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28.12.2016

08:47 Uhr

Energiemarkt

Schock bei den Strompreisen

VonJürgen Flauger

Zum Jahreswechsel heben Hunderte Versorger ihre Tarife an – je nach Region zum Teil kräftig. Mit einer kleinen Verzögerung dürften weitere Stromanbieter folgen. Die Verbraucher müssen sich das aber nicht gefallen lassen.

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DüsseldorfVielen Verbrauchern wird an Silvester nur bedingt zum Feiern zumute sein – wenn sie an ihre Stromrechnung denken. Und ganz besonders dürfte die Stimmung in Bayern, Sachsen oder Hessen getrübt sein. Im Schnitt müssen alle Stromkunden in Deutschland eine moderate Preiserhöhung verkraften; in den drei Ländern fällt der Sprung aber zum Teil gewaltig aus.

Zum Jahreswechsel haben 328 Stromversorger Preiserhöhungen bei ihrem Grundtarif angekündigt. Durchschnittlich heben sie diesen Preis, den sie allen Kunden anbieten und veröffentlichen müssen, um 3,5 Prozent an. Das geht aus dem aktuellen Überblick des Vergleichsportals Verivox hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Die jährlichen Stromrechnungen steigen für die betroffenen Kunden im Schnitt um 42 Euro. Zum gleichen Stichtag senken dagegen nur 21 Stromanbieter ihre Preise – und das auch nur um rund zwei Prozent.

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Wer sich die steigenden Strompreise nicht gefallen lassen will, muss den Anbieter wechseln. Die Verbraucher sollten sich aber nicht von den billigsten Angeboten blenden lassen, warnt Verbraucherschützer Udo Sieverding.

Regional klettern die Strompreise dabei zum Teil noch erheblich stärker. Vor allem in Bayern, Sachsen und Hessen müssen die Verbraucher zum Jahresbeginn deutlich mehr bezahlen. Einzelne Versorger heben ihre Preise hier um bis zu 15 Prozent an. Die jährliche Stromrechnung wird dadurch für eine Durchschnittsfamilie um knapp 190 Euro nach oben getrieben.

Dabei haben im Jahresverlauf schon ein Drittel der Versorger ihre Tarife angehoben. Im Durchschnitt wird eine drei- bis vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden über das gesamte Bundesgebiet betrachtet im Grundtarif elf Euro mehr für Strom bezahlen als noch vor einem Jahr. Die jährliche Stromrechnung steigt damit im Jahresvergleich um ein Prozent von 1100 Euro auf 1111 Euro. Das mag nicht viel sein. In den vergangenen Jahren waren die Preise aber im Schnitt noch jeweils gesunken.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

„Nachdem die Preise für Strom in den letzten drei Jahren um rund zwei Prozent gesunken sind, kehrt sich dieser Trend zum Jahresbeginn nun wieder um: Die Strompreise steigen zum Januar bundesweit durchschnittlich um ein Prozent - ein deutliches Zeichen, dass Verbraucher die steigenden Kosten der Energiewende tragen müssen“, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox.

Alle Verbraucher gleichermaßen trifft der Anstieg der EEG-Umlage, mit der der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird. Für jede Kilowattstunde müssen die Verbraucher ab Januar dafür 6,88 Cent bezahlen – im laufenden Jahr lag die EEG-Umlage noch bei 6,35 Cent. Damit macht die EEG-Umlage einen immer größeren Teil der Strompreise aus, die in der Regel bei knapp 30 Cent je Kilowattstunde liegen.

Kommentare (31)

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Herr Holger Narrog

28.12.2016, 09:04 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr walter danielis

28.12.2016, 09:08 Uhr

Da sollten wir uns mal nichts vormachen/machen lassen. Die Strompreise werden weiter steigen und zwar ganz erheblich. Das ist der Preis der sog. Energiewende. Diese Energiewende ist vor allem ein Investitions- und Konjunkturprogramm, welches der Stromverbraucher - insbesondere der private Stromvervraucher - finanzieren muß.

Rainer von Horn

28.12.2016, 09:24 Uhr

Den Stromanbieter zu wechseln ist sinnvoll und kann einige Hunderter im Jahr sparen. Sinnvoller wäre es jedoch, die Regierung auszuwechseln, denn es gibt ja eine Partei, die die hirnrissige Energiewende abschaffen möchte. Die GEZ übrigens auch.

Die Strompreise werden kontinuierlich weiter steigen, je mehr Zufallsanlagen in die Gegend gestellt werden, desto höher der Anteil des vergütungspflichtigen aber immer schlechter zu verwertenden Zufallsstroms, welcher zunehmend ins Ausland entsorgt und bei Flautezeiten teuer wieder zurückgekauft werden muss. Gleichzeitig werden die Privaten die grundlastfähigen Kraftwerke -vor allem Kohle- zusätzlich subventionieren müssen, sollen Versorger und Stadtwerke nicht in die Insolvenz verabschiedet werden. Hinzu kommt der Netzausbau. Bravo! Weiter so, wir schaffen uns!

Wer sich mal ein Bild von der Zusammensetzung des Strompreises machen möchte, sieht sich diese aktuelle BDEW-Auswertung an: von den knapp 29 Cent pro KWh entfallen derzeit noch gut 6 Cent auf die Stromproduktion un den Vertrieb. Der ganze Rest ist staatliche Preistreiberei.

https://www.bdew.de/internet.nsf/res/886756C1635C3399C1257FC500326489/$file/160524_BDEW_Strompreisanalyse_Mai2016.pdf

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