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07.01.2012

17:03 Uhr

Erneuerbare Energien

Ungebremste Nachfrage nach Solaranlagen

Die Zahl neu installierter Solarzellen hat sich im Jahr 2011 auf Vorjahresniveau gehalten. Grund waren zum Teil geringe Modulpreise, aber auch bevorstehende Kürzungen von Fördergeldern.

Ein Solar-Monteur bei der Arbeit in der Nähe von Saarbrücken. dpa

Ein Solar-Monteur bei der Arbeit in der Nähe von Saarbrücken.

FrankfurtDie Kürzung der Solarförderung zeigt kaum Wirkung: 2011 wurden in Deutschland nach Branchenangaben etwa so viele Solaranlagen installiert wie im Rekordjahr 2010. Wegen niedriger Modulpreise, einer anstehenden Senkung der Förderung zum Jahreswechsel sowie der Angst vor weiteren Einschnitten bei der Solarförderung sei die Nachfrage nach Solaranlagen zum Jahresende 2011 ungewöhnlich hoch gewesen, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) mit.

Nach dem Rekordjahr 2010, als Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 7,4 Gigawatt ans Netz gingen, kürzte die Regierung die Solarförderung. Zuletzt wurde die Förderung zum 1. Januar 2012 um 15 Prozent gesenkt - viele errichteten offenbar noch kurz vor dem Stichtag eine Solaranlage.

Im vierten Quartal dürften Solaranlagen mit einer Leistung von vier Gigawatt ans Netz gegangen sein. Für die ersten neun Monate 2011 hatte die Bundesnetzagentur lediglich einen Zubau von 3,4 Gigawatt gemeldet. Nach Angaben des BSW dürfte die Einspeise-Vergütung zum 1. Juli 2012 erneut um 15 Prozent gekürzt werden. Damit reduziere sich die Förderung 2012 doppelt so stark wie 2011. Die Solarförderung und deren Kürzung richtet sich laut Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) nach dem Zubau an Anlagen: Wird viel gebaut, wird auch stark gekürzt.

Dank der Subventionen ist Deutschland zum weltgrößten Solarmarkt geworden. Die einst erfolgsverwöhnte Branche leidet als Folge der staatlichen Förderkürzungen und der Billigkonkurrenz aus China jedoch zunehmend unter Preisverfall, Überkapazitäten und Finanzproblemen. Mit der Berliner Solon und dem Erlanger Kraftwerksentwickler Solar Millennium mussten im Dezember zwei bekannte Solarfirmen Insolvenz anmelden.

Solarstrom wird durch staatlich garantierte Abnahmepreise für 20 Jahre gefördert. Die Differenz zwischen dem Marktpreis für Strom und den höheren, garantierten Abnahmepreisen wird durch eine Umlage auf alle Verbraucher bezahlt. Die Solarförderung macht etwa die Hälfte der Hilfen für die erneuerbaren Energien aus, obwohl Sonnenstrom vergleichsweise wenig zur Stromerzeugung beiträgt.

Kritiker fordern daher eine Deckelung der Förderung, wie es sie bereits in vielen Ländern Europas gibt. So hatte das Wirtschaftsministerium im November vorgeschlagen, den jährlichen Zubau auf ein Gigawatt zu begrenzen.

Von

rtr

Kommentare (21)

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Leser

07.01.2012, 17:33 Uhr

Solar Millennium war im Bereich solarthermischer Kraftwerke aktiv. Mit der Förderung der Photovoltaik in Deutschland hat das absolut nichts zu tun. Die Insolvenz hat auch nichts mit gekürzter Förderung, sondern lediglich mit schlechter Unternehmensführung zu tun.

Naja, liebe "Journalisten" von reuters: Recherche ist halt lästig und Sachkenntnis optional.

AdamSchmitz

07.01.2012, 18:33 Uhr

"Kraftwerksentwickler" steht im Artikel. Da ist jedem klar, dass es nicht um Hausdächer geht.
Ich muss das HB mal ausnahmsweise verteidigen.

schacher

07.01.2012, 19:07 Uhr

Verständlich !

Den meisten Investoren geht es ums Geld bzw. die erwirtschafteten Erträge.

GENAU DENEN GEHT ES N I C H T um den Umweltschutz.

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