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02.05.2014

13:11 Uhr

Erhöhtes Angebot ausgeschlagen

Astra-Zeneca lässt Pfizer erneut abblitzen

Pfizer will die angestrebte Mega-Übernahme – koste es, was es wolle. Der US-Konzern legte ein erhöhtes Angebot für den Rivalen Astra-Zeneca vor. Doch die Briten wollen den Preis nach oben treiben.

Astra-Zeneca zu verkaufen?: Sollte Pfizer den Zuschlag bekommen, wäre es die größte Übernahme eines britischen Unternehmens durch einen ausländischen Konzern. Reuters

Astra-Zeneca zu verkaufen?: Sollte Pfizer den Zuschlag bekommen, wäre es die größte Übernahme eines britischen Unternehmens durch einen ausländischen Konzern.

LondonPfizer stößt mit seinen Plänen für die größte Übernahme in der Geschichte der Pharma-Branche auf erbitterten Widerstand. Der britische Rivale Astra-Zeneca lehnte am Freitag auch eine auf 106 Milliarden Dollar aufgestockte Offerte des US-Konzerns ab. Sie sei unangemessen, betonte das Astra-Zeneca-Management. Es gebe weiterhin keine Basis für Gespräche. Experten gehen dennoch davon aus, dass Pfizer am Ende noch zum Zuge kommen könnte.

Der Viagra-Hersteller ist dieses Jahr bereits zwei Mal mit Vorstößen abgeblitzt. Pfizer erhofft sich von dem Mega-Deal Zugang zu vielversprechenden Astra-Zeneca-Mitteln für die Krebs-Immuntherapie sowie signifikante Kosteneinsparungen und Steuervorteile. Die Briten teilten nach einer Sitzung des Führungsgremiums mit, auch die neue Offerte entspreche nicht dem Wert von Astra-Zeneca.

Den Aktionären wurde nahegelegt, zunächst nichts zu unternehmen. An der Londoner Börse lagen Astra-Zeneca-Aktien nur leicht im Minus bei rund 48 Pfund. Die Papiere hatten am Donnerstag stark zugelegt, als Spekulationen aufkamen, die Amerikaner könnten in der Übernahmeschlacht nachlegen.

Pfizers wichtigste Medikamente

Platz 10

Premarin Family - Umsatz: 1,07 Milliarden Dollar

Das Östrogen-Medikament wird unter anderem bei der Brustkrebs- und Prostatakrebs-Behandlung eingesetzt.

Platz 9

Sutent - Umsatz: 1,23 Milliarden Dollar

Das Mittel wird bei der Krebstherapie eingesetzt und soll die Bildung von Metastasen verhindern.

Platz 8

Zyvox - Umsatz: 1,34 Milliarden Dollar

Das Antibiotikum wird in Europa unter dem Namen Zyvoxid verkauft und bei bakteriellen Infektionen eingesetzt.

Platz 7

Norvasc - Umsatz: 1,35 Milliarden Dollar

Das Medikament soll Bluthochdruck verhindern und wird besonders Herzpatienten verschrieben.

Platz 6

Viagra - Umsatz: 2,05 Milliarden Dollar

Die Wirkung der kleinen blauen Pillen dürften weltweit bekannt sein. Das Mittel gegen Erektionsstörungen sorgt vor allem bei Überdosierung für Probleme.

Platz 5

Celebrex - Umsatz: 2,71 Milliarden Dollar

Bei Gelenkerkrankungen wie Arthritis soll dieses Medikament Schmerzen, Entzündungen und Fieber entgegenwirken.

Platz 4

Prevnar 13/ Prevenar 13 - Umsatz: 3,72 Milliarden Dollar

Mit diesem Impfstoff werden Patienten vor bakteriellen Erkrankungen wie Lungenentzündung und Hirnhautentzündung geschützt.

Platz 3

Enbrel - Umsatz: 3,74 Milliarden Dollar

Bei rheumatischen Erkrankungen soll das gentechnologisch hergestellte Protein helfen, Entzündungen vorzubeugen.

Platz 2

Lipitor - Umsatz: 3,95 Milliarden Dollar

Das Medikament senkt den Cholesterinspiegel und ist damit einer der Umsatztreiber der Schweizer. In Deutschland wird der Wirkstoff auch unter den Namen Sortis und Atorvalan vertrieben.

Platz 1

Lyrica - Umsatz: 4,16 Milliarden Dollar

Das umsatzsstärkste Medikament der Schweizer löst Krämpfe, wie beispielsweise bei Epilepsien und Angstsstörungen. Besonders bei der Diabetes wird der Wirkstoff eingesetzt.

Ein Astra-Zeneca-Großaktionär sagte Reuters, das 50-Pfund-Angebot von Pfizer sehe durchaus vernünftig aus. Vor einem Jahr kosteten die Papiere noch rund 30 Pfund. Seitdem werden allerdings auch einige Krebsmittel, die Astra-Zeneca in der Pipeline hat, besser eingeschätzt. Analyst Stephen McGarry von der Großbank Societe Generale ergänzte, alles oberhalb von 50 Pfund könnte klappen. Branchenexperte Mark Clark von der Deutschen Bank sagte, viele Investoren pochten auf 52 bis 55 Pfund je Aktie, teilweise sogar noch mehr.

Eine feindliche Übernahme strebt Pfizer nach eigenen Angaben nicht an. Denn solche dauern in der Regel länger, sind oft teurer und bringen mehr Risiken mit sich, weil die Bücher nicht einsehbar sind.

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