Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.03.2014

14:54 Uhr

Erfolg mit SUVs

Die versteckten BMW-Riesen

VonLukas Bay

Mit seinen Elektromodellen gilt BMW als Vorreiter bei den alternativen Antrieben. Geld verdient der Konzern aber vor allem mit dicken Geländewagen. Ein neuer Spritfresser soll bereits in Planung sein.

Autohersteller

Womit BMW seinen Rekordgewinn macht

Autohersteller: Womit BMW seinen Rekordgewinn macht

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

MünchenDie Präsentation der neuen Bilanzergebnisse von BMW-Chef Norbert Reithofer beginnt mit einem funkelnden Blick: die leuchtend weißen Laserlichter des Hybrid-Sportwagens i8 leiten einen optimistischen Jahresbericht ein. Der Rekordgewinn von 9,7 Milliarden Euro soll noch einmal übertroffen werden, verspricht Reithofer. Zwei Millionen Fahrzeuge will er im laufenden Jahr verkaufen, 16 neue Modelle bringt der Autobauer dafür auf den Markt.

Unter anderem den i8, einen leichter Supersportler mit Hybridantrieb und theoretisch unfassbarer Effizienz. Glaubt man Reithofer, ist er ein Blick in die Zukunft von BMW. „Er zeigt die Stärke unseres Unternehmens“. Bei der Bilanzpressekonferenz spielt er darum die Hauptrolle, in der Zulassungsstatistik aber wahrscheinlich nur eine Nebenrolle.

Denn die Gegenwart von BMW ist noch nicht elektrisch: Die Rekordgewinne fahren derzeit noch nicht die futuristischen BMW-i-Modelle ein, sondern die X-Reihe. Sie machen mittlerweile rund ein Viertel des Gesamtabsatzes von BMW aus – und versprechen wegen ihrer hochwertigen Ausstattung eine bessere Rendite als viele andere Modelle.

Die Bestseller von BMW

Platz 10

X6 - 36.668 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2013

Das Crossover aus SUV und Coupé wurde 2012 überarbeitet und verfügt serienmäßig über einen Allradantrieb. Bei den Kunden verkaufte sich das Dickschiff im Jahr 2013 um 16 Prozent schlechter.

Platz 9

7er - 56.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Luxuslimousine von BMW konkurriert mit der neuen S-Klasse und dem Audi A8. Im vergangenen Jahr verkaufte sich das Spitzenmodell schlechter. Der Verkäufe sanken um 5,4 Prozent.

Platz 8

Mini Countryman - 101.897 verkaufte Fahrzeuge

Der kleine Crossover der britischen Tochter wird im BMW-Auftrag vom österreichischen Zulieferer Magna Steyr gefertigt. Im Jahr 2013 stagnieren die Verkäufe mit einem leichten Minus von 0,4 Prozent.

Platz 7

X5 - 107.231 verkaufte Fahrzeuge

Der dritte Generation des SUVs ging erst im vergangenen Jahr an den Start. Die Verkäufe im zweiten Halbjahr sanken trotzdem leicht um 1,2 Prozent.

Platz 6

Mini Hatch - 128.498 verkaufte Fahrzeuge

Der Klassiker ist auch in seiner Neuauflage seit Jahren ein Verkaufsschlager. Im vergangenen Jahr schrumpfte der Absatz trotzdem um 2,3 Prozent.

Platz 5

X3 - 157.303 verkaufte Fahrzeuge

Es gibt kaum ein Segment im Automarkt, das derart boomt wie die Kompakt-SUVs. Davon sichert sich BMW ein dickes Stück. Im Jahr 2013 steigen die Verkäufe um 5 Prozent, damit macht der kompakte Geländewagen zehn Prozent des BMW-Umsatzes aus.

Platz 4

X1 - 161.353 verkaufte Fahrzeuge

Seit 2012 wird der kleinste SUV von BMW auch in China produziert. Um satte 9,2 Prozent legten die Verkäufe im Gesamtjahr zu.

Platz 3

1er - 213.611 verkaufte Fahrzeuge

Die Kompaktklasse war jahrelang ein Zugpferd des Wachstums. Mittlerweile sinkt der Absatz aber wieder. Im Jahr 2013 gingen die Verkäufe um 5,8 Prozent zurück. 72 Prozent aller verkauften 1er sind Fünftürer.

Platz 2

5er - 366.992 verkaufte Fahrzeuge

Die Mittelklasse bei BMW kommt in drei Varianten daher. Limousine, Touring und Gran Turismo verkauften sich im Jahr 2013 insgesamt um 2,2 Prozent besser.

Platz 1

3er - 500.332 verkaufte Fahrzeuge

Der Bestseller von BMW kommt mittlerweile in fünf Varianten daher. Limousine, Touring, Coupé, Cabrio und Gran Turismo verkaufen sich 30,2 Prozent besser als im Vorjahr. Den Großteil machen Limousine und Touring-Varianten aus.

Vom kompakten BMW X1, der sich mit 161.300 Exemplaren rund 9,2 Prozent besser verkauft als im Vorjahr über den X3, der mit 157.300 verkauften Fahrzeugen (plus fünf Prozent) nur knapp darüber liegt, bis zu Geländewagen, die von Energieeffizienz wie Reithofer sie propagiert oft noch weit entfernt sind.

Das derzeitige Spitzenmodell der X-Reihe, der BMW X6, hat es in sich: Um die 2,1 Tonnen des Monstermobils auf Touren zu  bringen, schlummert unter der Motorhaube in der Top-Version ein V8-Turbo-Benzinmotor für den der Hersteller mit PS-Poesie wirbt: „Schon ein kurzer Tritt auf das Gaspedal genügt, um die Kraft dieses Motors zu entfesseln“ – und nebenbei ordentlich CO2 in die Luft zu blasen. 292 Gramm pro Kilometer, Energieeffizienzklasse G. So lautet die desaströse Bilanz.

Natürlich: auch für den X6 bietet BMW-Motoren mit weniger Leistung an. Doch selbst der effizienteste Sechszylinder-Dieselmotor für das Modell kommt immer noch auf einen CO2-Ausstoss von 198 Gramm pro Kilometer – und liegt damit deutlich über dem bald gesetzlich vorgeschriebenen Durchschnittswert in der EU. Bis 2021 müssen es 95 Gramm sein.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.03.2014, 15:56 Uhr

Spritfresser? Warum sind deutsche Entwickler/Experten nicht gewillt die Forderung nach einem Minimalverbrauch zu erfüllen? Wieso bedeutet SUV immer Vernichtung der Umwelt, obwohl gerade die SUVs die Wünsche für ältere Menschen erfüllen? Alte Leute können/wollen nicht auf der Straße sitzen ( Sportwagen)!! Setzen Sie einmal (neutrale Bewertung, in einem Sportwagen und dann in einem SUV? Wer ist besser für einen Älteren/Behinderten geeignet??

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×