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13.08.2012

09:09 Uhr

Energieversorger

Gazprom-Deal lässt Eons Kasse klingeln

Mehr als drei Milliarden Euro beträgt der Überschuss bei Eon im ersten Halbjahr. Damit hat der Energiekonzern die bekannten Eckdaten bestätigt. Die Einigung im Gasgeschäft lässt den Gewinn in die Höhe schnellen.

Kann wieder lachen: Eon-Chef Johannes Teyssen hat gute Zahlen vorgelegt. dpa

Kann wieder lachen: Eon-Chef Johannes Teyssen hat gute Zahlen vorgelegt.

DüsseldorfDer Energiekonzern Eon kehrt nach den Einbußen durch die Atomwende auf die Gewinnerstraße zurück. Der Nettogewinn sei im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 230 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro in die Höhe geschossen, teilte der größte deutsche Versorger am Montag mit.

Die Erlöse seien von Januar bis Ende Juni um 23 Prozent auf 65,4 Milliarden Euro geklettert. Der Konzern profitierte vor allem von günstigeren Gasverträgen, die Eon bei seinem russischen Großlieferanten Gazprom nach langen, zähen Verhandlungen durchgesetzt hatte. Vorstandschef Johannes Teyssen hatte bereits in der vergangenen Woche einige vorläufige Zahlen vorgelegt und die vor wenigen Wochen angehobene Prognose bekräftigt. Die Eon-Papiere legten im frühen Handel bei Lang & Schwarz um knapp 0,5 Prozent zu.

Halbjahresbericht: Eon-Gaskunden gehen leer aus

Halbjahresbericht

Eon-Gaskunden gehen leer aus

Der Energiekonzern macht wieder dicke Gewinne. Die Einigung im Gasstreit mit Gazprom ist für Eon im ersten Halbjahr Milliarden wert. Nur einer profitiert nicht: der Verbraucher.

„Aus der erfolgreichen Neuverhandlung aller aktuell ölpreisgebundenen Mengen in unseren langfristigen Gaslieferverträgen verzeichneten wir gegenüber dem Vorjahr einen positiven Ergebniseffekt von 1,2 Milliarden Euro“, erläuterte der Manager. Das Gasgeschäft hatte Eon zuvor die Bilanz vermasselt. Der Konzern machte hier lange Zeit Verluste, weil die Tochter Ruhrgas an Gazprom und andere Lieferanten in den langfristig festgelegten Verträgen höhere Preise zahlen musste, als die eigenen Kunden bereit waren zu berappen.

Wegen neuer Gasvorkommen ist der Spotmarktpreis in den vergangenen Jahren gesunken. Anfang Juli hatte sich Eon mit Gazprom rückwirkend zum vierten Quartal 2010 auf günstigere Verträge geeinigt. Ruhrgas hat nun mehr Spotmarktelemente in den Verträgen.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Neben dem Gasgeschäft machte Eon die von der Bundesregierung vor einem Jahr beschlossene frühere Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke zu schaffen. Eon muss seitdem auf zwei Gewinnbringer, die Meiler Isar 1 und Unterweser, verzichten. Negative Einmaleffekte aus der Atomwende fielen nun aber weg. Hierzu gehörten hohe Rückstellungen für den früheren Abriss der AKW und Abschreibungen auf nicht mehr verwendbare Brennelemente.

Dies habe im Halbjahr 2012 einen positiven Effekt in Höhe von 1,5 Milliarden Euro gehabt, erklärte Eon. Die Atomwende und das schwache Gasgeschäft hatten dem deutschen Branchenprimus im vergangenen Geschäftsjahr den ersten Nettoverlust seiner Unternehmensgeschichte eingebracht. Am Ende des Jahres stand nach Anteilen Dritter ein Fehlbetrag von 2,2 Milliarden Euro in den Büchern.

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