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26.08.2016

06:42 Uhr

Entscheidung über Aufsichtsrat-Besetzung

Was Sie über die Stada-Hauptversammlung wissen müssen

VonSiegfried Hofmann

Die Hauptversammlung des Arzneimittelherstellers Stada wird richtungsweisend für den Konzern: Es steht eine Kampfabstimmung über den Aufsichtsrat bevor. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Bei der Hauptversammlung des Pharmaherstellers steht eine Kampfabstimmung über die Besetzung des Aufsichtsrats an. dpa

Entscheidung bei Stada

Bei der Hauptversammlung des Pharmaherstellers steht eine Kampfabstimmung über die Besetzung des Aufsichtsrats an.

FrankfurtWarum ist die HV von Stada so spannend?
Es geht in der Hauptversammlung von Stada letztlich um eine richtungweisende Entscheidung über die künftige Führung und Ausrichtung des viertgrößten Pharmaherstellers mit Firmensitz in Deutschland. Es steht eine Kampfabstimmung über die Besetzung des Aufsichtsrats bevor, deren Ausgang im Vorfeld der HV aber schwer abzuschätzen ist.

Wer sind die Gegner?
Als maßgebliche Kontrahenten stehen sich der Stada-Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Martin Abend auf der einen und der aktivistische Investor Active Ownership Capital (AOC) auf der anderen Seite gegenüber.

Welche Entscheidungen stehen konkret an?
Die wichtigste Entscheidung betrifft die Neubesetzung des Aufsichtsrates. Im Prinzip stehen sich zwei konkurrierende Wahlvorschläge gegenüber. Stada schlägt die Wahl von vier neuen Vertretern für den AR vor. Prominentester AR-Kandidat auf der Liste von Stada ist dabei Opel-Marketing-Vorstand Tina Müller (47). Ferner sollen der Amgen-Manager Rolf Hoffmann (57), die frühere Geschäftsführerin des Medikamenten-Lohnhersteller Aenova, Birgit Kudlek (49) und der ehemalige Bayer Crop-Science-Manager Gunnar Riemann (58) neu in das Gremium einziehen.

Welche Kandidaten schickt Active Ownership ins Rennen?
AOC will im Gegensatz zur Verwaltung alle sechs Vertreter der Kapitalseite austauschen und schlägt dazu in einem Gegenantrag zur HV auch die Abwahl von Martin Abend (53)und Carl Ferdinand Oetker (43) vor. Für Abend soll der Novartis-Manager Eric Cornut, für Oetker die Bundesbahn-Managerin Ursula Schütze-Kreilkamp in den Stada-AR einziehen. AOC schlägt außerdem auch Gegenkandidaten zu den von Stada nominierten Kandidaten Birgit Kudlek und Gunnar Riemann vor. An deren Stelle sollen der frühere Novartis- und Glaxo-Manager Hans-Helmut Fabry und der ehemalige Hexal-Finanzchef Klaus J. Krauth in den Stada-AR gewählt werden.

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Seit Monaten dauert der Machtkampf zwischen dem Investor Active Ownership Capital und der Führung des Pharmaherstellers nun schon an. Auf der Hauptversammlung könnte es zum Showdown kommen.

Welche weiteren wichtigen Entscheidungen stehen an?
Weitere wichtige Entscheidungen sind die Abstimmung über ein neues Vergütungssystem für Stada sowie über die Abschaffung der vinkulierten Namensaktien. Während das Vergütungssystem ebenfalls umstritten ist, wird die Abschaffung der Vinkulierung sowohl von der Stada-Führung als auch von den Opponenten befürwortet.

Was bedeutet die Abschaffung der Vinkulierung?
Das würde bedeuten, dass eine Übertragung von Stada-Aktien künftig nicht mehr, wie bisher, vom Vorstand des Unternehmens genehmigt werden muss. Branchenkenner und Finanzexperten glauben, dass dieser Beschluss eine Übernahme von Stada in Zukunft erleichtern wird. Vor allem angelsächsische Investoren, heißt es, hab dieses Instrument abgeschreckt, obwohl der Stada-Vorstand bisher Übertragungen routinemäßig genehmigt hat.

Welche Mehrheiten sind für die Wahl der AR-Mitglieder erforderlich?
Laut Satzung der Stada genügt für die Beschlüsse eine einfache Mehrheit auf der Hauptversammlung.

Wie sieht die aktuelle Aktionärsstruktur von Stada aus?
Der letzten Aktionärserhebung des Unternehmens zufolge, befinden sich noch 36 Prozent des Kapitals im Besitz deutscher Aktionäre, darunter Ärzte und Apotheker, die noch etwa einen Anteil von zehn Prozent halten. Rund 35 Prozent der Aktien liegen bei US-Investoren, weitere knapp 30 Prozent bei Aktionären im europäischen Ausland. Insgesamt 68 Prozent des Kapitals halten institutionelle Investoren.

Wer steht hinter AOC?
Active Ownership Capital wurde von Klaus Röhrig und Florian Schuhbauer gegründet, der zuvor Manager beim Private-Equity-Unternehmen Triton tätig war. Die Gesellschaft wird nach eigenen Angaben von europäischen Unternehmerfamilien und ausgewählten institutionellen Investoren finanziert und verwaltet einen dreistelligen Millionenbetrag.

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