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27.03.2014

10:40 Uhr

Entscheidung bei Bahntechnik-Hersteller

Vossloh trennt sich von eigenen Aktien und räumt Bilanz auf

Das Aktienpaket sollte verhindern, dass einflussreiche Großinvestoren zu viel Macht erlangen. Doch jetzt braucht Vossloh die Selbstbeteiligungen nicht mehr – und macht sich mit den freien Mitteln an den Schuldenabbau.

Statt strategische Aktienpakete zu horten, will Vossloh jetzt wieder in die Kernarbeit des Unternehmens investieren und Schulden abbauen. ddp

Statt strategische Aktienpakete zu horten, will Vossloh jetzt wieder in die Kernarbeit des Unternehmens investieren und Schulden abbauen.

DüsseldorfDer Bahntechnik-Konzern Vossloh hat sich von seinen eigenen Aktien getrennt und dafür 91 Millionen Euro erhalten. Die Papiere – knapp zehn Prozent des Kapitals – wurden über Nacht an institutionelle Investoren verkauft, wie das Unternehmen aus dem westfälischen Werdohl am Donnerstag mitteilte. Die 1,3 Millionen Papiere hatten für Vossloh an Bedeutung verloren. Der Vorstand hatte sie einst eingekauft, um den Knorr-Bremse-Eigentümer Heinz Hermann Thiele abzuwehren, der sich bei dem Konzern eingekauft hatte. Doch Thiele gewann den Machtkampf mit der Gründerfamilie und hält inzwischen knapp 30 Prozent an Vossloh. Die Familienaktionäre hatten schon im November einen Großteil ihres Aktienpakets auf den Markt geworfen.

Platziert wurden die Vossloh-Aktien aus dem Eigenbestand des Unternehmens zu einem Preis von 69 Euro, mit einem niedrigen Abschlag von 2,3 Prozent zum Schlusskurs vom Mittwoch. Am Donnerstag lagen die Vossloh-Papiere bei 69,75 Euro. Organisiert wurde der Verkauf von der Berenberg Bank, die bereits die Aktien der Familie platziert hatte. In Finanzkreisen hieß es, viele der Papiere seien an Käufer aus Großbritannien gegangen, die größte Order sei aus den USA gekommen. Thiele habe keine weiteren Aktien gekauft.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Das Geld aus dem Aktienverkauf will Vossloh eigenen Angaben zufolge nutzen, um seine Schulden von zuletzt rund 200 Millionen Euro zu senken. Thiele, inzwischen Aufsichtsratschef bei Vossloh, hatte angesichts sinkender Gewinne im Februar die Notbremse gezogen und den Vorstand ausgetauscht. Neuer Vossloh-Chef wird der ehemalige Siemens -Manager und Eisenbahnexperte Hans Schabert. Der zunehmende Preisdruck hatte Vossloh im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch beschert. Trotz eines Umsatzzuwachses von sechs Prozent auf 1,3 Milliarden Euro sackte der Überschuss um drei Viertel auf 15 Millionen Euro ab. Die Aktionäre müssen sich mit einer Dividende von 50 Cent je Aktie begnügen. Ein Jahr zuvor waren noch zwei Euro ausgeschüttet worden.

Von

rtr

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