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17.05.2013

12:34 Uhr

Energiekooperation

Eon wird zum Dienstleister für Metro

VonDana Heide

Eon geht eine Langfristig-Partnerschaft mit dem Cash & Carry-Konzern Metro ein. Das Energie-Unternehmen plant Kraftwerke für den großen Händler. Es wird wohl nicht die letzte Kooperation in dieser Richtung bleiben.

Setzt auf Kooperationen: Eon-Chef Johannes Teyssen. AP/dpa

Setzt auf Kooperationen: Eon-Chef Johannes Teyssen.

DüsseldorfEs ist ein Schritt, wie wir ihn in nächster Zeit wohl noch öfter sehen werden: Eon hat heute eine strategische Energiepartnerschaft mit dem Cash&Carry-Unternehmen Metro verkündet. Eon plant demnach für Metro für zwei deutsche und zwei russische Märkte gasbetriebene Blockheizkraftwerke. In einem nächsten Schritt könnten die dezentralen Kraftwerke zusätzlich mit Solarenergie kombiniert werden, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Doch betreiben wird der Düsseldorfer Energieversorger die Anlagen nicht. Das übernimmt Metro selbst und wird damit zum Stromerzeuger - ein Geschäft, das bisher eigentlich vor allem den Energieversorgern vorbehalten war.

Die Partnerschaft sei langfristig ausgelegt, hieß es von Eon. Weitere Anlagen an vier Standorten in Deutschland sowie bei Neueröffnungen von Metro Cash & Carry-Märkten in Russland befänden sich bereits in Planung.

Beide Unternehmen folgen damit einem Trend. Immer mehr Firmen wollen ihren Strom selbst produzieren, um Geld zu sparen und sich gegen Schwankungen im Strompreis abzusichern. Laut einer aktuellen Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) laufen in der Industrie bei 16 Prozent der 1.500 befragten Firmen bereits entsprechende Maßnahmen, weitere 21 Prozent planen dies.

So verfolgt etwa der Kasseler Wechselrichterhersteller SMA Solar ein ähnliches Modell. Den Strom für seine Logistikhalle in der Nähe von Kassel produziert das Unternehmen selbst. Dabei ist SMA noch nicht einmal Eigentümer der Anlage – das Unternehmen hat sie nur gepachtet, und zwar von den Stadtwerken Kassel. Neben dem Image-Gewinn als Förderer der sauberen Energie lohnt sich das für SMA auch finanziell. Denn das Unternehmen muss weder EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zahlen.

„Diese und andere Arten von Kooperationsmodellen werden weiter zunehmen“, sagte Nikolaus Graf Kerssenbrock, Experte für Energieversorger bei der Unternehmensberatung CTG bereits im November im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Die Energieversorger haben durch den Umbau der Energieversorgung einen stark angestiegenen Bedarf an Finanzmitteln. Um den Kapitaleinsatz zu optimieren, können solche Kooperationsmodelle mit langfristigen Verträgen eine sinnvolle Maßnahme darstellen.“

Kommentare (1)

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Prophet

17.05.2013, 13:27 Uhr

Ich vermute mal, je mehr Unternehmen ihren Strom selber erzeugen und sich somit bucht an den Erzeugungs- und Netzkosten beteiligen, desto unbezahlbarer wird es für den Narmalverbraucher. Vielleicht sollte man sich mal fragen, ob der Bau einer Nord-Süd-Trasse unter diesen Bedingungen überhaupt noch sinnvoll ist. Es gibt ja dort auch immer mehr Ortschaften, die ihren Strom genossenschaftlich erzeugen.

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