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01.04.2014

10:28 Uhr

Erneuter Rückschlag

Sechs Prozent weniger Bestellungen im Maschinenbau

Die deutschen Maschinenbauer erleiden erneut einen Rückschlag: Die Nachfrage nach Maschinen „made in Germany“ sinkt erneut. Trotz des Auf und Abs beim Auftragseingang gibt die Branche die Hoffnung nicht auf.

Ein Mitarbeiter der Deutz AG. Im vergangenen Jahr ging die Produktion von Maschinen in Deutschland leicht zurück. dpa

Ein Mitarbeiter der Deutz AG. Im vergangenen Jahr ging die Produktion von Maschinen in Deutschland leicht zurück.

DüsseldorfNach dem Auf und Ab der vergangenen Monate haben die deutschen Maschinenbauer erneut einen Rückschlag erlitten. Während zum Jahresbeginn noch ein Auftragsplus für Hoffnung sorgte, sank im Februar die Nachfrage nach Maschinen „Made in Germany“ um vier Prozent, wie der Branchenverband VDMA am Dienstag mitteilte. Der Orderrückgang im Inland um sechs Prozent könne mit einem ungewöhnlich hohen Vorjahreswert erklärt werden, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Bei der Auslandsnachfrage, die Aufträge fielen um drei Prozent, habe sich das Bild aber gedreht: Nach zwei ungewöhnlich starken Monaten für Bestellungen aus den Nicht-Euroländern sei der Februar mit einem Minus von sieben Prozent schwächer ausgefallen, während die Aufträge aus den Euro-Partnerländern mit einem Plus von zehn Prozent einen Teil der Einbußen wieder ausgebügelt hätten. „Generell lässt die Auftragslage jedoch weiter zu wünschen übrig“, so Wiechers.

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Dezember bis Februar sanken die Bestellungen um ein Prozent. Die Inlandsaufträge lag fünf Prozent unter dem Vorjahreswert, die Auslandsaufträge stagnierten.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Nach einem leichten Rückgang der Produktion im vergangenen Jahr hoffen die Maschinen- und Anlagenbauer 2014 auf anziehende Geschäfte. Trotz des Auf und Abs beim Auftragseingang der vergangenen Monate erwartet die Branche - zu der neben mittelständischen Unternehmen auch börsennotierte Konzerne wie ThyssenKrupp, DMG Mori Seiki (ehemals Gildemeister) oder Gea gehören - eine um drei Prozent steigende Produktion. Sorgen bereiteten der Branche mit knapp einer Million Beschäftigten zuletzt aber die Turbulenzen in den Schwellenländern und die Krise auf der Krim. „Die Maschinenbaukonjunktur 2014 ist noch ein zartes Pflänzchen“, hatte Wiechers betont.

Von

rtr

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