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21.01.2005

09:27 Uhr

Industrie

Eon Ruhrgas kritisiert Kartellamt

Der Vorstandschef der Eon Ruhrgas AG, Burckhard Bergmann, hat die Pläne des Bundeskartellamts scharf zurückgewiesen, die bislang üblichen langfristigen Verträge der Importeure mit Kommunalversorgern zu öffnen. „Die Vorstellungen des Kartellamtes sind nicht marktgerecht und kontraproduktiv hinsichtlich der Versorgungssicherheit“, sagte Bergmann gestern auf der Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft 2005 in Berlin.

HB juf/BERLIN. Die Importeure könnten den Gasbezug mit den internationalen Produzenten nur dann über langfristige Verträge sichern, wenn sie ihrerseits mit ihren Kunden solche langfristige Verträge vereinbaren könnten.

Das Bundeskartellamt geht zurzeit gegen die bisher üblichen Geschäftsbeziehungen zwischen den großen Lieferanten und den Kommunalversorgern vor (Handelsblatt vom 17. Januar 2004) . Die Langfristverträge, die zum Teil über Jahrzehnte laufen und die Kommunalversorger faktisch exklusiv an die Lieferanten binden, führen nach Auffassung der Behörde zu einem verschlossenen Markt. Die Behörde hat ein Grundsatzpapier erarbeitet, nach dem keine Verträge mehr erlaubt sein sollen, die zwei Jahre und länger laufen und 80 Prozent des Kundenbedarfs decken. Ab einer Laufzeit von vier Jahren darf der Lieferanteil 50 Prozent nicht übersteigen.

Bergmann bezeichnete die Pläne als „sehr restriktiv“. Sie würden die Gestaltungsfreiheit der Unternehmen deutlich beeinträchtigen. Die Langfristverträge seien unter anderem nötig, weil auf die Importeure große Absatzrisiken zukämen. Beispielsweise sei unklar, ob Gas tatsächlich wie erwartet stärker in den Kraftwerken zum Einsatz komme.

Rainer Seele, Geschäftsführer der Wingas GmbH, die neben Marktführer Eon Ruhrgas einer der größten Importeure ist, begrüßte dagegen die Initiative des Kartellamts: „Ich sehe keine logische Konsequenz, dass wir die langfristigen Verträge der Importstufe eins zu eins im Markt duplizieren.“ Ein Kunde solle sich zwar langfristig absichern können, wenn er das ausdrücklich wolle, er dürfe aber nicht in eine „langfristige Gefangenschaft“ geraten.

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