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13.05.2014

17:18 Uhr

Erfolgreiche Übernahme

VW schluckt Scania komplett

Die Geduld von Volkswagen hat sich ausgezahlt: Nach verlängerter Frist haben ausreichend viele Scania-Aktionäre das Übernahmeangebot der Wolfsburger akzeptiert. Ein schwedischer Fonds soll umgestimmt worden sein.

Übernahme nach Verlängerung

VW übernimmt das Steuer bei Scania

Übernahme nach Verlängerung: VW übernimmt das Steuer bei Scania

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WolfsburgEuropas größter Autobauer Volkswagen befreit sich in seiner Nutzfahrzeugsparte von einem entscheidenden Bremsklotz. Die Wolfsburger schlucken ihre schwedische Lkw-Tochter Scania wie geplant komplett und dürfen sie von der Börse nehmen. Damit sichert sich der Konzern den vollen Zugriff auf Scania, er hat in Schweden künftig ohne die restlichen Minderheitsaktionäre das alleinige Sagen. Mit der geglückten Komplettübernahme ist der Weg nun frei für eine engere Allianz im VW-Nutzfahrzeuggeschäft, zu dem neben Scania auch der Münchner Lkw-Bauer MAN und die Marke VW-Nutzfahrzeuge gehören.

Vorstandschef Martin Winterkorn sprach am Dienstag von einer „guten Nachricht für den ganzen Volkswagen-Konzern“. Am Morgen - pünktlich zum Start seiner Hauptversammlung in Hannover - hatte Volkswagen die erlösende Nachricht erhalten. Der schwedische Fonds Alecta erklärte, die Offerte der Wolfsburger anzunehmen. Er hält gut zwei Prozent am Scania-Kapital. Das Okay kam drei Tage vor dem Ablauf der Ende April verlängerten Angebotsfrist, mit der VW um die Papiere wirbt.

„Wir freuen uns, dass die Aktionäre von Scania unser sehr attraktives Angebot im erforderlichen Umfang angenommen haben“, ließ Winterkorn erklären. VW hatte bis Ende April Zugriff auf 88,25 Prozent aller Scania-Papiere und verlängerte die Angebotsfrist um drei Wochen, um über die notwendige Schwelle von 90 Prozent der Anteile zu kommen.

Die größten Lkw-Bauer der Welt

Platz 10

Weichai Power - Shaanxi (China) - 104.100 neu zugelassene Fahrzeuge in 2013

Die Sinotruk-Tochter gehörte zu den ersten Firmen, die in China Dieselmotoren produzierte. In Deutschland wurde das Unternehmen durch seinen Einstieg beim Gabelstaplerhersteller Kion bekannt.

Quelle: IHS Automotive

Platz 9

Tata (Indien) - 133.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Mutterkonzern von Jaguar und Land Rover gehört auch im Nutzfahrzeugbereich zu den ganz Großen. Insbesondere im Heimatmarkt spielt das Unternehmen eine führende Rolle.

Platz 8

BAIC - Foton (China) - 136.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Daimlers Schlüssel zum chinesischen Markt ist auch die Kooperation mit den Chinesen. Mit dem Lkw-Bauer Foton, der zum Reich von BAIC gehört, betreiben die Stuttgarter seit 2012 das Joint-Venture BFDA.

Platz 7

Paccar (USA) - 139.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Hersteller aus Bellevue, Washington, baute im Zweiten Weltkrieg noch Panzer. Durch mehrere Übernahmen gehören die Amerikaner zu den Weltmarktgrößen im Lkw-Bereich.

Platz 6

CNHTC - Sinotruk (China) - 150.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Der hinesische Lkw-Produzent beherrscht rund 20 Prozent des heimischen Marktes. Seit 2009 hält der deutsche Lkw-Bauer MAN 25 Prozent an den Chinesen.

Platz 5

Volvo Trucks (Schweden) - 177.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Aus Göteborg in die Welt: Bei den ganz schweren Jungs gehören die Schweden zu den größten in Europa. Seit 2011 werden die Volvo Lastwagen auch in den USA gebaut.

Platz 4

Volkswagen (Deutschland) - 178.500 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit den Marken MAN und Scania unter ihrem Dach schaffen es die Wolfsburger im weltweiten Vergleich auf die oberen Ränge. Geht es nach den Plänen des Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch soll das Duo die Weltspitze erobern.

Platz 3

First Automotive Works (China) - 180.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit mehreren internationalen Herstellern unterhalten die Chinesen Joint Ventures, darunter Volkswagen und Toyota. Auch bei den Lastwagen gibt der Konzern, der einst mit sowjetischer Hilfe aus der Taufe gehoben wurde, den Ton an.

Platz 2

Dongfeng (China) - 264.400 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Ostwind, wie die Marke übersetzt heißt, bläst weiter kräftig. Im Segment der mittelgroßen Lkw beherrscht das Unternehmen den wachsenden Heimatmarkt. Nur ein Konzern verkauft noch mehr Lastwagen.

Platz 1

Daimler (Deutschland) - 355.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Neue Modelle geben dem Marktführer neuen Rückenwind - auch weil die Stuttgarter mit ihren internationalen Marken Freightliner, Fuso und Barat Benz auch international gut aufgestellt sind.

Seitdem hatte ein weiterer Investor mit 0,4 Prozent der Aktien dem Angebot zugestimmt, was aber zunächst noch nicht reichte. Je Anteilsschein bietet der Konzern 200 Kronen oder insgesamt 6,7 Milliarden Euro. Dass dieses Angebot nicht mehr erhöht werden würde, davon überzeugte VW offenbar die noch skeptischen Aktionäre - etwa den schwedischen Pensionsfonds Alecta, der 2,04 Prozent der Scania-Aktien besitzt. Der Aktionär hatte die Offerte zunächst als zu niedrig abgelehnt, am Dienstag aber erklärt, das Angebot nun doch annehmen zu wollen. „Nach erneuten Gesprächen mit Volkswagen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass ein höherer Preis nicht erzielt werden kann“, hieß es zur Begründung.

Auch wenn das Angebot nicht dem wirklichen Wert von Scania entspreche, sei es akzeptabel. Später teilte auch der mit 0,6 Prozent beteiligte Staatsfonds AP4 mit, die Offerte nun anzunehmen. Insgesamt wollen sich die Niedersachsen die Komplettübernahme 6,7 Milliarden Euro kosten lassen.

Mit Scania und MAN haben die Wolfsburger für dieses Ziel eigentlich zwei starke Lkw-Bauer im Konzern, wenn die Elefanten ihre Kräfte bündeln würden. Doch bisher stockt die Zusammenarbeit nicht nur, die Münchener und die Schweden beäugen sich äußerst skeptisch – obwohl bei MAN mit Anders Nielsen ein ehemaliger Scania-Manager im Chefsessel sitzt. Und auch die Zusagen aus Wolfsburg, die Unabhängigkeit der Schweden zu bewahren, halfen bisher wenig.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

13.05.2014, 11:17 Uhr

ein alter Spruch sagt ja:

"Leg dich mit Piech an und du hast verloren"

Account gelöscht!

13.05.2014, 14:00 Uhr

Das alte Scania-Management wollte wohl wissen, wie weit es gehen kann. - Bei ausreichender Kooperation mit VW und MAN hätte es seine Posten behalten. Das wird jetzt wohl nicht der Fall sein.
Insgesamt eine nötige Maßnahme, denn nun können bald die Synergien erarbeitet werden.

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