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24.01.2006

07:39 Uhr

Engelhard-Übernahme

Engelhard gibt BASF einen Korb

Der US-Katalysatorspezialist Engelhard hat das 4,9 Mrd. Dollar schwere Übernahmeangebot von BASF abgelehnt. Will der Ludwigshafener Chemieriese doch noch zum Zug kommen, muss er tiefer in die Tasche greifen. Die Zeit drängt, denn Engelhard hat eigene Pläne.

BASF will sich bei Katalysatoren verstärken. Foto: BASF

BASF will sich bei Katalysatoren verstärken. Foto: BASF

HB NEW YORK/LUDWIGSHAFEN. Die Engelhard-Aktionäre sollten dem Bar-Angebot von BASF in Höhe von 37 Dollar je Aktie nicht folgen, teilte Engelhard am Montag nach US-Börsenschluss mit. „Unser Vorstand kam einstimmig zu der Ansicht, dass das Angebot von BASF opportunistisch ist und Engelhard darin unterbewertet wird“, erklärte Konzernchef Barry Perry.

Engelhard wolle nun zusammen mit der Investmentbank Merrill Lynch verschiedene Strategiemöglichkeiten ausloten, darunter auch einen Verkauf der Firma. Der Konzern habe Nachfragen weiterer Gesellschaften zu einer möglichen Transaktion erhalten. Einzelheiten nannte Engelhard nicht.

Mit der Ablehnung der Offerte hat Engelhard die Tür für BASF jedoch nicht ganz geschlossen. „Wir haben keine Präferenzen dahingehend, wo Wert herkommt. Sicherlich würden wir ein höheres Angebot von BASF in Betracht ziehen“, sagte Firmenchef Perry. Wie hoch eine solche Offerte sein müsste, sagte er indes nicht.

BASF erklärte am frühen Dienstagmorgen, man sei darüber informiert, dass Engelhard das Barangebot von 37 Dollar je Aktie abgelehnt habe. Engelhard habe seine Stellungnahme bei der entsprechenden US-Behörde eingereicht. „BASF prüft zur Zeit die eingereichten Dokumente und wird sich dazu äußern.“

Engelhard wäre der größte Zukauf in der BASF-Geschichte. Das bisherige Angebot der Ludwigshafener läuft bis zum 6. Februar, kann aber verlängert werden. Es steht zudem unter der Bedingung, dass Engelhard mögliche Abwehrmaßnahmen – so genannte „poison pills“ – zum Schutz vor Übernahmen außer Kraft setzt. Um sich die Anteilsmehrheit zu sichern, muss BASF mehr als 65 Mill. Engelhard-Aktien einsammeln. Im Umlauf sind rund 120 Mill. Papiere und 11 Mill. aus laufenden Optionsprogrammen.

Aus den Angebotsunterlagen von BASF geht hervor, dass erste Vorgespräche zwischen BASF-Chef Jürgen Hambrecht und Engelhard-Chef Perry vor allem am Preis gescheitert waren. Böte BASF deutlich mehr, sei die Engelhard-Führung zu Verhandlungen bereit, heißt es darin. Dass mehr als 37 Dollar möglich wären, hat BASF schon angedeutet. Wenn Engelhard Einblick in die Bücher gewähre und die Erkenntnisse daraus es rechtfertigten, wären 38 Dollar möglich, hatte BASF erklärt. An der Wall Street ging die Engelhard-Aktie am Montag mit 39,71 Dollar aus dem Handel.

Engelhard gehört zu den wichtigsten Anbietern von Katalysatoren. Daneben stellt der Konzern Produkte zur Oberflächenveredelung her. Mit 6500 Beschäftigten kam Engelhard 2004 auf einen Umsatz von 4,16 Mrd. Dollar. Gelänge der Zukauf, würde bei BASF ein neuer Bereich Katalysatoren mit Sitz in New Jersey entstehen. Das Engelhard-Geschäft mit Pigmenten solle dann im Bereich Veredlungschemikalien untergebracht werden, hatten die Ludwigshafener angekündigt. BASF würde mit Engelhard zu einem weltweit führenden Anbieter im Katalysatormarkt aufsteigen. Zudem würden die Ergebnisse bei BASF etwas weniger konjunkturanfällig werden.

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