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22.06.2013

11:02 Uhr

Ernst & Young-Auswertung

Deutsche Firmen schaffen die meisten Jobs in Europa

Deutschland ist Europas Wachstumsgarant. Wie eine Studie zeigt, schufen deutsche Unternehmen 2012 fast jeden fünften neuen Job im europäischen Ausland. Besonders VW und Siemens gelten als Jobmotoren.

Nicht nur in Dresden (siehe Bild), sondern auch im europäischen Ausland schafft VW etliche Jobs. dpa

Nicht nur in Dresden (siehe Bild), sondern auch im europäischen Ausland schafft VW etliche Jobs.

Hannover/StuttgartDer Autobauer Volkswagen schafft laut einer Studie die meisten Jobs in Europa. Unter den Investoren auf dem VW-Heimatkontinent sorgte kein anderes Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren auch nur annähernd für ähnlich viele neue Stellen wie Deutschlands größter Industriekonzern. Das geht aus einer Auswertung der Wirtschaftsprüfer und -berater von Ernst & Young hervor. Die Analyse lag der Nachrichtenagentur dpa in Hannover am Wochenende vor. Sie zeigt auch: Deutschland ist innerhalb Europas in der jüngeren Vergangenheit wie kein zweites Land ein Garant für Wachstum gewesen.

Demnach schuf VW im Zehnjahresvergleich seit 2003 gut 30 500 neue Arbeitsplätze im europäischen Ausland – es handelt sich dabei um „echte“ neue Jobs, Zukäufe gelten nicht. Die VW-Heimat Deutschland zählt für VW selber in der Analyse nicht, da es nur um Aktivitäten ausländischer Investoren in europäischen Länder geht. Für außer-europäische Investoren berücksichtigt die Studie ganz Europa.

Hinter VW folgen mit klarem Abstand der südkoreanische Elektronikkonzern LG, der 17 700 Jobs schuf, und der US-Autobauer Ford mit 15 000 Stellen. In Summe kommt die Wirtschaftsmacht USA im Ländervergleich mit Abstand auf Platz eins bei den Aktivitäten: Mit fast 9000 Projekten, die in den vergangenen zehn Jahren gut 400 000 neue Arbeitsplätze brachten, rangieren die USA klar vor Deutschland, das mit seinen Firmen in rund 4000 Projekten gut 260 000 Jobs schuf.

Deutsche Unternehmen haben damit fast dreimal so viele neue Stellen geschaffen wie französische Konzerne. Japan übrigens liegt mit fast 110 000 Stellen auf Platz drei der Rangfolge.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Und der Jobmotor Deutschland lief auch jüngst wie geschmiert: Nimmt man die in europäischen Ländern durch Ausländer geschaffenen Arbeitsplätze, sorgten deutsche Unternehmen vergangenes Jahr für fast jeden fünften neuen Job (18 Prozent). Für Deutschland ist das seit 2003 Rekord – vor 2012 schwankte der Wert zwischen 13 und 17 Prozent.

Bei der Zahl der Investitionsprojekte ist mit Siemens auch ein deutscher Konzern führend. Die Münchner investierten zwischen 2003 und 2012 insgesamt 112 Mal im europäischen Ausland und gründeten dort neue Forschungszentren oder Werke. Auf dem zweiten und dritten Rang folgen zwei US-Konzerne: IBM (111 Projekte) und General Electric (101 Projekte). Volkswagen belegt mit 98 Investitionsprojekten Platz vier.

Bei VW geht die Analyse auch in die Tiefe: Demnach stieg die Zahl der Investitionsprojekte der Wolfsburger seit 2009 deutlich an. Die Mehrheit der Projekte (60 Prozent) wurde in Osteuropa umgesetzt. Dort entstand auch der Großteil der Stellen - nämlich 85 Prozent. Anders als bei VW liegt der Schwerpunkt der Siemens-Investitionen auf Westeuropa und ist in der Tendenz der Zehnjahresreihe eher sinkend.

Ernst-&-Young-Partner Peter Englisch betonte: „Im Vergleich zu französischen und britischen Unternehmen sind deutsche Unternehmen überproportional stark in Europa engagiert. Die deutschen Unternehmen tragen also mit ihren Investitionen erheblich zur Prosperität in Europa bei.“ Zudem zeige sich, dass eine globale Aufstellung Stärke bringe und somit auch die Heimat von Jobs in der Ferne profitiere.

Von

dpa

Kommentare (5)

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berliner

22.06.2013, 11:48 Uhr

"Ernst-&-Young-Partner Peter Englisch betonte: „Im Vergleich zu französischen und britischen Unternehmen sind deutsche Unternehmen überproportional stark in Europa engagiert. Die deutschen Unternehmen tragen also mit ihren Investitionen erheblich zur Prosperität in Europa bei.“ Zudem zeige sich, dass eine globale Aufstellung Stärke bringe und somit auch die Heimat von Jobs in der Ferne profitiere."

Aber erst dann, wenn die deutschen Hungerlöhne den globalen Löhnen angepasst sind. Und da sind wir auf dem besten Weg.
Schwellenland Deutschland!

Nachwuchs

22.06.2013, 18:49 Uhr

Deutsche Unternehmen: Sie schaffen Arbeitsplätze in Europa, aber weigern sich, in Deutschland die Arbeitsplätze zu schaffen oder wenigstens zu erhalten. Als Ausgleich brauchen die Firmen in Deutschland keine Steuern zu zahlen. Dies gemäß Wilen unserer Politiker. Dafür zahlt der deutsche Arbeitnehmer noch Steuern und Entwicklungshilfe sowie die Rettungsschirme. Der Lohn durch die Politiker: Sklavenlöhne, Minijobs und Armut, sowie Kinderarbeit!

Account gelöscht!

22.06.2013, 19:48 Uhr

Die müssen ganz schön dumm sein, die deutschen Unternehmen, nicht wahr? Trotz Hungerlöhnen keine Arbeitsplätze schaffen. Merken Sie was?

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