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03.02.2014

19:15 Uhr

Energieversorger

Verbund will kein Geld mehr in Sorgenia pumpen

Der Energiekonzern Verbund ist zwar mit 46 Prozent an Sorgenia beteiligt. Trotzdem will der österreichische Versorger der mit 1,8 Milliarden Euro verschuldeten italienischen Firma keine weiteren Finanzmittel zahlen.

Bei der italienischen Firma Sorgenia könnten schon bald die Lichter ausgehen. dpa

Bei der italienischen Firma Sorgenia könnten schon bald die Lichter ausgehen.

Wien/MailandDer österreichische Versorger Verbund will kein Geld mehr in seine kriselnde italienische Beteiligung Sorgenia pumpen. „Verbund hat keine Absicht, weitere Finanzmittel zuzuschießen“, sagte eine Firmensprecherin am Montag. Der Energiekonzern hält 46 Prozent an der hoch verschuldeten italienischen Firma, die zuletzt wegen der mauen Wirtschaftsentwicklung hohe Verluste verbucht hatte.

Um das Überleben des Unternehmens zu sichern, hatte Sorgenia seine Banken Ende vergangenes Jahres um ein Stillhalteabkommen bis Anfang Juli 2014 gebeten: Bis dahin sollten die Institute ihre Kredite nicht fällig stellen. Im Gegenzug dafür verlangen die Institute jedoch Kreisen zufolge Finanzspritzen der Sorgenia-Eigentümer. Das ist neben Verbund die von der Familie De Benedetti kontrollierte Industrieholding CIR. „Verbund ist nicht einmal bereit, mit am Verhandlungstisch zu sitzen - was die Sache für die Banken kompliziert macht. Sie haben einen Brief an die Österreicher geschickt“, sagte eine mit dem Vorgehen des Bankenkonsortiums vertraute Person.

Sorgenia steht bei rund 20 italienischen und ausländischen Banken in der Kreide. Der Schuldenberg beläuft sich auf insgesamt 1,8 Milliarden Euro. Hauptgläubiger ist die kriselnde Banca Monte dei Paschi di Siena. Teil des Konsortiums sind auch Intesa Sanpaolo, UniCredit sowie Mediobanca.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Ein weiterer Insider sagte, die Banken würden bei Sorgenia nicht gemeinsam vorgehen. „Verbund hat bereits in der Vergangenheit erfolglos versucht, seinen Anteil zu verkaufen. Nun suchen die Banken nach potenziellen Käufern und es gab einige Interessensbekundungen aus Kontinentaleuropa“, sagte die Person.

Verbund hat seine Beteiligung an dem italienischen Konzern, in den das Unternehmen in den vergangenen Jahren hunderte Millionen Euro investiert hatte, bereits komplett abgeschrieben. Sorgenia ist nach eigenen Angaben der fünftgrößte Stromversorger Italiens. Die Firma hat in den vergangenen Jahren kräftig in den Bau von Gaskraftwerken investiert - doch die Nachfrage nach Strom ist angesichts der Wirtschaftskrise eingebrochen.

Um möglichst schnell an Geld zu kommen und die Banken zu Zugeständnissen zu bewegen, will sich Sorgenia von dem Geschäft mit Erneuerbarer Energie sowie vom Öl- und Gasfördergeschäft trennen. Eine baldige Rückkehr in die Gewinnzone erwartet das Unternehmen jedoch nicht.

Von

rtr

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