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03.05.2012

09:46 Uhr

Energieland Nordrhein-Westfalen

Strompreis elektrisiert die Wähler in NRW

VonTobias Döring

Nordrhein-Westfalen ist das Energieland der Bundesrepublik - und bei den Bürgern steigt die Wut über die hohen Preise. Deswegen ist vor der Landtagswahl klar: Der künftige Regierungschef muss die Energiewende meistern.

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DüsseldorfDie Energiewende fokussiert sich immer mehr auf die eine Frage: Wer zahlt die Zeche für den Umstieg auf sauberen Strom? Viele Bürger haben dazu eine klare Meinung. Sie sind der Ansicht, dass sie jetzt schon genug für Energie bezahlen. So erklärt bei einer Umfrage auf der Facebook-Seite des Handelsblatts eine deutliche Mehrheit, dass sie nicht bereit ist, für sauberen Strom mehr als bisher zu zahlen.

Für viele ist der heutige Strompreis schon nicht mehr zu verkraften. Laut einer Umfrage der Verbraucherschützer bei den Energieversorgern wird pro Jahr bei rund 600.000 Haushalten aufgrund nicht gezahlter Rechnungen der Strom gesperrt. Und es wird noch schlimmer. Nach einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey werden die Stromverbraucher im Jahr 2020 Kosten von 21,5 Milliarden Euro tragen müssen, die durch den Umstieg auf umweltfreundliche Energie verursacht werden. Das sind rund 60 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr.

Kein Wunder, dass die Energiepolitik auch die Wahl im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland bestimmt. Zehn Tage sind es noch bis zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Am 13. Mai werden die Bürger an die Wahlurne gerufen. Dann geht es nicht nur um die Verschuldung des Landes, die Schul- oder die Verkehrspolitik – die Wähler beeinflussen mit ihrer Stimme auch die künftige Wirtschaftspolitik.

Seit dem vorgezogenen Atomausstieg in Deutschland nach der Katastrophe von Fukushima steht das Thema „Energiewende“ hin zur Stromproduktion mit erneuerbaren Energien auf der Agenda dabei ganz oben. Am gestrigen Mittwoch erst versammelte Angela Merkel (CDU) im Bundeskanzleramt Vertreter von Kraftwerksbauern, Netzbetreibern und Energieversorgern zu einem Spitzentreffen.

Doch über die Energiewende wird längst nicht nur im Bund entschieden. Die Länder sind gefragt, müssen mitspielen – und dementsprechend mit entscheiden. „Kein Bundesland ist so darauf angewiesen, dass die Energiewende gelingt wie Nordhein-Westfalen“, sagt Thomas Eiskirch, wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der bisherigen SPD-Landtagsfraktion zu Handelsblatt Online.

Denn NRW ist nicht nur Deutschlands wichtigster Industriestandort, NRW ist auch das Energieland Nummer eins. 138 Terawattstunden (TWh) wurden im Jahr 2010 an Rhein und Ruhr verbraucht. Das war mehr als ein Viertel des bundesdeutschen Stromverbrauchs von 516,1 TWh. Knapp die Hälfte des Stroms (65 TWh) wurde in NRW allein in der Industrie benötigt.

Und im bevölkerungsreichsten Bundesland wird auch viel Energie produziert. 178 TWh  waren es nach aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes für 2010. Das waren gut 28 Prozent der Brutto-Stromerzeugung Deutschlands. Doch wirklich viel Strom aus erneuerbaren Energien floss noch nicht in den Leitungen Nordrhein-Westfalens. Der Anteil der Stromproduktion aus den Regenerativen betrug nur gut sechs Prozent, deutschlandweit lag er mit mehr als 16 Prozent dagegen weitaus höher.

Genau da liegt das Problem. Das Energieland NRW muss eine Vorreiterrolle spielen, hinkt aber hinterher. Auch wenn die letzten Daten aus dem Jahr vor dem Ausruf der Energiewende stammen.

Kommentare (32)

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Relax

03.05.2012, 10:11 Uhr

... seltsam, ich bin
- aus NRW,
- habe gerade einen Vertrag abgeschlossen, wonach ich 18-19 Cent/kWh für das kommende Jahr bezahle,
- freue mich, dass nach McKinsey die Strompreise durch die Energiewende real nicht steigen werden

und bin beim Thema Energiewende völlig relaxed.

Der Ölpreis steigt, der Gaspreis steigt, der Kohlepreis steigt, der Uranpreis steigt .... aber, der Strompreis sinkt denn Sonne, Wind, Gezeiten, Erdwärme sind halt kostenlos und sie werden es auch immer sein.

Wie wäre es, mal über ein Problemthema zu reden? Die weltweite Versorgung mit Düngemittelversorgun zum Beispiel

Account gelöscht!

03.05.2012, 10:21 Uhr

@Relax

18-19 Cent Brutto für reinen EE-strom? Wohl mit
Gutschrift fürs erste Jahr... .

Account gelöscht!

03.05.2012, 10:26 Uhr

strompreise sind nicht gleich strompreise ... steuern und abgaben werden sehr wohl steigen und tun dies bereits auch seit jahren. strompreis an der börse/otc steigt nicht... nur leider is der preisbetandteil der "reinen" energie im strompreis gerade mal 5,5-6,4 ct/kWh (bei haushaltskunden) gegen den restlichen preisbestandteil kann man hin und her wechseln wie man lustig ist.. netzentgelte, steuern u. umlagen zahlt jeder gleich egal ob yello, e.on oder sonst wer in ein netz liefert. wettbewerb gibt es nur in einem kleinen preisbestandteil - der rest ist für alle gleich

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