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05.03.2013

17:41 Uhr

Erfolgsbeteiligung

Bayer schenkt Mitarbeitern 700 Millionen Euro

Schon im vergangenen Jahr zahlte der Pharma- und Chemiekonzern seinen Mitarbeitern eine Erfolgsbeteiligung aus. In diesem Jahr legt Bayer noch eine Schippe drauf. 700 Millionen Euro sollen im Frühjahr ausgezahlt werden.

Mitarbeiter des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer. dpa

Mitarbeiter des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer.

FrankfurtDer Pharma- und Chemiekonzern Bayer schüttet für seine Beschäftigten das Füllhorn aus. Das Unternehmen will seine Mitarbeiter weltweit für die Ergebniszuwächse im vergangenen Jahr mit insgesamt rund 700 Millionen Euro belohnen, wie Bayer am Dienstag in Leverkusen mitteilte.

Das sind 100 Millionen Euro mehr als der Konzern 2012 gezahlt hatte. Allein die Beschäftigten in Deutschland sollen rund 360 Millionen Euro erhalten. Im Vorjahr waren es 300 Millionen Euro. Ende April soll die Erfolgsbeteiligung zusätzlich zum Monatsgehalt ausgezahlt werden.

Gehälter ausgewählter Dax-Chefs 2012

Infineon - Reinhard Ploss / Peter Bauer

Zum Ende des Infineon-Geschäftsjahrs (30. September 2012) wechselte auch der Vorstandschef. Reinhard Ploss übernahm von Peter Bauer den Posten.

Bauer hatte 2011/12 insgesamt 2,9 Millionen Euro verdient und damit etwas deutlich weniger als 2011 (3,7 Millionen Euro).

Kurt Bock - BASF

Der Chef des Chemiekonzerns, Kurt Bock, verdiente mit 5,29 Millionen Euro im Jahr 2012 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.

Marijn Dekkers - Bayer

Marijn Dekkers, Niederländer an der Spitze des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, hat im Jahr 2012 insgesamt 5,06 Millionen Euro verdient, nach 4,49 Millionen Euro im Vorjahr.

Stefan Heidenreich - Beiersdorf

Ende April hatte Stefan Heidenreich beim Kosmetikkonzern Beiersdorf das Amt des Vorstandschefs übernommen. Im Jahr 2012 verdiente er 2,6 Millionen Euro.

Herbert Hainer - Adidas

Das Adidas-Ergebnis fiel 2012 vor allem wegen eines schwachen Geschäfts der Marke Reebok nicht so rosig aus. Adidas-Chef Herbert Hainer verdiente 2012 insgesamt 4,18 Millionen Euro und damit 28 Prozent weniger als 2011 (5,14 Millionen Euro).

Heinrich Hiesinger - Thyssen-Krupp

Bei Thyssen-Krupp kämpft Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit der Aufarbeitung diverser Skandale und Fehlinvestitionen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. September) verdiente er 3,85 Millionen Euro.

Karl-Ludwig Kley - Merck

Der Vorstandschef des Pharmakonzern verdiente 2012 insgesamt 5,52 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als 2011 (4,2 Millionen Euro).

Peter Löscher - Siemens

Der Österreicher verdiente im Geschäftsjahr 2011/2012 insgesamt 7,87 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 8,74 Millionen Euro.

René Obermann - Deutsche Telekom

Ende 2013 gibt René Obermann sein Amt an den jetzigen Finanzvorstand Timotheus Höttges weiter. Obermann verdiente 2012 insgesamt 3,78 Millionen Euro und damit nahezu unverändert so viel wie 2011 (3,85 Millionen Euro).

Wolfgang Reitzle - Linde

Der Linde-Chef hat gesagt, kein Interesse an einer Vertragsverlängerung zu haben. Im Jahr 2012 verdiente er bei dem Industriegase-Spezialisten 6,9 Millionen Euro, fast genau so viel wie ein Jahr zuvor.

Kasper Rorsted - Henkel

Der dänische Chef des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, Kasper Rorsted, hat im Jahr 2012 insgesamt 6,18 Millionen Euro verdient, ein sattes Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,79 Millionen Euro).

Peter Terium – RWE

Zur Jahresmitte 2012 hatte Peter Terium den Spitzenposten beim Energiekonzern RWE angetreten. Er verdiente im Jahr 3,8 Millionen Euro, ein sinnvoller Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich.

