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23.01.2009

14:41 Uhr

Erstes Quartal

Volkswagen droht Verlust

Volkswagen hält wegen der Absatzflaute und der angekündigten Kurzarbeit zu Jahresbeginn einen Verlust für möglich. Die für das vergangene Jahr gesteckten Ziele bei Absatz, Umsatz und operativem Gewinn habe der Konzern aber erreicht.

Auch Volkswagen setzt die Wirtschaftskrise zu. Foto: ap ap

Auch Volkswagen setzt die Wirtschaftskrise zu. Foto: ap

HB HAMBURG. "Weil wir kurzfristig recht kräftig auf den Bremse treten, wird das entsprechend negative Auswirkungen auf das Ergebnis haben. In der jetzigen Situation können wir für das erste Quartal auch einen Verlust nicht ausschließen", sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch der "Börsen-Zeitung". Die nötigen Anpassungen in der Produktion entfielen vor allem auf die ersten drei Monate.

Europas größter Autobauer hat für die letzte Februar-Woche Kurzarbeit in seinen deutschen Werken angekündigt. Davon sind 61 000 Beschäftigte oder zwei Drittel der Belegschaft im Inland betroffen. Ausgenommen sind Forschung und Entwicklung und die Produktion von kleinen, sparsamen Motoren in Chemnitz. Andere große Hersteller wie Daimler und BMW schicken ihre Belegschaften länger in Zwangsferien. Experten rechnen allerdings damit, dass auch VW weitere Kurzarbeit wird anmelden müssen, da sich die Pkw-Nachfrage in diesem Jahr nicht erholen dürfte.

Pötsch kündigte den Verzicht auf weitere Leiharbeiter an. Bei der wahrscheinlichen Perspektive, dass die schwache Marktsituation noch weiter anhalten wird, werden wir uns dennoch von dem Gros der Leiharbeiter trennen müssen. Bei der Stammbelegschaft wollen die Wolfsburger weiter ohne Personalabbau auskommen und bauen weiter auf Zeitkonten angesammelte Überstunden ab. "Wir können im Konzern erhebliche Flexibilitätsreserven nutzen, weil wir aus einer Hochkonjunkturphasekommen."

Der sinkende Absatz wirke sich auf den Cash-Flow aus, sagte der Finanzchef weiter. Deshalb habe der Konzern seine gesamten Investitionen auf den Prüfstand gestellt. "Bei einem jährlichen Normalvolumen von etwa sechs bis sieben Milliarden Euro für Sachinvestitionen lassen sich ohne Abstriche an der Strategie mehr als eine Milliarde Euro relativ leicht kürzen." Auch die Kosten sollen weiter zurückgefahren werden.

Für 2009 rechnet Pötsch mit einem Rückgang der Auslieferungen um zehn Prozent, während der Markt vermutlich um 15 Prozent schrumpfen werde. Im vergangenen Jahr schlugen die Wolfsburger 6,23 Millionen Fahrzeuge an die weltweite Kundschaft los, knapp 40 000 mehr als im Jahr davor. Damit schnitt Volkswagen besser ab als die Konkurrenz, die meist Absatzrückgänge hinnehmen musste.

Die für das vergangene Jahr gesteckten Ziele bei Absatz, Umsatz und operativem Gewinn hat der Konzern Pötsch zufolge erreicht. Ohne den Einbruch an den Automärkten hätte Volkswagen ein Ergebnis "in einer neuen Dimension" vorlegen können. Der Konzern hatte sich vorgenommen, besser abzuschneiden als im vorangegangenen Jahr. 2007 erzielte Volkswagen bei einem Umsatz von knapp 109 Milliarden Euro einen operativen Gewinn von 6,1 Milliarden Euro.

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