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12.01.2005

07:40 Uhr

Entscheidung über Einstieg bei niederländischem Werk kommt nicht vor April

Daimler-Chrysler lässt Partner Mitsubishi schmoren

VonCarsten Herz

Daimler-Chrysler hat die Entscheidung über einen Einstieg beim niederländischen Werk Nedcar des japanischen Partner Mitsubishi Motors (MMC) auf die lange Bank geschoben. Der Konzern will erst bis April Vertriebs- und Produktionsstrategie der defizitären Marke Smart überdenken.

DETROIT. „Wir sind nicht gezwungen, ein Ergebnis zu erzielen, bevor wir Klarheit über das Gesamtkonzept bei Smart haben“, sagte der neue Mercedes-Chef Eckhard Cordes dem Handelsblatt am Rande der Autoshow in Detroit.

Cordes und der neue Smart-Chef Ulrich Walker wollen bis April die Vertriebs- und Produktionsstrategie der defizitären Marke überdenken. Ursprünglich hatte Daimler angepeilt, bereits im abgelaufenen Jahr eine Beteiligung am Werk Nedcar zu erwerben, in dem außer dem Mitsubishi Colt der Smart-Viertürer Forfour gefertigt wird.

Die Deutschen hatten schon vor Monaten zugesichert, 50 Prozent der Gesellschaft zu übernehmen. Der klamme japanische Autobauer würde jedoch gerne einen größeren Anteil abtreten, wie MMC-Chef Yoichiro Okazaki jüngst bekräftigt hatte. Das Werk Nedcar war ursprünglich gemeinsam von Mitsubishi Motors und Volvo gegründet worden. Nach dem Einstieg der Stuttgarter bei MMC zogen sich die schwedische Tochter des Ford-Konzerns jedoch zurück und gab ihren 50 Prozent Anteil an MMC ab.

Ursprünglich sollte Daimler- Chrysler schon im Sommer 2004 den Anteil übernehmen. Der überraschende Rückzug der Stuttgarter bei ihrem japanischen Partner verhinderte dies aber zunächst.

Die Probleme der Tochter Smart werden nach Einschätzung von Experten im laufenden Jahr die Merce- des-Gruppe nicht aus der Bahn werfen. Auto-Analysten rechnen mit einem leichten operativen Gewinnwachstum im laufenden Jahr auf 2,4 Mrd. Euro. Cordes wollte sich zur Entwicklung des Gewinns nicht äußern. Mit einem neuen Sparprogramm werde Mercedes jedoch sicherstellen, dass trotz des starken Dollars angemessene Gewinne erzielt würden, betonte er.

Die Mercedes-Gruppe, langjährige Ertragsperle von Daimler- Chrysler, hatte im dritten Quartal 2004 überraschend einen operativen Gewinneinbruch von mehr als 60 Prozent verkraften müssen und hat im abgelaufenen Jahr nach Einschätzung von Experten nur noch ein Ergebnis um zwei Mrd. Euro einfahren, nach noch 3,1 Mrd. Euro im Vorjahr. Mehrere Modellwechsel, Qualitätsmängel und massive Probleme bei der Mercedes-Tochter Smart machen der Stuttgarter Vorzeigemarke zu schaffen.

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