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27.12.2011

08:13 Uhr

Entschädigung

Tepco braucht weitere sieben Milliarden Euro

Das Drama um das Atomkraftwerk Fukushima fehlt derzeit in keinem Jahresrückblick. Die Folgen beschäftigen die Menschen in Japan aber noch lange. So braucht der Betreiber Tepco nun erneut Milliarden vom Staat.

Neun Monate nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima hat ein Zwischenbericht schwere Vorwürfe erhoben. dpa

Neun Monate nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima hat ein Zwischenbericht schwere Vorwürfe erhoben.

TokioDer japanische Atomkraftwerksbetreiber Tepco hat die Regierung um weitere Hilfen in Höhe von 700 Milliarden Yen (knapp sieben Milliarden Euro) ersucht, um Entschädigungen für von der Atomkatastrophe von Fukushima betroffene Familien auszuzahlen.

Das Unternehmen begründete den Schritt am Dienstag damit, dass die Regierung in Tokio den Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert habe. Die japanische Regierung hatte bereits im November eine erste Tranche von umgerechnet 8,4 Milliarden Euro aus einem Entschädigungsfonds freigegeben, der nach der Atomkatastrophe eingerichtet worden war.

Das Atomkraftwerk Fukushima im Nordosten Japans war am 11. März durch ein verheerendes Erdbeben und einen anschließenden Tsunami schwer beschädigt worden. Die Zerstörungen in der Anlage lösten den weltweit schwersten atomaren Unfall seit Tschernobyl 1986 aus.

Zehntausende Menschen mussten die verstrahlten Gebiete um Fukushima verlassen. Experten schätzen, dass Tepco bis März 2013 Entschädigungen in Höhe von umgerechnet knapp 43 Milliarden Euro wird zahlen müssen.

Zuletzt erhob ein Zwischenbericht schwere Vorwürfe gegen den Betreiber Tepco und die japanische Regierung. Sowohl Tepco als auch die zuständigen Behörden seien auf eine Katastrophe diesen Ausmaßes vollkommen unvorbereitet gewesen, zitierten lokale Medien aus dem am Montag in Tokio veröffentlichten 507-Seiten-Bericht. Tepco selbst hatte behauptet, keine Fehler im Umgang mit dem Unglück gemacht zu haben. Laut Bericht aber trägt der Atomanlagenbetreiber Verantwortung für die Katastrophe.

Kommentare (5)

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Elof

27.12.2011, 08:56 Uhr

Wenn der Staat darüber entscheidet welches Umfeld und wie viele Anspruchsberechtigt sind, muss auch der Staat dafür gerade stehen !

Haben wir nicht auch eine Industrie die von vornherein mit dem Pleitegeier kämpfte und bei der es abzusehen war das sie ohne kräftige Subventionen von Vater Staat nicht überleben können , mit unser aller Steuergelder am Leben erhalten ? Hoffentlich hat das nun bald ein ende und die Solarindustrie kann selbstständig arbeiten , wenn nicht , sollte es keine weitere Insolvenzverschleppung geben dürfen !!!

Account gelöscht!

27.12.2011, 09:58 Uhr

Schaut euch das nur genau an.Das kostet Atomkraft wirklich.
Traurig,dass es solche Beispiele braucht,bis auch der letzte Betonkopf kapiert,aber anders scheint es nicht zu funktionieren."Wer nicht hören will....!"

Account gelöscht!

27.12.2011, 10:02 Uhr

Schließlich ist die Atomindustrie ja gänzlich ohne staatliche Hilfe auf die Beine gekommen und hat sich,auch Dank der 100%tigen Akzeptanz durch die Bevölkerung von Anfang an gerechnet.Nicht wahr?
Nein eben nicht wahr!

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