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05.01.2006

09:21 Uhr

Engelhard-Kauf

BASF hat genug Geld in der Kasse

Die geplante Übernahme von Engelhard dürfte BASF mit Barmitteln finanzieren können. Die Ratingagenturen werden hellhörig.

cu HB FRANKFURT. „Die Ankündigung von BASF-Chef Jürgen Hambrecht, den Kauf in cash zu finanzieren, ist absolut realistisch“, sagte Jochen Schlachter, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank. Auch die DZ Bank betonte in einer Studie, dass BASF genügend liquide Mittel habe, um die Übernahme zu realisieren.

In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres wies BASF liquide Mittel in bar und aus der Anlage in festverzinsliche Wertpapiere über 4,3 Mrd. Euro aus. Die dürften allerdings deutlich sinken, da der Konzern Pensionsrückstellungen über 3,7 Mrd. Euro aus dem Betriebsvermögen ausgliedern und in einen Treuhandfonds einzahlen will. „BASF erwirtschaftet jedoch einen hohen freien Cash-Flow und hat außerdem noch viele ungenutzte Kreditlinien“, sagte Schlachter. Die Ludwigshafener finanzieren sich am Geldmarkt über ein flexibles so genanntes Commercial-Paper-Programm, das ein Volumen von fünf Mrd. Euro hat.

Schlachter hält es dennoch für möglich, dass BASF zur Refinanzierung der Engelhard-Übernahme über mindestens 4,9 Mrd. Euro noch zusätzliches Geld über eine Anleihe aufnehmen wird. Die Bedingungen am Kapitalmarkt seien günstig, das heißt, die Kosten für die Refinanzierung sind noch niedrig. Außerdem wolle der Konzern voraussichtlich nicht alle Linien des Commercial-Paper-Programms ausnutzen.

BASF hat bislang nur drei Anleihen ausstehen. Die letzte Emission begaben die Ludwigshafener im vergangenen Mai mit einer 2012 fälligen Anleihe über 1,4 Mrd. Euro. Für diese lag die Rendite gestern bei etwa 3,4 Prozent. Die Kurse der Anleihen und Kreditderivate auf BASF-Anleihen fielen gestern leicht, dementsprechend stiegen die Renditen.

Die Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P) und Fitch kündigten an, die Kreditwürdigkeit von BASF angesichts der geplanten Übernahme von Engelhard auf eine Herabstufung zu überprüfen. S&P erklärte den Schritt mit der Unsicherheit über den endgültigen Preis und höhere Integrationsrisiken bei einer feindlichen Übernahme. Außerdem ist BASF weiter an der Bauchemie von Degussa integriert, die den Konzern bis zu 2,5 Mrd. Euro kosten könnte. Mit den Ratings „AA-“ und dem entsprechenden Rating „Aa3“ von Moody’s gilt BASF als guter Schuldner. Die Hypo-Vereinsbank hält es für möglich, dass die Ratingagenturen das Bonitätsurteil für BASF trotz der Übernahme bestehen lassen. Dresdner Kleinwort Wasserstein und DZ Bank rechnen dagegen mit einer Herabstufung.

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