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16.12.2015

13:38 Uhr

EU-Behörde Olaf

Betrugs-Ermittler nehmen VW unter die Lupe

Neuer Ärger für Volkswagen: Der Abgas-Skandal beschäftigt nun auch die EU. Das Anti-Betrugsamt ermittelt, ob EU-Gelder zweckentfremdet wurden. Auch in China wurde inzwischen Klage gegen VW eingereicht.

Aus Brüssel könnte neuer juristischer Ärger auf den Konzern hinzukommen. dpa

Volkswagen-Werk in Wolfsburg

Aus Brüssel könnte neuer juristischer Ärger auf den Konzern hinzukommen.

BrüsselDrei Monate nach dem Ausbruch des weltweiten Abgas-Skandals braut sich in Europa und China neuer Ärger für Volkswagen zusammen. In Brüssel hat nun auch das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) Ermittlungen gegen Europas größten Autobauer VW aufgenommen. Das Amt habe eine Untersuchung eingeleitet, bestätigte Olaf am Mittwoch in Brüssel. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. Mit dem Hinweis auf die laufenden Untersuchungen wurden keine weiteren Angaben gemacht.

Unterdessen steht Volkswagen auch auf seinem größten Markt in China juristischer Ärger ins Haus. Eine Umweltorganisation hat bei einem Gericht nahe Peking eine Zivilklage eingereicht. Die Stiftung für Artenschutz und grüne Entwicklung in Peking fordere eine Entschädigung in nicht genannter Höhe und eine Entschuldigung, weil der Konzern die Umwelt absichtlich geschädigt habe, berichtete am Mittwoch der Vizegeneralsekretär, Ma Yong, der dpa in Peking. Das Zweite Mittlere Volksgericht in Tianjin habe den Fall angenommen.

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Volkswagen schenke der Klage große Aufmerksamkeit, habe aber noch keine Schrift vom Gericht erhalten, sagte eine Sprecherin. Sobald eine technische Lösung für das Abgasproblem vorliege, werde das Unternehmen Behörden und Kunden unterrichten. In China sind aber laut VW nur 1950 Import-Autos betroffen. Der Konzern hatte sich bereits im Oktober öffentlich entschuldigt und einen Rückruf angekündigt.

Zurück nach Brüssel: Wie aus EU-Kreisen verlautete, geht es bei den Olaf-Ermittlungen um die Frage, ob VW Kredite von der Europäischen Investitionsbank (EIB) zu Unrecht erhalten und EU-Gelder für Forschung und Entwicklung zweckentfremdet hat. Olaf ist für die Bekämpfung von Betrug und Korruption zuständig, wenn dadurch die finanziellen Interessen der EU geschädigt werden. Die Behörde verwies darauf, dass eine Ermittlung nicht automatisch bedeute, dass VW tatsächlich betrogen habe, der Ausgang sei offen.

„Volkswagen sind Ermittlungen der Olaf nicht bekannt“, hieß es am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur aus der Konzernzentrale in Wolfsburg. „Wir sind verwundert darüber, dass die Behörde an die Öffentlichkeit geht, ohne zunächst die Betroffenen zu informieren.“ Volkswagen stehe seit Monaten in vertrauensvollen Gesprächen mit der EIB. In diesen Gesprächen habe der Konzern die Verwendung der Darlehensmittel bereits offengelegt.

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