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29.06.2012

15:00 Uhr

Erweiterte Produktpalette

Daimler und Nissan bauen Lkw-Allianz aus

Die Allianz zwischen Daimler und Nissan soll nun auch auf den Nutzfahrzeugbereich erweitert werden. Im Bereich der leichten Lkws wollen sich die Hersteller gegenseitig beliefern.

Daimler-Chef Dieter Zetsche (links) und Nissan-Renault-Chef Carlos Ghosn vertiefen ihre Zusammenarbeit. Reuters

Daimler-Chef Dieter Zetsche (links) und Nissan-Renault-Chef Carlos Ghosn vertiefen ihre Zusammenarbeit.

StuttgartDer Autobauer Daimler und sein japanischer Partner Nissan weiten ihre Kooperation auf leichte Lkw aus und wollen sich in Japan gegenseitig mit diesen Fahrzeugen beliefern. Die japanische Daimler-Nutzfahrzeugtochter Fuso und Nissan kamen überein, ihre Fahrzeugpalette in dem umkämpften Markt um die leichten Lkw des Partners zu erweitern, wie Daimler am Freitag in Stuttgart mitteilte.

Fuso werde seinen Lkw Canter mit fünf Tonnen Gesamtgewicht an Nissan liefern, im Gegenzug liefere Nissan den etwas leichteren Lkw Atlas F24. Die Produktions- und Entwicklungskosten könnten dadurch künftig sinken. Über den Zeitplan und das Volumen der Lieferungen müsse aber noch im Detail verhandelt werden, teilte Daimler weiter mit.

Daimler und die französisch-japanische Allianz Renault -Nissan unterhalten eine strategische Partnerschaft und arbeiten bisher vor allem im Pkw-Geschäft sowie bei Motoren zusammen. Fuso galt lange als Sorgenkind in Daimlers Truck-Sparte, die vor allem im ertragsstarken Geschäft mit schweren Lkw Geld verdient. Gebeutelt durch jahrelang unterdrückte Rückrufe defekter Fahrzeuge, einen Stellenabbau und das Erdbeben in Japan im vergangenen Frühjahr kämpft sich Fuso inzwischen an das vorgegebene Margenziel von fünf Prozent heran. Fuso ist zu rund 90 Prozent im Besitz von Daimler.

Durch die geplante Kooperation mit Nissan könne Fuso Synergien nutzen und den Kunden ein breiteres Portfolio anbieten, sagte Unternehmenschef Albert Kirchmann. Außerhalb Japans wollen beide Fahrzeugbauer jedoch weiter getrennte Wege gehen, da vor allem in den Schwellenländern Asiens die Nachfrage nach Lkw und Transportern stark wächst. Japan gilt hingegen als weitgehend gesättigter Absatzmarkt, daher streben Fuso und die Konkurrenten Hino, Isuzu und Co. in neue Märkte, beispielsweise nach Südamerika, Südasien und Afrika. Bis Anfang 2015 will Fuso die Zahl der exportierten Fahrzeuge auf mehr als 200.000 Lkw und Busse verdoppeln.

Die weltgrößten Lkw-Hersteller nach Absatz

Platz 10

Ashok Leyland - Indien
Mit 80.000 verkauften Lkws kommen die Inder international auf einen Marktanteil von 2,8 Prozent. Allerdings beschränkt sich das Geschäft im Wesentlichen auf den Heimatmarkt.

Platz 9

Bejing Automotive Industry - China
Der Staatskonzern landet mit 109.400 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 3,8 Prozent ebenfalls unter den größten Herstellern der Welt. Auch hier sind die internationalen Ambitionen begrenzt.

Platz 8

Torch - China
Ein weiterer im Westen eher unbekannter Hersteller, der mit einem Lkw-Absatz von 113.200 auf einen Marktanteil von 3,9 Prozent kommt.

Platz 7

Volvo - Schweden
Beim Profit gehören die Schweden zu den absoluten Top-Marken weltweit. Bei den abgesetzten Fahrzeugen landen sie mit 125.800 verkauften Einheiten nur bei einem Marktanteil von 4,3 Prozent.

Platz 6

MAN/Scania - Deutschland/Schweden
Das neue Doppel des VW-Konzerns kommt gemeinsam auf 152.400 verkaufte Fahrzeuge und einen Marktanteil von 5,2 Prozent. Von der Spitze sind die Marken selbst gemeinsam noch weit entfernt.

Platz 5

Tata-Motors - Indien
In Europa machten die Inder vor allem mit der Übernahme von Jaguar und einem Billigauto Furore. Doch auch bei Trucks ist der Konzern vorne mit dabei. 194.900 abgesetzte Exemplare bescheren einen Marktanteil von 6,7 Prozent.

Platz 4

China Heavy National Duty Truck - China
Zu den chinesischen Spitzenreiter gehört auch dieser Staatskonzern, der 1935 gegründet wurde. Mit 199.900 verkauften Lkws erreicht der Konzern einen Marktanteil von 6,9 Prozent.

Platz 3

First Automotive Works - China
Bronze geht nach China. Der Volkswagen-Partner in der Volksrepublik setzte 2011 rund 274.300 Trucks ab und kommt damit auf einen Marktanteil von 9,5 Prozent.

Platz 2

Daimler Trucks - Deutschland
Was Umsatz und Profit angeht, kann kein anderer Lkw-Hersteller den Stuttgartern das Wasser reichen. Doch beim Absatz muss sich der Branchenprimus geschlagen geben: Mit 280.700 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 9,7 Prozent erreicht Daimler nur Silber.

Platz 1

Dongfeng - China
Kein Hersteller verkaufte im Jahr 2011 so viele Lkws wie die Chinesen. Ein Absatz von 300.100 Fahrzeugen ist ein Marktanteil von 10,3 Prozent und damit Gold.

Auch mit dem russischen Partner und Nutzfahrzeughersteller Kamaz vertieft Daimler - wie angekündigt - die seit 2008 bestehende Kooperation. Beide Unternehmen unterzeichneten am Freitag einen Lizenzvertrag über die Fertigung von Lkw-Fahrerhäusern. Mercedes-Benz liefere künftig die Kabine des Modells Axor an Kamaz, die Kamaz ab 2013 für die nächste Generation seiner Lkw einsetzen will. "Einmal mehr macht sich unser modularer Baukasten bezahlt", sagte Daimler Truck-Chef Andreas Renschler.

Der Manager will Daimler Trucks mit einer Plattform-Strategie aus möglichst vielen gleichen Bauteilen auf Rendite trimmen. Kamaz und Mercedes-Benz produzieren bereits gemeinsam Lkw für den russischen Markt. Langfristig könnten mehr als 20.000 Fahrzeuge verkauft werden, die mit der Mercedes-Benz-Kabine ausgestattet seien, prognostizierte Daimler.

Von

rtr

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