größte deutsche AKW-Betreiber hatte nach der Atomwende von Bundeskanzlerin Angela Merkel seine Meiler Isar 1 und Unterweser abschalten müssen.

Erstmals in der Unternehmensgeschichte hatte der Versorger 2011 rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich belief sich der Fehlbetrag auf 2,2 Milliarden Euro. Grund hierfür war auch das schwächelnde Gasgeschäft. Eon machte hier lange Zeit Verluste, weil die Ferngasgesellschaft Ruhrgas an Gazprom in den langfristig festgelegten Verträgen höhere Preise zahlen musste, als die eigenen Kunden bereit waren zu berappen.

Anfang Juli hatte sich Eon mit Gazprom rückwirkend zum vierten Quartal 2010 auf günstigere Verträge geeinigt. Auf das Halbjahresergebnis 2012 habe die Einigung einen positiven Effekt von etwa einer Milliarde Euro, hieß es damals. Der für die Dividende entscheidende nachhaltige Überschuss sei im Halbjahr voraussichtlich sogar auf 3,3 Milliarden Euro gestiegen nach 0,9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2011, teilte Eon nun mit.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

07.08.2012, 10:42 Uhr

Und die Gaskunden blechen für die Gewinne von EON! Wo bleibt denn da die Liberalisierung? Wann kann ich den Anbieter international wählen????

Account gelöscht!

07.08.2012, 10:55 Uhr

werden wir günstigere Preise für Gas bezahlen?
Nein, das ist nur ein Witz, denn wie soll EON auf ca 10 miliarden Gewinn kommen?
Eine "tolle" Firma! Wieviele Mitarbeiter habt ihr ausserdem entlassen?

AntonRedlich

07.08.2012, 11:18 Uhr

Wow.... jetzt auch das noch!
Die "tollen" LinksparteiSympathiesanten lesen und noch besser schreiben sogar Kommentare im Handelsblatt.
Weiter so -Sanda- und -ihr-, ich zähle auf euch

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