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14.11.2012

13:30 Uhr

Energieversorger RWE

Vom Saulus zum Paulus

VonDana Heide

Im Vergleich zu seinen Konkurrenten steht RWE besser da und hebt die Jahresprognose leicht an. Doch Konzernchef Peter Terium weiß: Kaum eine Branche steht vor so großen Herausforderungen wie die Versorger. 

Braunkohlekraftwerk von RWE: Der Konzern verschlief zunächst die Wende zu alternativen Energien. dapd

Braunkohlekraftwerk von RWE: Der Konzern verschlief zunächst die Wende zu alternativen Energien.

DüsseldorfSchlechte Nachrichten wie zuvor Eon und EnBW musste RWE am Mittwoch nicht verkünden. Bereits im Vorfeld waren Analysten überzeugt, dass der Essener Energiekonzern seine Prognose zumindest halten und zudem ein Gewinnwachstum verkünden könne.

Und tatsächlich: Der Energiekonzern macht dank seiner Kohlekraftwerke in Europa ordentlich Kasse. Während die Auslastung der ökologisch zweifelhaften Meiler zugenommen hat, kostet der Betrieb wegen des Preisverfalls von Verschmutzungsrechten deutlich weniger. So gelang es dem Essener Versorger, seinen Nettogewinn in den ersten neun Monaten dieses Jahres um ein Drittel auf 1,9 Milliarden Euro zu steigern.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

"Trotz schwieriger Rahmenbedingungen war 2012 bisher ein gutes Geschäftsjahr", freute sich Vorstandschef Peter Terium. Den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) und das Betriebsergebnis will RWE 2012 nun mindestens auf dem Vorjahresniveau halten. Bisher hatte der Konzern die Formulierung "in etwa so hoch wie im Vorjahr" verwendet.

Am Aktienmarkt sorgte RWE mit seinem Ausblick für Erleichterung. Die Aktien legten zeitweise mehr als ein Prozent zu, während E.ON-Papiere ihre Talfahrt mit einem Minus von zwei Prozent fortsetzten. RWE habe bei seinen Erwartungen im Gegensatz zu Eon keinen Revisionsbedarf, schrieben die Experten der LBBW.

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Die Zahlen sind zwar glänzend, der Ausblick bei Eon ist allerdings düster.

Mitbewerber Eon hatte erst am Dienstag seine Gewinnziele für 2013 nach unten korrigieren. Zuvor hatte die EnBW einen Umsatzrückgang im Bereich Erzeugung und Handel um mehr als ein Viertel mitgeteilt. Der schwedische Wettbewerber Vattenfall hatte vergangene Woche sogar einen Verlust melden müssen. Grund dafür sei jedoch nicht etwa das deutsche Geschäft gewesen, sondern Berichtigungen auf Werte in den Niederlanden.

Im Vergleich zu seinen Konkurrenten steht der zweitgrößte deutsche Energieversorger RWE somit besser da. So rät Analyst Benjamin Leyer von der Investmentbank BNP Paribas auch eher zum Kauf von RWE- als Eon-Aktien.

Das große Plus von RWE sind derzeit ausgerechnet die Kraftwerke, die von Umweltschützern wegen ihres Ausstoßes des klimaschädlichen Kohlendioxids besonders kritisiert werden - die Kohlemeiler. "Stark verbessert hat sich die Auslastung unserer Steinkohlekraftwerke", heißt es im Quartalsbericht. RWE habe zudem von der Inbetriebnahme des Braunkohlekraftwerks in Neurath bei Köln profitiert.

Doch der Essener Konzern vollzieht derzeit eine Kehrtwende wie kein zweiter Energieversorger, seit der Niederländer Peter Terium auf dem Chefsessel sitzt. „Wir werden nicht mehr in neue Kernkraftwerke investieren“, hatte er bereits vor seinem Amtsantritt im Juli gesagt. Sein Vorgänger Jürgen Großmann war da noch ganz anderer Meinung gewesen. Er machte aus seiner Skepsis gegenüber dem Atomausstieg keinen Hehl und fing sich dafür den Beinamen „Dinosaurier“ ein.

RWE sei mit Verspätung in das Geschäft mit grüner Energie gestartet, sagte Terium. „Aber jetzt holen wir auf. Unser Geschäft wird sich grundlegend ändern.“ Terium hat Wort gehalten. Bei dem Konzern tut sich einiges.

Kommentare (8)

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dig@central.banktunnel.eu

14.11.2012, 08:36 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

14.11.2012, 09:23 Uhr

Die Entscheidung des Aufsichtsrats von RWE, mit so illustren Leuten wie
Dr.Manfred Schneider,Dr. Paul Achleitner,Dr. Dieter Zetsche, Frank Bsirske,
aber auch einfachen Landespolitikern und Gewerkschaftlern,
in 2012 Peter Terium als Vorstandsvorsitzenden zu berufen, muss man wohl als ausgesprochen gute Wahl bezeichnen.

Immer beeinflusst von der NRW Landesregierung unter
Hannelore Kraft hat sich der Konzern sehr von der Vorgehensweise und der Politik unter dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Grossmann abgesetzt.
Wir nennen das hier aktive Industriepolitik.
Das können sie,die Sozen.Immer schon.
Man könnte es einen revolutionären Re-Start nennen.
Während der „Betonkopf“ Grossmann, auch durch sein persönliches Auftreten ein 2-Meter Mann mit nicht immer leisen Tönen, sehr in der alten schmutzigen
Kohle- und Atomstrom-Denke gefangen war, hat Terium konsequent auf die Technologie Ökostrom gesetzt.
Ein Milliardär und Stahlkocher eben,Grossmann mein ich.
(Wobei beides nichts negatives ist!)

Binnen kurzer Zeit hat Terium den Bau von KKW im europäischen Ausland gestoppt und den Konzern aus der Technologie Atomstrom verabschiedet.
Die unkalkulierbaren finanziellen Risiken beim Bau von KKW, auch bedingt durch politische Einflussnahmen, immer höhere Sicherheitsstandards, haben ihn förmlich dazu gezwungen.

RWE wird nie der heimelige Ort von Pastorentöchtern sein und Macht und Einfluss nutzen, um seine Ziele zu erreichen.

Im Vergleich zu E.on und vor allem Wattenfall hebt sich der Konzern jedoch deutlich ab. Man kann es an den Ergebnissen ablesen.
Also Glück auf RWE, wie der gemeine Ruhrpottler zu sagen pflegt.(Man sagt es ihm zumindest nach!)
Ich bin nur Ur-Einwohner, kein RWE Lobbyist, selbst Stromkunde,Ökostrom versteht sich.
Sie haben eben das beste Angebot gemacht,
nicht das Billigste.Ich mußte nicht mal lange suchen.

Account gelöscht!

14.11.2012, 09:27 Uhr

@dig@central.banktunnel.eu

Wenn Sie hier schon parteipolitisch werben wollen,
sollten Sie zumindest dafür sorgen,dass die Seite auch erreichbar ist!
Üben Sie mal schön...

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