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02.07.2013

15:47 Uhr

Erneuerbare Energien

Solarkraftwerk wird zum Millionengrab für RWE und Co

Das spanische Solarkraftwerk Andasol 3 produziert vor allem eins: Verluste. Besitzer sind RWE, Rheinenergie und Stadtwerke München. Sie schicken jetzt ihre Anwälte los, die gegen geänderte Förderregeln in Spanien klagen.

Da war die Förder-Welt noch in Ordnung: Arbeiter im Jahr 2008 vor dem Parabolrinnen-Kraftwerk „Andasol 1“. „Andasol 3“ arbeitet nach dem gleichen Prinzip, macht seinen Besitzern aber nicht so viel Freude. dpa

Da war die Förder-Welt noch in Ordnung: Arbeiter im Jahr 2008 vor dem Parabolrinnen-Kraftwerk „Andasol 1“. „Andasol 3“ arbeitet nach dem gleichen Prinzip, macht seinen Besitzern aber nicht so viel Freude.

DüsseldorfVom Vorzeigeprojekt zum Millionengrab in nur zwei Jahren: Das 2011 eingeweihte spanische Solarthermiekraftwerk Andasol 3 beschert deutschen Energieversorgern hohe Verluste. Allein der größte Anteilseigner, die Stadtwerke München, musste auf die Anlage 64 Millionen Euro abschreiben.

Der Kölner Versorger Rheinenergie hakt 17 Millionen Euro ab – etwa ein Drittel seiner Investitionssumme. Und auch der Essener RWE -Konzern und der Anlagenbauer Ferrostaal räumten am Dienstag Abschreibungen ein - Ferrostaal nannte sie „erheblich“. Als Grund geben die Unternehmen an, dass die spanische Regierung zugesagte Fördermittel zusammengestrichen habe. Die Unternehmen prüfen nun rechtliche Schritte.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Das Parabolrinnenkraftwerk in der Provinz Granada hat 315 Millionen Euro gekostet. Die Anlage soll bis zu 200.000 Menschen mit Strom versorgen. Solarthermische Kraftwerke haben einen höheren Wirkungsgrad als Photovoltaik-Anlagen und können mit kostengünstigen Speichern den Strombedarf auch in den Abendstunden decken.

Da sie aber noch keine Massenware sind, sind sie teurer als herkömmliche Solarmodul-Anlagen. Mithin sind Investoren nur über Subventionen zu locken.

Die Stadtwerke München halten an dem 50-Megawatt-Kraftwerk 48,9 Prozent. „Andasol 3 ist das beste Beispiel dafür, dass wir die Energiewende auf europäischer Ebene verwirklichen müssen“, hatte der damalige Stadtwerke-Chef Kurt Mühlhäuser bei der Einweihung im September 2011 gesagt. „Sie kann nur dann gelingen, wenn die verschiedenen Akteure – wie eben bei Andasol 3 – an einem Strang ziehen und die politischen Rahmenbedingungen stimmen.“

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

02.07.2013, 16:26 Uhr

Nachträgliche Änderungen der Standortbedingungen sind furchtbar ! Da sollten die Medien in Deutschland aber nicht vorschnell auf die bösen Spanier schießen.. Vielmehr mal richtung Berlin... Energiewende heißt das Zauberwort.

Bleibe_bei_deinen_Leisten

02.07.2013, 16:32 Uhr

Was haben bitte die Münchner Stadtwerke in Spanien verloren?

vandale

02.07.2013, 16:48 Uhr

Staaten sind sehr kreativ wenn es darum geht unliebsame Lasten abzuwerfen. Im Gegensatz zu Privaten machen die Staaten die Gesetze.

Solar- und Windstrom ist mehr, oder minder wertlos. Es erstaunt wenig, dass Spanien in einer wirtschaftlich prekären Situation die hohen Kosten "Erneuerbarer Energie" reduziert.

Stadtwerke, Deutsche Versorger und Versicherer haben sich von "gesetzlich garantierten" Subventionen anziehen lassen. Jetzt kommt eben das Erwachen.

Auch in Deutschland wird die Gesellschaft in wenigen Jahren mit den enormen Subventionen für die Oekoreligion überfordert sein.....

Vandale

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