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16.07.2011

11:28 Uhr

Energiewende

Eon-Chef Teyssen warnt vor Stromausfällen

Der Atomausstieg könnte weitreichende Auswirkungen für Verbraucher und Unternehmen haben, fürchtet Eon-Chef Johannes Teyssen. Stromkunden müssten mit steigenden Preisen und Stromausfällen rechnen.

Eon-Chef Teyssen warnt vor den Folgen der Energiewende. Quelle: dapd

Eon-Chef Teyssen warnt vor den Folgen der Energiewende.

EssenEon-Vorstandschef Johannes Teyssen rechnet mit weitreichenden Auswirkungen des Atomausstiegs auf Verbraucher und Unternehmen in Deutschland. Stromkunden müssten sich auf höhere Preise einstellen, sagte Teyssen den Zeitungen der Essener „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Er erwarte, „dass angesichts höherer Großhandelspreise relativ viele Unternehmen unter Druck stehen werden, ihre Tarife für Endkunden anzuheben“. 

Zudem sei das Risiko für Stromausfälle durch die Abschaltung der Kernkraftwerke größer geworden, sagte der Eon-Chef weiter. „Ich denke an kalte Wintertage, an denen es windstill und stark bewölkt ist. Dann könnten im Stromnetz Reservekapazitäten fehlen, die in der Vergangenheit unter anderem durch Kernkraftwerke zur Verfügung standen.“ Das Problem betreffe insbesondere den Süden Deutschlands. 

„Eon als Ganzes sucht keinen strategischen Partner“, so der Eon-Chef weiter. Über Kooperationen bei einzelnen Projekten könne man reden. Das sei bei der Erdgasförderung und bei Windeenergieprojekten schon lange üblich.

Eon-Konkurrent RWE hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, mit dem russischen Gaskonzern Gazprom eine enge Zusammenarbeit bei der Stromerzeugung anzustreben. Die Vorstandsvorsitzenden Jürgen Großmann und Alexej Miller hatten am Donnerstag eine entsprechende Grundsatzerklärung unterzeichnet. Die Energiekonzerne wollen darüber verhandeln, bestehende oder neue Steinkohle- und Gaskraftwerke in Deutschland, Großbritannien und den Beneluxländern in ein gemeinsames Unternehmen einzubringen. 

Eon bezieht einen ein Drittel seiner Gaslieferungen von Gazprom und will derzeit Preissenkungen erreichen. Teyssen schließt nicht aus, ein internationales Schiedsgericht anzurufen: „Wir verhandeln zunächst weiter“, sagte er. Es könne aber Situationen geben, „in denen man Fragen streitig klären muss“. Eon sei nicht allein von Gazprom abhängig. 

Die Folgen des beschlossenen Atomausstiegs in Deutschland seien für Eon zwar gravierend, brächten den Konzern aber nicht ins Wanken. „Allein die Ertragskraft unseres russischen Geschäfts ist größer als jene der deutschen Kernkraftwerke“, betonte Teyssen.

Kommentare (3)

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Konkursverwalter

16.07.2011, 14:18 Uhr

„Sehr interessant Herr Teyssen, der Atomausstieg hat insbesondere weitreichende Konsequenzen für EON. Sie sind im Wettbewerb angekommen. Mehrere Jahrzehnte hatte Ihr Konzern die Gelegenheit sich um die Endlagerfrage sowie ein nachhaltiges Konzept über die Energieversorgung zu kümmern. Ihre Vorgänger und Sie scheinen auf ganzer Linie versagt zu haben! Das Ihnen nun ausgerechnet eine schwarzgelbe Bundesregierung die Atomkraftwerke abschaltet, wäre weder Ihnen noch Ihren Vorgängern in den Sinn gekommen. Alles wie es gekommen ist, mußte so kommen, weil EON seit Jahrzehnten von Vorständen gelenkt wurde, die schon zu Jahresbeginn wußten, wieviel am Ende in Ihrem Portemoney landet.

Wenn Sie aber heute rumjammern und auf zahlreiche Gefahren hinweisen, dann werden Ihnen auch noch die Aktionäre davon laufen. Sollten Sie aber nicht in der Lage sein, die Unternehmenspolitik Ihres Konzern so auszurichten, dass Sie nachhaltiges Wachstum generieren und Eon umbauen, dann müssen Sie zweifellos mit Aktionärsklagen rechnen. Der Aktionkurs und somit Unternehmenswert haben bereits deutlich nachgegeben. Mit Ihren pessimistischen öffentlichen Äußerungen tragen Sie einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag dazu.

Konkursverwalter

16.07.2011, 14:20 Uhr

Als Shareholder von EON sehe ich Ihre öffentliche Jammerei als Ihre eigene Bankrotterklärung an, den neuen Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Für den Aufsichtsrat der EON AG bedeutet dies sicherlich in Kürze zu bewerten, ob mit Ihnen die Konzernlenkung als CEO weiterhin verantwortet werden kann.

Und das Sie jetzt im Süden Deutschlands tatsächlich für Panik sorgen wollen und die dortige CSU-Regierung unter Druck setzen, ist nicht nur geschmacklos, sondern mit Ihren Panik verbreitenden Szenarien populistische Stimmungmache. Für wie dumm wollen Sie denn die Bundesbürger verkaufen? Kommen Sie einfach Ihren Verpflichtungen nach, die in der Satzung Ihres Unternehmens stehen und die in der Unternehmenspolitik von EON verankert sind. Rumjammern in der Öffentlichkeit gehört nicht dazu! Gefahren in der Öffentlichkeit zu diskutieren ebenfalls nicht! In einem hoch technologisierten Standort wie Deutschland, sind keine „Rentner“ mit verstaubten Ideen, sondern innovative Konzernlenker gefragt. Vielleicht denken Sie mal vorher nach, bevor Sie wieder auf die öffentliche Tränendrüse drücken und uns weismachen wollen, dass es zu Stromausfällen kommen könnte. Wenn Ihr Krisenmanagement ebenso agiert, wie Sie es öffentlich zu tun pflegen, gehen vielleicht die Lichter bei EON aus oder EON wird zu einem Übernahmekandidat?“

Account gelöscht!

16.07.2011, 14:46 Uhr

Zum Teil mag Ihr Beitrag ja ganz stimmig sein.
Aber die Konsequenzen werden eben doch wohl Stromausfälle sein. Oder aber massiver Zukauf aus dem Ausland, also aus nicht so sicheren Atomkraftwerken. Übrigens importieren wir jetzt schon.
Denn wir werden lange nicht den Strombedarf decken können aus erneuerbaren Energien, da der gänzliche Ausstieg aus den AKW's viel zu schnell kam und völlig undurchdacht.
Es sei denn, wir geben unsere Industrie völlig auf, aber was nicht ist, kann ja noch kommen.
Damit haben usnre grünen Vögel kein Problem
Aber wir könnten ja den ganzen Grünen und Ökoschreiern Windräder in die Gärten stellen, vielleicht klappt es dann
Und wenn grad kein Wind ist, pusten die Ökos selber, damit die Windräder sich drehen
Da höre ich aber von unsren AKW-Gegner nichts über den Import von Atomstrom.
Wie immer bei diesen grünen Vögeln viel Heuchelei

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