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08.03.2013

13:55 Uhr

Erfolgsbeteiligung

3200 Euro Bonus für Daimler-Mitarbeiter

Zehntausende Tarifmitarbeiter bei Daimler bekommen bald einen deftigen Geldsegen auf ihr Konto - es ist die dritthöchste Prämie seit 1997. Künftig gibt es eine klare Rechenformel für den Bonus: Die Rendite zählt.

Mitarbeiter im Mercedes-Werk in Sindelfingen. Reuters

Mitarbeiter im Mercedes-Werk in Sindelfingen.

Hannover/StuttgartRund 130 000 Tarifbeschäftigte beim Autobauer Daimler dürfen sich diesmal über 3200 Euro Erfolgsbonus freuen. Das Geld fließt mit dem Aprilgehalt als Ergebnisbeteiligung für das vergangene Jahr, wie der Dax-Konzern am Freitag in Stuttgart mitteilte. Es handele sich um die dritthöchste Prämie seit Einführung der Belohnung im Jahr 1997.

Vor einem Jahr hatte Daimler mit 4100 Euro rückwirkend für sein Rekordjahr 2011 auch die Tarifbeschäftigten mit dem bisherigen Bestwert belohnt. 2007 hatten die Schwaben mit 3750 Euro den rückblickend zweithöchsten Wert seit 1997 gewährt.

Gehälter ausgewählter Dax-Chefs 2012

Infineon - Reinhard Ploss / Peter Bauer

Zum Ende des Infineon-Geschäftsjahrs (30. September 2012) wechselte auch der Vorstandschef. Reinhard Ploss übernahm von Peter Bauer den Posten.

Bauer hatte 2011/12 insgesamt 2,9 Millionen Euro verdient und damit etwas deutlich weniger als 2011 (3,7 Millionen Euro).

Kurt Bock - BASF

Der Chef des Chemiekonzerns, Kurt Bock, verdiente mit 5,29 Millionen Euro im Jahr 2012 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.

Marijn Dekkers - Bayer

Marijn Dekkers, Niederländer an der Spitze des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, hat im Jahr 2012 insgesamt 5,06 Millionen Euro verdient, nach 4,49 Millionen Euro im Vorjahr.

Stefan Heidenreich - Beiersdorf

Ende April hatte Stefan Heidenreich beim Kosmetikkonzern Beiersdorf das Amt des Vorstandschefs übernommen. Im Jahr 2012 verdiente er 2,6 Millionen Euro.

Herbert Hainer - Adidas

Das Adidas-Ergebnis fiel 2012 vor allem wegen eines schwachen Geschäfts der Marke Reebok nicht so rosig aus. Adidas-Chef Herbert Hainer verdiente 2012 insgesamt 4,18 Millionen Euro und damit 28 Prozent weniger als 2011 (5,14 Millionen Euro).

Heinrich Hiesinger - Thyssen-Krupp

Bei Thyssen-Krupp kämpft Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit der Aufarbeitung diverser Skandale und Fehlinvestitionen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. September) verdiente er 3,85 Millionen Euro.

Karl-Ludwig Kley - Merck

Der Vorstandschef des Pharmakonzern verdiente 2012 insgesamt 5,52 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als 2011 (4,2 Millionen Euro).

Peter Löscher - Siemens

Der Österreicher verdiente im Geschäftsjahr 2011/2012 insgesamt 7,87 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 8,74 Millionen Euro.

René Obermann - Deutsche Telekom

Ende 2013 gibt René Obermann sein Amt an den jetzigen Finanzvorstand Timotheus Höttges weiter. Obermann verdiente 2012 insgesamt 3,78 Millionen Euro und damit nahezu unverändert so viel wie 2011 (3,85 Millionen Euro).

Wolfgang Reitzle - Linde

Der Linde-Chef hat gesagt, kein Interesse an einer Vertragsverlängerung zu haben. Im Jahr 2012 verdiente er bei dem Industriegase-Spezialisten 6,9 Millionen Euro, fast genau so viel wie ein Jahr zuvor.

Kasper Rorsted - Henkel

Der dänische Chef des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, Kasper Rorsted, hat im Jahr 2012 insgesamt 6,18 Millionen Euro verdient, ein sattes Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,79 Millionen Euro).

Peter Terium – RWE

Zur Jahresmitte 2012 hatte Peter Terium den Spitzenposten beim Energiekonzern RWE angetreten. Er verdiente im Jahr 3,8 Millionen Euro, ein sinnvoller Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich.

Martin Winterkorn - Volkswagen

Der VW-Chef erhält rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr (2012) und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten.

Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente.

Dieter Zetsche - Daimler

Der Daimler-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr inklusive Aktienoptionen 8,15 Millionen Euro verdient. Das war etwas weniger als 2011 (8,65 Millionen Euro).

Quelle

Geschäftsberichte / Hostettler, Kramarsch & Partner

Der Autobauer kündigte an, das System seiner Bonusberechnung umzustellen und mit einer klaren Formel transparenter zu machen. Die Umstellung greife von der Zahlung im nächsten Jahr an. Bisher gab es keine eindeutigen Regeln für die Festlegung - auch, weil zum Thema eine Betriebsvereinbarung fehlte, die jetzt festgezurrt ist.

Nun gelte nicht mehr das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) als grobe Orientierung. Vielmehr formten künftig das Ebit und zusätzlich die erreichte operative Umsatzrendite eine eindeutige Berechnungsbasis, sagte ein Sprecher. Es gebe dann keinen Interpretationsspielraum mehr.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Daimlers Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm ließ erklären: „Durch die Umsatzrendite als zusätzlichen Maßstab entstehen zwar neue Risiken, aber auch neue Chancen.“ Die besagte Kenngröße gibt an, wie viel Geld in Relation zum erzielten Umsatz tatsächlich hängenbleibt. Sie erlaubt also eine Einschätzung, wie profitabel Daimler ist.

Genau dort fährt Daimler der Konkurrenz bei BMW und Audi hinterher. Ein von Daimler-Chef Dieter Zetsche im Herbst 2012 aufgelegtes Sparprogramm in Milliardenhöhe soll gegensteuern und mehr Renditedenken fördern.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Vicario

08.03.2013, 14:12 Uhr

Zitat : 3200 Euro Bonus für Daimler-Mitarbeiter

Das ist der Bonus, der den Daimler-Mitarbeitern zusteht, die mit angepackt und die Autos produziert haben !

8 Mio. € ist der Bonus für den Laberer Zetsche und mit kleinen Abstrichen für seine Manager-Umgebung !

Wo bleibt die Ralation ? Wie pervers ist die Welt geworden ?

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