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13.12.2014

15:21 Uhr

Erfolgreicher Windturbinenbauer

Nordex macht Hoffnung auf Dividende

Nordex hat seinen Anteilseignern Hoffnung auf eine Dividende gemacht. Der Windturbinenbauer legte zuletzt ein rasantes Wachstum hin. Davon profitiert auch eine BMW-Erbin.

Ein Arbeiter mit Naben für Windkraftanlagen  in der Montagehalle des Windanlagenbauers Nordex in Rostock: Das Unternehmen korrigierte bereits zwei Mal die Jahresplanungen nach oben. dpa

Ein Arbeiter mit Naben für Windkraftanlagen in der Montagehalle des Windanlagenbauers Nordex in Rostock: Das Unternehmen korrigierte bereits zwei Mal die Jahresplanungen nach oben.

FrankfurtDer Windturbinenbauer Nordex schürt Spekulationen auf eine Dividende. „Wir werden darüber nachdenken, aber ich kann heute noch keine Dividende versprechen“, sagte Finanzchef Bernard Schäferbarthold der „Börsen-Zeitung“ (Samstagausgabe). Das Unternehmen wolle alle Investoren langfristig durch gute Ergebnisse an Nordex binden. „Dividenden könnten uns dabei weiterhelfen“, sagte Schäferbarthold. Größter Anteilseigner von Nordex ist die BMW-Erbin Susanne Klatten mit ihrer Beteiligungsgesellschaft Skion, die 22,8 Prozent hält.

Nordex hatte Mitte November angesichts prall gefüllter Auftragsbücher seine Ziele für 2014 zum zweiten Mal angehoben. Der Umsatz soll um rund zehn Prozent auf 1,65 bis 1,75 (Vorjahr: 1,5) Milliarden Euro steigen, die operative Rendite soll den oberen Bereich des Zielkorridors von 4,5 bis 5,0 Prozent erreichen. Rein rechnerisch würde sich der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) damit auf bis zu 87,5 Millionen Euro verdoppeln.

Auch in den kommenden Jahren peilt Nordex Wachstum an. „Als Umsatzziel streben wir bis 2017 rund zwei Milliarden Euro an, pro Jahr würden wir dementsprechend um durchschnittlich acht Prozent zulegen“, sagte Schäferbarthold. Die operative Rendite (Ebit-Marge) soll sieben bis acht Prozent erreichen.

Zukäufe schloss er nicht aus. „Allerdings ist es noch zu früh, um konkreter zu werden“, sagte Schäferbarthold. „Wir prüfen, ob wir unser Geschäftsmodell anreichern, breiter aufstellen sollen“, sagte der Finanzchef, ohne Details zu nennen.

Die wichtigsten Fakten zum deutschen Gütesiegel

Ursprung in Großbritannien

Die Bezeichnung „Made in Germany“ - in Deutschland hergestellt - war ursprünglich als Schutzmaßnahme für die britische Wirtschaft gedacht. Nach dem 1887 erlassenen britischen Handelsmarkengesetz mussten alle nach Großbritannien eingeführten Waren als ausländische Erzeugnisse gekennzeichnet sein.

Schutz vor den Deutschen

Das Gesetz zielte hauptsächlich gegen die aufstrebende deutsche Industrie, die britische Industriemarken kopierte. Dem britischen Käufer sollte so vermeintlich „schlechte und billige“ Massenware angezeigt werden, damit er sie schnell von einheimischer Ware unterscheiden konnte.

Symbol der Zuverlässigkeit

Schon bald wurde die Bezeichnung allerdings zu einem Symbol für Zuverlässigkeit und Qualität, gegen das auch das Motto „Buy British“ nicht ankam. Die deutsche Wirtschaft entschloss sich, das Qualitätssiegel „Made in Germany“ auch beim Export in Länder zu nutzen, die eine solche Ursprungsbezeichnung nicht forderten.

Die Zeit der Teilung

Die Teilung Deutschlands führte zu Problemen: Die Bezeichnung „Made in Germany“ wurde auch für DDR-Unternehmen zugelassen. Die West-Firmen wollten keine Verwechslung aufkommen lassen und änderten die Bezeichnung nach einem entsprechenden Urteil des Bundesgerichtshofs von 1974 in „Made in West Germany“. Einige Jahre nach der deutschen Einheit war der West-Hinweis wieder verschwunden.

Intervention aus Brüssel

Die Europäische Kommission stellte im Jahr 2004 nationale Herkunftsbezeichnungen wie „Made in Germany“ infrage. Doch Bundesregierung, Opposition und Wirtschaft sprachen sich einhellig für die Erhaltung des Gütesiegels „Made in Germany“ aus.

2017 werde Nordex vermutlich in 26 oder 27 Märkten aktiv sein, heute sind es 21. Interessante Möglichkeiten sieht das Hamburger Unternehmen in Chile, Mexiko und Kanada. „In Afrika gibt es neben Südafrika, wo wir bereits präsent sind, weitere Märkte, die wir uns anschauen - vor allem im Norden“, sagte Schäferbarthold.

Von

rtr

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