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12.12.2011

22:12 Uhr

Energiekonzern

Schuldenkrise zwingt Eon zu Milliarden-Korrektur

Eon sorgt weiterhin für Negativschlagzeilen. Neben den geplanten Kündigungen muss der Energiekonzern nun eine Wertberichtigung in Höhe von drei Milliarden Euro vornehmen. Der Grund: Probleme in Südeuropa.

Reinigungsarbeiten vor der Eon-Zentrale in Düsseldorf. dpa

Reinigungsarbeiten vor der Eon-Zentrale in Düsseldorf.

DüsseldorfNach dem Atomausstieg mit massiven Gewinneinbußen verhageln nun auch die Auswirkungen der Schuldenkrise die Bilanz 2011 des Düsseldorfer Energieriesen Eon. Nach einer Aufsichtsratssitzung am Montag kündigte das Unternehmen überraschend an, für das laufende Geschäftsjahr Wertberichtigungen in Höhe von 3 Milliarden Euro vornehmen zu müssen. Vor allem in Italien und Spanien habe Eon durch eine pessimistischere Einschätzung bei der Entwicklung der Strompreise und eine geringere Auslastung von Gas- und Kohlekraftwerken einen Abschreibungsbedarf von 2,1 Milliarden Euro. Aber auch in Ungarn, der Slowakei und in den Benelux-Ländern müssten die Werte korrigiert werden.

Als weiteren Grund für die Wertberichtigungen wurden auch regulatorische Eingriffe in den Ländern genannt. Auswirkungen auf den bereinigten Konzernüberschuss, der für die Dividendenzahlung ausschlaggebend sei, habe diese Maßnahme aber nicht, betonte Eon. Die Düsseldorfer hatten im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 6,2 Milliarden Euro erzielt, bereinigt lag er bei 4,2 Milliarden Euro. Der Strom- und Gaskonzern plane weiterhin eine Dividende von 1 Euro je Aktie auszuschütten.

Früher als geplant müsse Eon ältere Kraftwerke aufgrund gesunkener Profitabilität stilllegen, hieß es weiter. Im Bereich von Heizkraftwerken und im Wärmegeschäft seien die Erlöse in Folge ungünstiger Marktentwicklungen gesunken. Eon habe entschieden, in den nächsten drei Jahren rund 6 Gigawatt Erzeugungskapazität stillzulegen. Voll im Plan liegt der Konzern nach eigenen Angaben mit seinem Sparprogramm, das intern unter dem Titel Effizienzprogramm 2.0 läuft. Maßnahmen zur Erreichung der Ziele seien ausgearbeitet und würden zügig umgesetzt.

Vorstandschef Johannes Teyssen hatte im August in der Folge der Energiewende in Deutschland dem Unternehmen ein rigides Sparprogramm verordnet. Es sieht unter anderem vor, weltweit bis zu 11 000 Arbeitsplätze zu streichen, darunter etwa 6000 in Deutschland. Die Gewerkschaften fordern eine Beschäftigungssicherung und verhandeln mit dem Management seit wenigen Wochen über eine Lösung. Medienberichten zufolge soll sich der Stellenabbau in Deutschland allmählich konkretisieren.

Kommentar: Die Kurzsichtigkeit des Eon-Chefs

Kommentar

Die Kurzsichtigkeit des Eon-Chefs

Die massiven Stellenstreichungen machen das Missmanagement bei Eon deutlich: Die Konzernspitze ruhte sich jahrelang auf fetten Gewinnen aus. Drunter leiden müssen die Mitarbeiter. Der Haussegen hängt zur Unzeit schief.

Wie die „Rheinische Post“ am Montag berichtete sollen 3000 Beschäftigte in den Vorruhestand geschickt werden und weitere 2500 in eine Transfergesellschaft wechseln. Rund 500 Arbeitsplätze würden durch das Auslaufen befristeter Verträge wegfallen. Das Unternehmen bestätigte die Zahlen nicht. Auch die Gewerkschaft Verdi wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren. Die jetzt verfolgten Einsparungen und die starke Kapitalbasis des Unternehmens garantierten die notwendige
finanzielle Flexibilität, um die Wachstumsstrategie des Unternehmens umzusetzen, hieß es am Montag in Düsseldorf weiter.

Dabei nannte der Konzern ausdrücklich den Bereich Erneuerbare Energien. Es gehe um „mehrere Milliarden Euro in den nächsten Jahren“, sagte Teyssen der „Leipziger Volkszeitung“ (Dienstag). „Gerade in diesem Bereich wollen wir stark wachsen“.

Bereits 2013 werde Eon zwei- bis dreimal soviel Geld in erneuerbare Energie stecken wie in konventionelle. Außerdem kündigte Eon am Montag an, das Unternehmen auf der Hauptversammlung 2012 in eine europäische Aktiengesellschaft SE umzubenennen. Dies würde die Internationalisierung des Energiekonzerns auf den Ebenen der Steuerung und der Gesellschaftsform widerspiegeln. Eon wäre das erste Unternehmen der Energiebranche, das diesen Schritt vollzieht.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Hiob

12.12.2011, 23:47 Uhr

Der glücklose Teyssen eilt von Debakel zu Debakel.
Hinzu kommt das milliardenschwere Investment in Portugal mit dem er erst mal beweisen muss, ob er in der Lage ist, daraus Profit zu generieren.
Vielleicht wird es nur zu einem misslungenen Befreiungsschlag ausreichen. Teyssen ist angezählt!

@Tier

12.12.2011, 23:59 Uhr

Als kleiner Regionalfürst angefangen und in monopolistischen Wirtschaftsstrukturen aufgewachsen. Hat das Geld quasi im Schlaf verdient. Kaum müssen sie sich in der liberalisierteren Umgebung behaupten, stellen sie ihre Inkompetenz unter Beweis!
Kapital der Shareholder wird vernichtet. Geld aus den Einnahmen (Ausbeutungen) der Kunden wird verbrannt. Strom & Gaspreise wären mind. 40% preiswerter, wenn der Konzern nicht so viel Kapital vernichtet hätte. Die Führung eines Weltkonzerns will gelernt sein! Es reicht eben nicht aus, wenn man aus einer Provinzklitsche kommt und nun mal Big Boss spielen darf.

Realist

13.12.2011, 07:33 Uhr

Selten solch dumme Kommentare gelesen. Man muss sich fragen, ob Sie einfach nur persönliche Probleme mit E.ON haben, generell gegen große Unternehmen sind oder einfach geistig irgendwo im Nirgens schweben.

Traurig, ich habe richtig Mitleid mit Ihnen.

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