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20.02.2006

11:38 Uhr

Erhöhung des Angebots gefordert

Arcelor-Aktionär dringt auf Verhandlungen mit Mittal

Die Fronten im Übernahmekampf zwischen Arcelor und Mittal schienen festgefahren. Doch nun hat ein Großaktionär des luxemburgischen Stahlkonzerns die Unternehmensführung gedrängt, mit Mittal in Verhandlungen zu treten. Der Investor will mehr Geld für seine Anteile herausschlagen. Doch die Chancen stehen schlecht.

HB NEW YORK. Die Investmentfirma Atticus Capital, die nach eigenen Angaben etwa 1,3 Prozent der Arcelor-Anteile hält, schrieb in einem am Sonntag veröffentlichten Brief an den Arcelor-Chef, eine Fusion würde für alle Beteiligten Synergien und strategische Vorteile bringen. Atticus gehe davon aus, dass eine Fusion des weltgrößten Stahlherstellers Mittal mit der europäischen Arcelor im besten Interesse der Arcelor-Anteilseigner sei.

Atticus forderte Arcelor-Chef Guy Dolle auf, das Angebot von Mittal objektiv zu prüfen und in Verhandlungen einzutreten. Diese sollten zum Ziel haben, Mittal zu einer Aufstockung des Angebots zu bewegen. Atticus behalte sich vor, seine Interessen auf der Aktionärsversammlung am 28. April zu schützen und im Zweifel vor Gericht durchzusetzen.

Mittal will Arcelor für knapp 19 Mrd. Euro kaufen. Arcelor lehnt dies ab und kann dabei auch auf Unterstützung der Politik – unter anderem aus Frankreich – setzen. Arcelor-Chef Dolle hatte erklärt, das Angebot spiegele nicht den wahren Wert Arcelors wider. Arcelor mit Sitz in Luxemburg war 2002 aus der Fusion der französischen Usinor, der spanischen Aceralia und der Luxemburger Arbed hervorgegangen. Das Unternehmen beschäftigt rund 75 000 Menschen in Europa, viele davon in Frankreich.

Mittal Steel will das Angebot trotz der kategorischen Ablehnung durch Arcelor beibehalten. Eine Korrektur sei nicht notwendig, sagte Mittel-Steel-Eigentümer Lakshmi Mittal am Sonntagabend dem indischen Nachrichtensender NDTV in Neu Delhi. Der indische Stahlmagnat kritisierte, manche Kommentare jener europäischen Politiker, die die Übernahme ablehnten, könnten als rassistisch gewertet werten. Das stimme ihn traurig.

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