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27.01.2011

16:29 Uhr

Enttäuschende Zahlen

Pharma-Branche schwächelt im Schluss-Quartal

VonSiegfried Hofmann

Die Pharmabranche hat im Schluss-Quartal 2010 offenbar weiter an Schwung verloren. Das zeichnet sich ab, nachdem inzwischen gut ein Drittel der führenden Firmen ihre Zahlen vorgelegt haben. So warteten neben Novartis gestern auch Astra-Zeneca und Eli Lilly mit eher schwachen Umsatzzahlen und einem gedämpften Ausblick für 2011 auf.

Bei Novartis war gut nicht gut genug. Quelle: dpa

Bei Novartis war gut nicht gut genug.

FRANKFURT. Im Prinzip setzte sich damit ein Trend fort, der in den vergangenen beiden Tagen bereits aus den Zahlen der US-Pharmaanbieter Johnson & Johnson, Abbott und Gilead herauszulesen war. Bei ihnen fielen die operativen Wachtumsraten und Erträge durchweg schwächer aus, als in den ersten drei Quartalen.

Patentabläufe und Einbußen aufgrund von Gesundheitsreformen bremsen das Geschäft. Zudem fehlen bei etlichen Firmen die Sonderumsätze mit Grippemitteln und Impfstoffen, die sich 2009 noch aufgrund der Pandemie-Vorsorge ergaben.

Novartis

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis konnte für das vierte Quartal zwar einen kräftigen Umsatzanstieg um zehn Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar ausweisen. Der operative Gewinn sank jedoch um sechs Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar, der Nettogewinn um zwei Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar, bedingt vor allem durch diverse Sonderbelastungen. Der kräftige Umsatzanstieg resultiert im wesentlichen aus der erstmaligen Konsolidierung des Augenheilkunde-Spezialisten Alcon, den Novartis im September mehrheitlich übernommen hat.

Ohne den Alcon-Effekt wäre der Umsatz des Baseler Konzerns im vierten Quartal gesunken. Grund dafür ist vor allem durch ein drastischer Umsatzrückgang um rund eine Milliarde Dollar in der Impfstoffsparte. Hier hatte der Konzern im Vorjahr noch umfangreiche Verkäufe von Grippeimpfstoffen verbucht, die sich 2010 nicht wiederholten.

Die Pharmasparte von Novartis legte währungsbereinigt noch um vier Prozent auf acht Milliarden Dollar zu, gegenüber einem Plus von sieben Prozent in den ersten neun Monaten. Für das kommende Jahr stellt Novartis-Chef Joseph Jimenez ein Wachstum der Pharmaerlöse um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz in Aussicht.

Der Schweizer Konzern konnte in den vergangenen beiden Jahren zwar eine Serie von Zulassungserfolgen verbuchen, unter anderem mit neuen Mitteln gegen Krebs, Bluthochdruck und Multiple Sklerose, die inzwischen solides Wachstum liefern.

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