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22.05.2012

19:17 Uhr

Erstmals Branchenzuschläge

Metall-Leiharbeiter bekommen mehr Geld

Erstmals gibt es in der deutschen Tarifgeschichte pauschale Zuschläge für Leiharbeiter. Obwohl sie das Gehaltsniveau der Stammbelegschaften nicht erreichen, erhalten lang beschäftigte Leiharbeiter bald deutlich mehr Geld.

Leiharbeiter fordern gleiche Löhne. dpa

Leiharbeiter fordern gleiche Löhne.

FrankfurtNach den Stammarbeitern sind jetzt die Leiharbeiter der Metall- und Elektroindustrie dran. Sie erhalten ab November erstmals tariflich abgesicherte Branchenzulagen, wenn sie länger als sechs Wochen an einen Betrieb ausgeliehen sind. Die IG Metall und die Arbeitgeber der Zeitarbeit einigten sich in der Nacht zum Dienstag in Frankfurt auf einen entsprechenden Stufenplan. Dieser sichert den mindestens 240.000 Leiharbeitern gestaffelte Zuschläge auf ihren Tariflohn.

Nach neun Monaten Tätigkeit in der Metall- und Elektroindustrie soll der Zuschlag 50 Prozent des Tariflohns aus der Zeitarbeit betragen. Die volle Zulage beträgt je nach Tarifgruppe zwischen 621 und 1380 Euro im Monat. Die Zuschläge beginnen mit einem Plus von 15 Prozent nach sechs Wochen.

Mit dem bislang beispiellosen Tarifwerk wird zwar ein Teil der Lohnlücke im Vergleich zu den Stammbelegschaften geschlossen, das Niveau der Festangestellten wird aber noch nicht erreicht. Weitere Zuschläge bis hin zur Gleichbezahlung können auf betrieblicher Ebene vereinbart werden.

Der Tarifvertrag soll als Muster für andere Branchen gelten. Man sei mit den Schwestergewerkschaften im engen Kontakt, sagte die IG-Metall-Verhandlungsführerin Helga Schwitzer. „Die Kollegen aus der Chemie werden sicherlich die ersten sein.“ Der Einigung komme grundsätzliche Bedeutung im Kampf um faire Leiharbeit zu: „Das Dumpingmodell kann nicht mehr zum Einsatz kommen“, sagte Schwitzer. Mit den Branchenzuschlägen werde die Leiharbeit auf ihre ursprüngliche Funktion zurückgeführt und bleibe der Industrie als flexibles Instrument erhalten.

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