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01.10.2014

18:34 Uhr

Erst 2016

GM plant Rückkehr in die schwarzen Zahlen

Gebeutelt von Kosten für Rückrufaktionen und Opferentschädigungen, hält GM weiter an der bisherigen Gewinnprognose fest. In Europa glaubt man allerdings erst für 2016 an eine Rückkehr in die schwarze Zahlen.

Rückruf-Skandal, Opferentschädigung, Ukraine-Krise: Gm kämpft derzeit mit vielen Problemen. In Europa rechnet man nicht vor 2016 damit wieder schwarze Zahlen zu schreiben. AFP

Rückruf-Skandal, Opferentschädigung, Ukraine-Krise: Gm kämpft derzeit mit vielen Problemen. In Europa rechnet man nicht vor 2016 damit wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

MilfortDer US-Autobauer General Motors will in Europa wegen der Turbulenzen im Russland-Geschäft erst 2016 in die schwarzen Zahlen fahren. Damit präzisierte Vorstandschefin Mary Barra den Zeitplan des Konzerns am Mittwoch vor Investoren in der Nähe des Konzernsitzes Detroit. Bisher hatte die GM-Tochter Opel die Rückkehr in die Gewinnzone nach mehr als zehn Jahren für die Mitte dieses Jahrzehnts versprochen.

Die Gewinnprognose für den Konzern erneuerte Barra nicht. GM hatte zuletzt im Juli bekräftigt, dass man sich auf Kurs für eine leichte Ergebnisverbesserung sehe. Im abgelaufenen Jahr hatte der operative Gewinn bei 8,6 Milliarden Dollar gelegen. Die Börse honorierte die Aussagen, die GM-Aktie legte an der Wall Street drei Prozent zu.

Dem Detroiter Konzern machen seit Monaten enorme Kosten für den millionenfachen Rückruf von Fahrzeugen und die Entschädigung von Unfallopfern zu schaffen. Alleine wegen fehlerhafter Zündschlösser musste der Detroiter Konzern 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten rufen. Mindestens 23 Todesfälle werden in diesem Zusammenhang gebracht.

Zuletzt kamen wegen der Ukraine-Krise auch noch Probleme im Russland-Geschäft hinzu. Als Reaktion auf die Russland-Sanktionen fährt der Rüsselsheimer Autobauer in dem Land seine Produktion weiter zurück und baut massiv Personal ab.

Das Rückruf-Debakel von General Motors

13. Februar 2014

GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

25. Februar 2014

GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. In Europa sind einige Tausend Roadster Opel GT betroffen. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

12. März 2014

Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten.

6. März 2014

Barra leitet eine interne Untersuchung ein. Zuvor war bekanntgeworden, dass die US-Sicherheitsbehörde NHTSA überprüft, ob GM den Rückruf verschleppt hat. In US-Medien häufen sich Geschichten von Unfallopfern.

17. März 2014

GM ruft weitere Autos wegen anderer Defekte zurück, etwa wegen Airbag-Ausfällen. Auch aktuelle Modelle sind nun betroffen. Wegen der Zündschlösser gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein, die den Wert ihrer Wagen geschmälert sehen.

19. März 2014

Die US-Regierung bestraft Toyota wegen der Pannenserie 2009/2010. Die Japaner müssen 1,2 Milliarden Dollar zahlen. Auch hier lautet der Vorwurf, der Konzern habe die Probleme zunächst vertuscht.

29. März 2014

GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

31. März 2014

Der nächste Ruf startet wegen ausfallender Servolenkungen. GM beordert nun wegen diverser Mängel insgesamt 6,3 Millionen Wagen in die Werkstätten. Die Kosten schnellen auf 750 Millionen Dollar hoch, später veranschlagt das Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar.

2. April 2014

Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

10. April 2014

GM beurlaubt zwei Ingenieure wegen der Zündschlösser. Zwei Wochen später wird die Entwicklungsabteilung umgebaut und deren Chef scheidet aus. Zwischenzeitlich gehen auch die Personalchefin und der Kommunikationschef.

23. April 2014

GM erklärt, die ersten Ersatzteilpakete mit Zündschlössern versandt zu haben. Nun starten die Reparaturen.

30. Juni 2014

Ein weiterer Rückruf betrifft 8,4 Millionen Wagen weltweit, die meisten davon in den USA. GM zufolge hätten diverse Wagen Defekte. „Unsere Kunden verdienen mehr als das, was wir ihnen mit diesen Wagen geboten haben“, erklärte Firmenchefin Mary Barra in Detroit.

Konkurrent Ford hatte die Branche zuvor mit der Korrektur seiner Gewinnprognose aufgeschreckt. Wenige Tage vor Beginn des Pariser Automobilsalons kündigte der zweitgrößte amerikanische Autobauer an, dass er wegen der Folgen der Ukraine-Krise nicht wie geplant 2015 in Europa schwarze Zahlen schreiben wird. Auch im laufenden Jahr erwartet Ford in Europa einen hohen Verlust. Die Aktie des US-Autobauers ging daraufhin auf Talfahrt und zog dabei auch europäische Autowerte mit. Anleger befürchten, dass weitere schlechte Nachrichten der Branche die Stimmung auf dem Autosalon vermiesen könnten, der am Samstag seine Pforten öffnet.

Von

rtr

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