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17.06.2011

22:32 Uhr

Energieriese

Gazprom an Eon-Projekten interessiert

Der russische Energieversorger Gazprom denkt über eine Beteiligung an Eon-Stromprojekten nach. Vor kurzem waren bereits Gerüchte aufgekommen, Gazprom plane einen Einstieg bei dem deutschen Stromerzeuger.

Das Gebäude der Gazprom-Zentrale in Moskau. Quelle: dpa

Das Gebäude der Gazprom-Zentrale in Moskau.

MoskauDer russische Energieriese Gazprom erwägt den Einstieg in Stromprojekte des deutschen Eon-Konzerns. „Wir sprechen von neuen Stromkapazitäten, die in Deutschland gebaut werden sollen“, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller am Freitag am Rande des Wirtschaftsforums in St. Petersburg nach Angaben der Agentur Interfax.

Die Gas-Nachfrage in Deutschland werde wegen des von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstiegs schon bald steigen. Eon will zehn bis zwölf mit Strom betriebene Gaswerke bauen. Auch hier sei Gazprom zu gemeinsamen Projekten bereit, sagte Miller.

Erst vor kurzem hatte Miller mit der Ankündigung, einen Einstieg bei Eon zu prüfen, für Spekulationen gesorgt. Eon hatte dies jedoch dementiert. Seit dem Reaktorunglück in Fukushima im März haben die Aktien von Eon 16 Prozent eingebüßt, die von RWE 19 Prozent.

Schon zuvor hatte die Erosion der Unternehmenswerte begonnen. Seit 2008 hat Eon knapp 57 Prozent oder 52 Milliarden Euro an Marktwert verloren, RWE 52 Prozent oder 23 Milliarden Euro. Das Image der Konzerne ist durch die angedrohten Klagen auf Schadensersatz ramponiert, auch wenn den Managern keine Alternative blieb, als für den Erhalt ihrer Vermögenswerte juristisch zu kämpfen. Plötzlich sehen die einst stolzen Energieriesen wie Übernahmekandidaten aus.

Führende Wirtschaftspolitiker von Union und FDP halten einen Einstieg von Gazprom bei Eon für energiepolitisch sinnvoll. "Ohne Atomkraft ist Deutschland künftig an Gaslieferungen aus Russland noch mehr interessiert als früher", sagte Martin Lindner, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, dem Handelsblatt.

Ein Einstieg von Gazprom bei Eon oder deren Gastochter Ruhrgas würde diese wichtige deutsch-russische Kooperation stabilisieren und der gesamten deutschen Wirtschaft bezahlbare Strompreise sichern. "Die Grenzen einer Übernahme durch Gazprom werden allerdings dort sein, wo der größte deutsche Energieversorger seine Selbstständigkeit verlieren könnte", sagte Lindner.

Gazprom-Chef Alexej Miller hatte sich zuvor an Aktivitäten von Eon interessiert gezeigt, von denen sich der Energiekonzern trennen will. Vor allem würde er einen Einstieg bei der Gashandelstochter Ruhrgas prüfen, sagte Miller.

Von

dpa

Kommentare (3)

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wallstreet

17.06.2011, 23:11 Uhr

wie in dem Artikel beschrieben, könnte die Fusion/Übernahme eine win-win situation sein.
Jedoch denke ich das die Bundesregierung hierbei auch noch ein wort mitzusprechen hat. Denn so schnell wie unsere "gute Bundeskanzlerin" möchte das Deutschland auf erneuerbare Energien zurückgreift, so schnell wird es nicht gelingen den Strombedarf auf "grün" umzustellen.

Alphawoelfchen

17.06.2011, 23:12 Uhr

Zitat: "Eon will zehn bis zwölf mit Strom betriebene Gaswerke bauen."

Was sollen wir denn damit?
Aber das liegt wohl daran, dass gasbetriebene Stromwerke CO2 ausstoßen würden. Also macht das Eon umgekehrt. Alles klaro? Also sofort Eon-Aktien kaufen, die sind jetzt ganz billig.

Account gelöscht!

18.06.2011, 01:50 Uhr

Ich komm mir vor wie im Irrenhaus!! Als erstes braucht es doch erstmal Leitungen, um regenerative Energie von Nord nach Süd zu befördern,richtig? Kein Wort hierzu von der Merkel ... sie hängt wie immer ihr Mäntelchen in den (MaCHT) Wind - aus alter DDR Gewohnheit wohl!! oder BEIM Kohl gelernt?

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