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06.02.2012

16:48 Uhr

Energieversorgung

Russland bricht Lieferzusagen

Das Stromnetz in Deutschland ist trotz der eisigen Temperaturen noch stabil. Italien arbeitet dagegen bereits an einem Notstandsplan. Ausbleibendes Gas aus Russland macht den Energieversorgern in beiden Ländern Probleme.

Russland liefert weniger Gas nach Europa, doch die deutschen Versorger geben sich entspannt. dapd

Russland liefert weniger Gas nach Europa, doch die deutschen Versorger geben sich entspannt.

DüsseldorfDeutschland bibbert – und Deutschland heizt gegen die Kälte an. Bislang ohne Probleme. Trotz der Extremtemperaturen mit bis zu minus 30 Grad Celsius funktioniert die Energieversorgung reibungslos, die Netze sind stabil. Und nicht mal die reduzierten Gaslieferungen aus Russland machen den Energieversorgern Sorgen.

„Gazprom liefert uns auch heute eine um rund ein Drittel eingeschränkte Gasmenge“, sagte Adrian Schaffranietz, Sprecher von Eon-Ruhrgas zu Handelsblatt Online. Die RWE Supply & Trading, innerhalb des RWE-Konzerns für den Gaseinkauf zuständig, hat ebenfalls mit einer Lieferkürzung von knapp einem Drittel zu kämpfen. Beide Unternehmen widersprechen damit indirekt dem russischen Gaslieferanten Gazprom. Der stellvertretende Gazprom-Chef Andrej Kruglow hatte laut der Agentur Interfax am Samstag erklärt, dass die Liefermengen nach Europa wieder das Vertragsniveau erreicht hätten. Zuvor hatte Gazprom Lieferkürzungen dementiert.

Nicht nur in Deutschland, auch in Italien kommt aber weiterhin weniger Gas an. Und dort ist die Lage brenzlig. Paolo Scaroni, Chef des Energiekonzerns Eni, sprach von 25 bis 30 Prozent weniger Gas. Bisher konnten größere Lieferungen aus Algerien und Nordeuropa die Lücke schließen, ab Donnerstag aber befürchtet Eni Engpässe. Man arbeite an einem Notstandsplan.

Von der EU-Kommission hieß es dagegen am Montagnachmittag: „Es gibt keinen Notstand in Europa. Verbraucher und Industrie bekommen ihr Gas wie zuvor“, sagte die Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger in Brüssel. Deutschland, Italien und Rumänien erhielten zwar weniger russisches Gas, könnten die fehlenden Mengen aber problemlos am Markt kaufen. Die sibirische Kälte hat Italien dennoch besonders stark getroffen. Von den Verhältnissen in Italien ist Deutschland, größter Gas-Abnehmer in der EU, weit entfernt.

„Die Versorgungssicherheit unserer Kunden ist weiterhin nicht gefährdet“, sagte Barbara Minderjahn, Sprecherin von RWE Supply & Trading im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Wir beziehen Gas nicht nur aus Russland, sondern auch aus weiteren Quellen wie Norwegen und den Niederlanden. Darüber hinaus sind die Gasspeicher weiterhin gut gefüllt.“ Wie lange die Lieferkürzungen anhalten werden, ist bisher noch nicht abzuschätzen.

Russlands Regierungschef Wladimir Putin brachte als Lösung für die Lieferprobleme den Bau neuer Leitungen von Russland in den Westen ins Gespräch. Schuld an der Lage hätten diejenigen, die sich lange gegen die Ostseepipeline Nord Stream gewährt hätten. Im vergangenen November war der erste Strang der Leitung in Betrieb gegangen. Ohne Verzögerungen hätte Gazprom heute schon neue Förderstätten erschlossen haben können, sagte Putin.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

06.02.2012, 19:55 Uhr

„Für die Bundesregierung sind die erneuerbaren Energien entscheidend für die Netzstabilität. „Der Ausbau von Wind und Solar zahlt sich aus“, sagte eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums am Montag in Berlin.“

Tagesspitze am Montag, den 06.02.2012 gegen 18:00 Uhr mit 65 GW

Beitrag der Windenergie kleiner 1 GW von 28 GW installiert
Beitrag der Solarenergie 0 GW von 25 GW
Quelle www.transparency.eex.com

Georg Orwell lässt grüßen.

Oelblase

06.02.2012, 21:02 Uhr

Tagesspitze am Montag, den 06.02.2012 zwischen 12:00-13:00 Uhr mit 70,75 GW

Beitrag der Solarenergie 10 GW von 25 GW

Quelle www.transparency.eex.com


Ölblase lässt grüßen.

Account gelöscht!

06.02.2012, 21:29 Uhr

Ich könnte hier nun schreiben, dass man den Russen eben doch nicht trauen kann, und dass aus dem Osten noch nie etwas sonderlich Gutes kam.

Aber, das lassen wir wohl lieber bleiben...

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