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05.01.2011

09:31 Uhr

Enormer Preisdruck

Die Probleme der Tierfutterbranche

VonChristoph Kapalschinski, Laura de la Motte

Steigende Rohstoffkosten, Druck auf die Verkaufspreise, starker Wettbewerb - die Futtermittelbranche in Deutschland klagt. 4,6 Prozent der Betriebsstätten mussten vergangenes Geschäftsjahr schließen. Ähnlich ergeht es Biospritherstellern, die mit ihrem schlechten Image kämpfen.

Tierfütterung: 20,8 Mio. Tonnen Futter produzierten deutsche Hersteller im vergangenen Geschäftsjahr. dpa

Tierfütterung: 20,8 Mio. Tonnen Futter produzierten deutsche Hersteller im vergangenen Geschäftsjahr.

DÜSSELDORF. Steigende Rohstoffkosten, Druck auf die Verkaufspreise, starker Wettbewerb - die Futtermittelbranche in Deutschland klagt. 4,6 Prozent der Betriebsstätten mussten 2009/10 schließen - vor allem kleinere Betriebe gaben auf. Die produzierte Menge lag dennoch hoch: bei 20,8 Millionen Tonnen.

330 größere Betriebe gibt es in Deutschland, die meisten davon im Norden. Hier sind 56,6 Prozent der Firmen angesiedelt. Größter Spieler ist Agravis in Münster. Der Raiffeisen-Konzern setzte 2009 knapp fünf Milliarden Euro um - unter anderem mit Futtermitteln.

Grundlage für Tierfutter ist meist Getreide. Dazu kommt ein großer Anteil an Ölschroten, etwa aus Raps, Soja, Mais und Palmkern. Das sind gewissermaßen die Abfälle aus Ölmühlen. Weitere Bestandteile stammen aus der Zuckerproduktion und aus der Obstverarbeitung. Fette, bevorzugte Träger des giftigen Dioxins, spielen eine geringere Rolle. Pflanzliche Öle wie Palm -, Soja- und Rapsöl werden eingesetzt, um das Futter energiehaltiger zu machen. Sie brauchen besondere Kontrolle, weil hier häufiger Schadstoffe, etwa aus Altölen, enthalten sein können.

Zu schaffen machen den Herstellern hohe Preise, etwa für Sojaschrot - auch weil dieser Proteinträger inzwischen international gehandelt wird.

Gerade bei dem jetzt vom Skandal betroffenen Geflügelfutter ist die Nachfrage zuletzt zurückgegangen. Die Bauern halten weniger Tiere, weil neue Verordnungen allzu kleine Käfige verbieten. Das führt dazu, dass der Geflügelboom der vergangenen Jahre endet. Dabei fallen zwei Futterarten auseinander: Von Juli 2009 bis April 2010 schrumpfte der Bereich Legehennenfutter um 4,9 Prozent, der Absatz von Mastfutter wuchs dagegen um fünf Prozent.

Der Dioxinskandal wirft auch ein Schlaglicht auf die Biodieselhersteller, von denen ein Teil des verfütterten Industrie-Öls stammen könnte. Die Biosprithersteller haben es in den letzten Jahren nicht leicht gehabt. Seit Umweltschützer und Weltbank Biodiesel für den Hunger der Welt verantwortlich machten, kämpft die Branche mit einem Imageproblem.

Dem konnte sich auch die Politik nicht entziehen und senkte die bis 2015 angestrebte Quote am Spritverbrauch von acht auf 6,25 Prozent. In der Folge brachen die Umsätze und Gewinne bei allen Herstellern ein. Die drei börsennotierten deutschen Unternehmen Verbio, Cropenergies und die nun kritisierte Petrotec retteten sich mit harten Sparanstrengungen. Während die ersten beiden inzwischen wieder kleine Gewinne verzeichnen, gelang es Petrotec im dritten Quartal lediglich seinen Verlust weiter zu senken. Einen höheren Absatz soll nun der im Januar eingeführte Kraftstoff E10 bringen, der zehn Prozent Biodiesel enthält.

Kommentare (2)

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merrell

05.01.2011, 10:51 Uhr

Redaktion!!

...Einen höheren Absatz soll nun der im Januar eingeführte Kraftstoff E10 bringen, der zehn Prozent biodiesel enthält...

bitte bevor Sie einen Artikel veröffentlichen immer "Recherche betreiben"!! E10 enthält 10% Ethanol und nicht 10% biodiesel. Das ist was völlig anderes!!

Der ganze Artikel ist schon nicht der "beste" und dann noch so was...

Gift, biokraftstoffe, Futtermittel, TEURES ESSEN und und und... ist ja eh alles gleich!?!?!?

Ein Gast

06.01.2011, 11:30 Uhr

Volle Zustimmung zum Vorredner, lange nicht so einen schlechten Artikel im Hb gelesen. Auch bei der Food-for-Fuel Diskussion schneidet biodiesel deutlich besser ab als bio-Ethanol.

Aber für einen ordentlichen Artikel müsste man ja als Journalist ordentlich arbeiten ...

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