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08.09.2011

18:01 Uhr

Erneuerbare Energien

Strom nicht teurer wegen Ökostrom-Förderung

Der Bundesverband Erneuerbare Energien geht davon aus, dass die Förderung von Ökostrom nicht zur Erhöhung des Strompreises im kommenden Jahr führen wird. Das hätten eigene Berechnungen gezeigt.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien führt nicht zu einem Anstieg des Strompreises, so die Ökostrom-Branche. dpa

Der Ausbau der erneuerbaren Energien führt nicht zu einem Anstieg des Strompreises, so die Ökostrom-Branche.

BerlinDie Ökostrom-Branche sieht nach eigenen Berechnungen keinen Grund für eine Erhöhung des Strompreises wegen der Förderung Erneuerbarer Energien. Man gehe davon aus, dass unterm Strich 2012 keine höheren Kosten für die Verbraucher entstünden, erklärte der Bundesverband Erneuerbare Energien am Donnerstag in Berlin. Auch in Regierungskreisen hieß es zu einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der Ökostrom-Aufschlag auf den Preis würde 2012 eher leicht sinken. Die „FAZ“ hatte unter Berufung auf Netzbetreiber geschrieben, es werde ein Anstieg der Ökostrom-Umlage um rund zehn Prozent erwartet. Der Strompreis insgesamt würde damit um etwa 1,5 Prozent steigen. Die Netzbetreiber selbst, die die Umlage für 2012 im Oktober festlegen, erklärten, über die Höhe der Umlage könne man noch nichts sagen. Die „FAZ“ hatte die öffentlichen Zahlen der Betreiber zugrundegelegt und daraus den Schluss gezogen, die Umlage müsse steigen. In Regierungskreisen wurde dies aber bezweifelt.

Ökostrom wird durch staatlich garantierte Abnahmepreise gefördert, die die Netzbetreiber den Produzenten zahlen müssen. Da diese höher liegen als der Marktpreis für Strom, wird die Differenz von den Netzbetreibern auf alle Kunden umgelegt. Derzeit sind dies 3,5 Cent der etwas über 20 Cent pro Kilowattstunde, die ein Verbraucher zahlen muss.

In Regierungskreisen wurde eine höhere Umlage unter der Voraussetzung für möglich gehalten, dass den Netzbetreibern 2012 gestattet werde, eine Reserve von zehn Prozent der Umlage zu bilden. Dies ist derzeit in der Diskussion, um Schwankungen von Jahr zu Jahr auszugleichen. Da sich beispielsweise im Nachhinein herausstellte, dass die Verbraucher 2010 zu wenig für die Umlage gezahlt hatten, mussten die vier großen Netzbetreiber zunächst in Vorleistung gehen. Erst mit der Umlage des nächsten Jahres kann dies wieder verrechnet werden.

Das Bundesumweltministerium hatte erklärt, es erwarte im Zuge der Energiewende keine Erhöhung der Ökostrom-Umlage, die von 2010 auf 2011 bereits kräftig stieg. Ein Sprecher verwies nun lediglich darauf, dass die Netzbetreiber für die Berechnung verantwortlich seien. Das Ministerium beteilige sich nicht an Spekulationen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Nachwuchs

08.09.2011, 18:36 Uhr

Wieder Experten, die meinen, Strom muss nicht teurer werden. Tatsache ist: Strompreis steigt enorm an und dies ist von unseren Politiker gewollt!

Realist

09.09.2011, 16:41 Uhr

Was die meisten vergessen, dass mit jeder neu installierten Anlage zur Erzeugung von regenerativen Energien auch die Subventionssumme steigt. Dies konnte in diesem Jahr ausgeglichen werden, da der Strompreis durch die Abschaltung der Kernkraftwerke gestiegen ist. Und somit die Differenz aus garantiertem Abnahmpreis für die z.B. Windmüller gegenüber dem Börsenpreis nicht so hoch ist.

Sobald die Preise fallen und/oder die Erzeugungsmenge steigt (und dies hat man ja vor) führt dies unweigerlich zu höheren Subventionssummen und die EEG-Umlage wird weiter steigen.

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