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19.04.2011

14:08 Uhr

Energieversorger

EnBW-Umbau macht Sparprogramm „sehr wahrscheinlich“

Angespannte Stimmung bei der Hauptversammlung: EnBW-Chef Hans-Peter Villis hat skizziert, wie er den Atomkraftkonzern zu einem Ökoanbieter umbauen will. Die notwendigen Milliarden soll auch ein Sparprogramm bringen.

EnBW-Chef Hans-Peter Villis bekommt es bald mit einer grün-roten Regierung als Großaktionär zu tun. Quelle: dapd

EnBW-Chef Hans-Peter Villis bekommt es bald mit einer grün-roten Regierung als Großaktionär zu tun.

KarlsruheUm seinen Anteil an erneuerbaren Energien bis 2020 wie geplant auf 20 Prozent zu verdoppeln, müsste Deutschlands drittgrößter Energieversorger EnBW rund acht Milliarden Euro aufbringen. Geld für Investitionen soll zum Teil aus dem Verkauf von Minderheitsbeteiligungen für etwa 1,8 Milliarden Euro und zusätzlichen Sparprogrammen kommen, sagte EnBW-Chef Hans-Peter Villis am Dienstag zum Auftakt der Hauptversammlung in Karlsruhe.

Wegen des möglichen Ausstiegs Deutschlands aus der Kernenergie hält er einen verschärften Sparkurs des stark von der Atomkraft abhängige Versorgers für möglich: "Veränderungen und Anpassungen des Zielvolumens sind denkbar und nicht auszuschließen."

Außerdem wolle das Unternehmen künftig verstärkt auf "dezentrale Erzeugung" setzen und erneuerbare Energieanlagen vor Ort aufbauen und betreiben. Kommunen und Stadtwerken sollten neue Partnermodelle angeboten werden. "Dezentrale Energieerzeugung-Klimaschutz-Kommune: Dieser Dreiklang muss für uns ein noch engerer Zusammenhang werden", sagte Villis. Seine Rede wurde von Zwischenrufen wütender Aktionäre begleitet. Zu Beginn war sie kurzzeitig von Atomkraftgegnern unterbrochen worden, die für den Ausstieg aus der Atomenergie protestierten. „Eigentlich sind Sie pleite“, rief ein Kritiker anschließend bei der Aussprache.

Um Geld für Investitionen zu bekommen, hält er neben dem Verkauf von Beteiligungen eine Aufstockung des jüngst aufgelegten Sparprogramms für "sehr wahrscheinlich". Sein Volumen liegt derzeit im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

Voraussetzung für die immensen Investitionen bis 2020 sei aber auch, dass externe Belastungen, etwa durch außerplanmäßigen Stillstand der EnBW-Kraftwerke, nicht weiter zunähmen, sagte Villis. Das Unternehmen hatte bereits im Februar mitgeteilt, wegen der Brennelementesteuer und den Zahlungen in den Ökofonds seine Investitionen von 7,9 auf 5,1 Milliarden Euro zurückfahren zu müssen. Denn die EnBW will auch die Bonitätsnote "A" halten.

Stadtwerke sollen sich - wie schon bei Baltic 1 - auch am Windpark Baltic 2 beteiligen: Damit soll Geld an den Betreiber EnBW zurückfließen. Beim 200 Millionen teuren Baltic 1 haben Stadtwerke bereits Optionen auf 49,9 Prozent. In ähnlicher Größenordnung sind Beteiligungen an Baltic 2 geplant, in das EnBW eine Milliarde Euro investiert.

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