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03.06.2011

16:10 Uhr

Eon und EnBW

Moody's nimmt Atomkonzerne ins Visier

Der beschleunigte Ausstieg aus der Atomkraft und das Festhalten an der Brennelementesteuer wird die Gewinne der deutschen Kraftwerksbetreiber deutlich schmälern. Die Ratingagentur Moody's zieht daraus ihre Schlüsse.

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Unterfranken. Quelle: dpa

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Unterfranken.

DüsseldorfNach der Atomwende der Bundesregierung nimmt die Ratingagentur Moody's die Bonität der AKW-Betreiber unter die Lupe. Die Agentur teilte am Freitag mit, Ratings von Eon auf eine Herabstufung zu prüfen. Den Ausblick für den Konkurrenten EnBW senkte Moody's zugleich auf "negativ" von "stabil".

Die Agentur verwies bei beiden Konzernen auf die Beschlüsse der Bundesregierung, die sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke und den Meiler in Krümmel stillzulegen. Dies setze die Gewinnaussichten der Energiekonzerne weiter unter Druck.

Eon muss nach dem Willen der Bundesregierung die Meiler Isar 1 und Unterweser vom Netz lassen. Hinzu kommen die AKW in Brunsbüttel und Krümmel, an denen die Düsseldorfer beteiligt sind. EnBW verliert mit dem Aus für Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 zwei seiner vier Reaktoren.

Die beschleunigte Energiewende verursacht überdies bei den großen deutschen Kernkraftbetreibern einer Studie zufolge Vermögensschäden von bis zu 22 Milliarden Euro. Rund ein Viertel der Marktkapitalisierung von Eon und RWE gingen durch den Beschluss der schwarz-gelben Koalition, bis 2022 alle Atommeiler abzuschalten und die ältesten Kernkraftwerke ab sofort endgültig vom Netz zu nehmen, verloren. Das schrieben Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in einer Studie, über die das Handelsblatt berichtete.

Kommentare (3)

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wollefisch

03.06.2011, 17:16 Uhr

Haben die AKW-Betreiber auch genug Rücklagen, um die stillgelegten AKW´s dann unverzüglich abzubauen (je AKW weit über 20 Jahre)? Haben die AKW-Betreiber auch Lager für den Atommüll???
Mit dem Abschalten wird ein AKW nicht ungefährlich - erst nach dem vollständigen Rückbau und einer Endlagerung des Atommülls!!!!

moenderman

03.06.2011, 19:27 Uhr

Mit steigender Schwankung steigen erfahrungsgemäß die Preise. Das ist bei Optionen der Fall und ebenso bei Strompreisen. Ich denke, dass Eon, RWE und Co. nicht tatenlos 10 Jahre herumsitzen werden, um dann den Wettbewerbern das Feld zu überlassen, weil ihre Paradekraftwerke dann abgeschaltet sind. Vor diesem Hintergrund und der Scheuklappen dieser ominösen Vernichtungs- äh Ratingagentur Moody's sind die Versorger eher für eine Turnaroundstory gut. Wenn Grundlasten durch Gas- und Kohlekraftwerke gedeckt werden müssen, steigen die Preise. Und Deutschland mit Ökoenergie vollends zu versorgen ist ohne eine massive Subventionierung sämtlicher alternativer Energien gar nicht möglich. Never forget the big picture.

Account gelöscht!

03.06.2011, 21:13 Uhr

Das wird noch "lustig", wen rauskommt das die Rücklagen dafür bei weitem nicht ausreichen.

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