Martin Winterkorn - Volkswagen

Der VW-Chef erhält rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr (2012) und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten.

Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente.

Dieter Zetsche - Daimler

Der Daimler-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr inklusive Aktienoptionen 8,15 Millionen Euro verdient. Das war etwas weniger als 2011 (8,65 Millionen Euro).

Quelle

Geschäftsberichte / Hostettler, Kramarsch & Partner

Im Tarifbereich will Bayer zwischen 120 und 160 Prozent eines Monatsgehalts zahlen. Der Bonus orientiert sich an den Zielen des Gesamtkonzerns, den Zielen der Teilkonzerne sowie an der Leistung des Einzelnen. In Deutschland sollen die Beschäftigten bis zum Vorstand einen Solidarbeitrag zum Beschäftigungserhalt von 0,67 Prozent leisten, der von der Erfolgsbeteiligung abgezogen wird.

150 Jahre Bayer

Anfänge als Farbenfabrik

Die Geschichte des Weltkonzerns Bayer beginnt 1863 in Wuppertal-Barmen. Der Kaufmann Friedrich Bayer und der Färber Johann Friedrich Weskott gründen die Firma „Friedr. Bayer et. comp.“. Sie stellt zunächst synthetische Farbstoffe her.

Expansion und Umzug

Das Unternehmen wächst schnell, ebenso die Produktpalette – etwa um ein Medikament namens Aspirin. Bereits 1881 wird die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die „Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.“. Im Zuge der Expansion zieht das Unternehmen 1912 nach Leverkusen um, dem heutigen Hauptsitz.

Die Wirren der Weltkriege

Weil Deutschland während des Ersten Weltkriegs international isoliert ist, schließen sich 1916 Bayer, BASF und Agfa zu einer Interessensgemeinschaft zusammen, die beispielsweise die schlechte Versorgung mit Rohstoffen verbessern soll. 1925 fusionieren die Unternehmen zur I.G. Farbenindustrie AG. In der NS-Zeit ist die IG Farben eng mit dem Regime verknüpft.

Neustart ins Wirtschaftwunder

Nach Kriegsende lebt Bayer als eigenständiges Unternehmen wieder auf: 1951 wird nach Zustimmung der Alliierten die „Farbenfabriken Bayer AG“ neu gegründet. Die Firma profitiert vom Wirtschaftswunder und expandiert bald auch international. Sie entwickelt und vermarktet chemische Produkte, Kunststoffe, Arzneien und Pflanzenschutzmittel.

Großer Umbruch

1999 trennt sich Bayer von seiner Tochter Agfa, 2005 von großen Teilen des Chemiegeschäfts, die inzwischen unter dem Namen Lanxess eigenständig weitergeführt werden. Ausgebaut hat der Konzern hingegen das Geschäft mit Gesundheit und Agrarwirtschaft, unter anderem durch den Zukauf der Crop-Science-Sparte von Aventis sowie der Übernahme von Schering.

Bayer hatte 2012 seinen um Sondereinflüsse bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) um 8,8 Prozent auf 8,28 Milliarden Euro ausgebaut. Der Konzerngewinn sank allerdings wegen hoher Kosten für Rechtsstreitigkeiten in den USA um ein Prozent auf 2,45 Milliarden Euro.

Von

rtr

Kommentare (6)

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HaigerBurbach

05.03.2013, 21:46 Uhr

Wie, nur ein Kommentar, und der ist auch noch positiv - gibt's doch gar nicht !
Wo sind denn die ganzen Miemacher, Schlechtredner, Neider, Dummschwätzer und sonst so vorlauten "Experten" abgeblieben ?
Alle sprachlos geworden, ob der Freiwilligkeit des "bösen" Kapitals ?
Keine Vorschläge nach mehr staatlicher Regulierung ?
Kein ".. ja, aber das wurde zuvor ja mit Ausbeutung unredlich erwirtschaftet..."
Da bin ich aber angenehm enttäuscht.

tcd-berlin

05.03.2013, 22:04 Uhr

Soll Bayer statt desse bitte mehr Personal fest einstellen, als in dem hohen Maße Stammpersonal mit Zeitarbeitern zu ersetzen.

Selbst dann könnte noch ein Jahresbonus möglich sein.

Account gelöscht!

05.03.2013, 22:05 Uhr

Sie sprechen mir aus der Seele.
Danke.

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