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13.11.2013

14:08 Uhr

Erneuerbare Energien

„Der Großteil des Geschäfts verlagert sich“

VonDana Heide

ExklusivRada Rodriguez ist Deutschland-Managerin des Industriekonzerns Schneider Electric. Im Gespräch erklärt sie, wie die Politik ihrer Branche zu schaffen macht und warum ihre Karriere hierzulande anders verlaufen wäre.

Mehr Energiemanagement: Die Zentrale von Schneider Electric in Frankreich.

Mehr Energiemanagement: Die Zentrale von Schneider Electric in Frankreich.

Ratingen Wenn es nach Union und SPD geht, wird die Förderung der erneuerbaren Energien bald noch mehr gekürzt als bisher. Leidtragende sind auch viele Industrieunternehmen, die sich auf Solarkraft und Co. eingestellt hat. Schneider Electric, ein französischer Industriekonzern und mit 140.000 Mitarbeitern und 24 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr durchaus ernstzunehmender Konkurrent für Siemens, weiß von diesem Problem.

„Der Einbruch durch die Kürzung der Photovoltaik-Förderung in der Branche ist massiv“, sagt Rada Rodriguez, Deutschland-Chefin von Schneider Electric im Gespräch mit Handelsblatt Online. Zahlen des VDMA belegen das: Demnach ist der Umsatz der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland 2012 um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Schneider Electric - Fakten

Größe

Schneider Electric ist in Deutschland vielen nicht bekannt. Dabei hat das französische Unternehmen 2012 weltweit rund 24 Milliarden Euro umgesetzt und beschäftigt 140.000 Mitarbeiter.

Was das Unternehmen macht

Schneider Electric ist breit aufgestellt und bietet vor allem Produkte für andere Unternehmen an, etwa Steuerungs- und Automatisierungstechnik oder Lösungen für deren Energiemanagement. Klassische Kundenprodukte hat die Firma nur wenige, dazu gehören etwa Lichtschalter und Steckdosen.

Geschichte

Die Ursprünge des Unternehmens liegen im 19. Jahrhundert: 1836 übernahmen die Brüder Schneider eine Gießerei. 1891 wandelte sich die Firma von einem Rüstungsunternehmen zu einem Anbieter im Elektrizitätsmarkt. Seit 1919 ist Schneider Electric auch in Deutschland vertreten.

Für das kommende Jahr wird zwar ein leichter Aufschwung erwartet, das große Wachstum der Erneuerbaren findet jedoch in anderen Ländern statt, etwa in China. Auch Schneider Electric hat sich bereits auf eine Verschiebung der Hauptmärkte für Photovoltaik eingestellt. Das Unternehmen stellt unter anderem Wechselrichter für Solaranlagen her. „Wir werden das Geschäft weiter aus Deutschland begleiten, obwohl der Großteil des Geschäfts nicht mehr in Deutschland stattfinden wird“, so Rodriguez. Angesichts der anstehenden Veränderungen in der Förderpolitik hat Schneider Electric in Deutschland seine Strategie angepasst. Der Konzern sehe in den erneuerbaren Energien eher ein mittel- bis langfristiges Geschäft.

Ein Bereich, in dem Schneider Electric in Deutschland in den vergangenen Monaten sehr stark gewachsen ist, ist das Management des Energieverbrauchs von Unternehmen. „Der gestiegene Strompreis und neue Anreize bei der Gesetzgebung haben den Bereich der Energieeffizienz geöffnet. Das ist für uns ein großer Zukunftsbereich“, erklärt Rodriguez. Die Erfahrung zeige, dass Unternehmen im Durchschnitt 30 Prozent ihrer Energie einsparen können. Bei manchen Unternehmen sei es mehr, bei anderen weniger.

Kommentare (3)

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HofmannM

13.11.2013, 14:58 Uhr

NOCHMAL FÜR ALLE!
SUBVENTIONEN "gesetzlich diktierte staatliche Förderung" wie das EEG sind und bleiben nicht MARKTKONFORM und belasten die Realwirtschaft wie auch den Bürger/Endverbraucher! Die sog. Erneuerbaren Energien sind nicht marktfähig und somit auf Dauersubventionen zu Lasten des deutschen Wohlstand und der gutbezahlten Industrie-Handwerksarbeitsplätze angewiesen! Erneuerbare Energien = schädliche volkswirtschaftliche Schmarotzer auf Kosten der Realwirtschaft und des Bürgerwohlstand!

loco

13.11.2013, 16:45 Uhr

NOCHMAL FÜR SIE! Dann müssen alle direkten und indirekten Subventionen und Steuervergünstigungen für Kern- und Kohlekraftwerke und deren Brennstoffe sofort zurück gezahlt und eingestellt werden! Nur dann wären gleiche Bedingungen geschaffen!

Ukaemper

20.11.2013, 11:01 Uhr

Ewigkeitskosten nicht vergessen!
Fossile und nukleare Energieerzeugung verursachen nicht nur Kosten bei der Gewinnung der Brennstoffe, sie hinterlassen auch langfristige Kosten. Bei Windkraft und Solar entfallen diese. Die aktuelle Schieflage ist durch die Konfiguration der Stromnetze nach dem Standortbedarf von Kernkraftwerken (Flüsse zur Kühlung) und Kohlekraftwerken entstanden. Eine Aluminiumhütte würde man heute nicht mehr im Braunkohlerevier, sondern an der Küste bauen.

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