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02.01.2016

12:42 Uhr

EU-Antibetrugsbehörde

VW droht sofortige Milliarden-Rückzahlung von EU-Krediten

Der Abgas-Skandal könnte Volkswagen noch teurer zu stehen kommen: Womöglich muss der Autobauer ausstehende Kredite von 1,8 Milliarden Euro sofort zurückzahlen. Die Europäische Investitionsbank prüft Betrugsvorwürfe.

EU-Antibetrugsbehörde Olaf warnt Volkswagen vor finanziellen Konsequenzen. AFP

Olaf-Chef Giovanni Kessler

EU-Antibetrugsbehörde Olaf warnt Volkswagen vor finanziellen Konsequenzen.

BerlinDie EU-Antibetrugsbehörde Olaf hat Volkswagen wegen der Abgas-Affäre vor finanziellen Konsequenzen gewarnt. Der Autobauer habe von der Europäischen Investitionsbank EIB günstige Kredite erhalten, um umweltfreundliche Motoren zu entwickeln, sagte Olaf-Chef Giovanni Kessler in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagausgabe).

„Das hat das Unternehmen aber vielleicht gar nicht gemacht, und dann wäre das Betrug.“ Im schlimmsten anzunehmenden Fall müsste Volkswagen die noch ausstehenden Kredite sofort zurückzahlen. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, würde VW Kessler zufolge von der EIB auch keine neuen Kredite mehr bekommen. „Bis das Ergebnis unserer Untersuchung vorliegt, wird es einige Monate dauern“, sagte er.

CO2-Schummeleien bei VW: Wer prüfte wen?

VW

TÜV Nord GmbH, Deutschland

Porsche

TÜV Nord GmbH, Deutschland (Abgas) und Luxemburg (Gesamtfahrzeug)

Audi

ATE EL s.a.r.l., Luxemburg

Seat

INTA, Madrid und IDIADA, Madrid, Spanien

Skoda

TÜV Süd Autoservice GmbH und Vehicle Certification Agency, Bristol, Großbritannien

Die EIB hatte bereits im Oktober erklärt, sie prüfe wegen des Abgas-Skandals eine Rückforderung von noch nicht zurückgezahlten Krediten von 1,8 Milliarden Euro. Die EIB hat Volkswagen nach eigenen Angaben seit 1990 rund 4,6 Milliarden Euro an günstigen Krediten gewährt, mit denen unter anderem die Entwicklung sauberer Motoren vorangetrieben werden sollte.

Von

rtr

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