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08.03.2012

16:42 Uhr

Energieversorger

Neuer EnBW-Chef soll „schwäbisches Understatement“ bieten

VonJürgen Flauger

ExklusivDer neue Chef der Energie Baden-Württemberg (EnBW) muss besondere Charakterzüge mitbringen. Eigentümer und Aufsichtsrat suchen einen „ehrbaren Kaufmann“ mit viel „Understatement“, wie das Handelsblatt erfahren hat.

Der Nachfolger von  Hans-Peter Villis soll wieder ein ganz bescheidener Vorstandsvorsitzender von EnBW werden. dpa

Der Nachfolger von Hans-Peter Villis soll wieder ein ganz bescheidener Vorstandsvorsitzender von EnBW werden.

Bei der schwierigen Suche nach dem neuen Vorstandsvorsitzender der Energie Baden-Württemberg (EnBW) haben Eigentümer und Aufsichtsrat besondere Ansprüche an den Charakter des künftigen Chefs: "In Anbetracht des Sitzlandes der EnBW ist Understatement im Auftritt und Überzeugung durch Sachargumente angesagt", heißt es im Anforderungsprofil, das Aufsichtsratschef Claus Dieter Hoffmann, der Personalberatung Egon Zehnder mitgegeben hat.

"Wir erwarten einen Kandidaten, der im Sinne des Bildes vom ehrbaren Kaufmann seine Rolle nicht für persönliche Karriereambitionen missbraucht", heißt es in einem siebenseitigen, streng vertraulichen Papier, das dem Handelsblatt vorliegt.

Vor allem wegen der schwierigen Gesellschafterstruktur kommt auf den Nachfolger von Hans-Peter Villis eine schwierige Aufgabe zu. Die EnBW ist zu über 90 Prozent im Besitz des Landes Baden-Württemberg und schwäbischer Kommunen.

Der künftige CEO müsse in der Lage sein, sich mit "Anstand, Stil und Diplomatie um diese höchstrelevanten Beziehungen zu kümmern", heißt es in dem Schreiben von Egon Zehnder. "Dazu gehört ein geradliniger Charakter, der in der Sache überzeugend ist, auf Egotripps verzichtet und in der Lage ist 'schwäbisches Understatement' vorzuleben.

Auf den künftigen EnBW-Chef kommt aber unternehmerisch eine schwierige Aufgabe zu. Die EnBW ist vom Atomausstieg gebeutelt. In fünf Jahren muss er - so die Vorgabe des Aufsichtsratschefs "die Ergebnisumkehr vollzogen" haben und im selben Zeitraum den Atomkonzern EnBW neu ausgerichtet haben. Zunächst soll der Chef aber einen drei-Jahres-Vertrag bekommen. Sein Gehalt soll dem seines Vorgängers Villis entsprechen.

Egon Zehnder sucht nicht nur in der Energiebranche, sondern auch in Branchen, die mit der Energiewirtschaft verwandt sind, wie der Prozessindustrie (Chemie, Mineralöl und gegebenfalls Pharmazie) oder Investitionsgüter.

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