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22.03.2012

18:27 Uhr

EU-Emissionshandel

Boeing stärkt Airbus im CO2-Streit den Rücken

Der Chef der Verkehrsflugzeugsparte des US-Konzerns fordert ein Ende des erst kürzlich in Kraft getretenen Emissionshandels für Fluglinien in der EU. Die Situation könne die Branche nachhaltig schädigen.

Ein Flugzeug des Typs Boeing 787 Dreamliner steht in der US-Stadt Long Beach am Rollfeld. Reuters

Ein Flugzeug des Typs Boeing 787 Dreamliner steht in der US-Stadt Long Beach am Rollfeld.

GenfIn einem seltenen öffentlichen Schulterschluss hat sich Boeing im Streit über die jüngst in der EU eingeführte Klimaschutz-Abgabe für Fluggesellschaften hinter den Erzrivalen Airbus gestellt. Der Ansatz der EU sei falsch, sagte der Chef der Verkehrsflugzeugsparte von Boeing, Jim Albaugh, am Donnerstag zu Reuters. Es wäre besser, die Abgabe auf Eis zu legen und weltweit gültige Regeln auszuarbeiten.

Damit pflichtet der US-Konzern Airbus bei, der zusammen mit anderen europäischen Firmen wegen der CO2-Abgabe Alarm geschlagen hatte. Die Situation sei unhaltbar und könne die Branche nachhaltig schädigen, warnte unter anderem der Chef des europäischen Flugzeugbauers. „Es geht hier nicht um Boeing und Airbus“, fügte Albaugh hinzu. „Es geht darum, was das Beste für unsere Kunden ist und wie die gesamte Industrie die Auswirkungen auf die Umwelt reduziert.“

Seit Januar müssen alle Fluggesellschaften, die Europa anfliegen, im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems Zertifikate für den Ausstoß von Kohlendioxid kaufen. Die Airlines, die dies nicht tun, müssen ab April 2013 mit Strafzahlungen oder sogar einem Entzug der Start- und Landeerlaubnis in der EU rechnen. Einige Länder, darunter die USA, Russland, Indien und China, stemmen sich vehement gegen die Abgabe.

Am schärfsten ging bislang China dagegen vor. Die Regierung verbot nicht nur den Fluggesellschaften des Landes die Teilnahme an dem Emissionshandel. China legte zudem bei Airbus Aufträge im Wert von 14 Milliarden Dollar auf Eis. Davon habe Boeing aber nicht profitiert, sagte Albaugh. Auch Indien macht Druck. „Obwohl die EU dazu aufgefordert hat, bis zum 31. März 2012 die Emissionsdaten der Flugzeuge zu übermitteln, wird dies angesichts der Position der Regierung keine indische Fluggesellschaft tun“, erklärte Luftfahrtminister Ajit Singh am Donnerstag in Neu Delhi. Daher stelle sich die Frage nach der Erhebung einer CO2-Steuer nicht.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Durchblicker

22.03.2012, 19:37 Uhr

Hoffentlich schaffen es die Flugzeughersteller mit den anderen Ablehnern diese sinnlose Abzocke zu beenden. Moderner Ablasshandel ohne wissenschaftliche Grundlage.
Die EU entwickelt sich zur Diktatur und beraubt die Bürger.

DEHDJ7971

23.03.2012, 11:02 Uhr

Völlig richtig !!!
Diesen Polit-Idioten gehört das Handwerk gelegt !

Diese Öko-Faschos bringen uns noch um Alles !!!

SWD

24.03.2012, 02:26 Uhr

Der übliche Schwachsinn nicht gewählter €urokraten, die ihre Existenz rechtfertigen müssen.Die gesamte Luftfahrtindustrie trägt gerade mal zu 7% zum gesamten CO² Ausstoß weltweit bei!

Weit mehr trägt die Industrie,die Schiffahrt und der Individualverkehr bei. Der deutsche Autofahrer ist schon genug gebeutelt mit enormer KfZ-Steuer, exorbitanten Benzinkosten ( an denen der Staat mit fast 60% kräftig mitverdient) und kläglichen Straßen.

wie kommt es, daß es in Frankreich keine KfZ-Steuer gibt? Dafür bin ich gerne bereit, eine Vignette für die Autobahn zu kaufen wie z.B in der Schweiz oder Österreich.

Mit dieser CO² Abgabe wird, wie immer, nur der Kunde belastet.Schlichtweg eine weitere Steuer, sonst nichts. Ohne Zweckbindung eine wunderbare Einnahmequelle.

Zusätzlich wird damit dem künstlich geschaffenen Markt für CO² Papiere weiter Vortrieb geleistet, der natürlich ebenfalls besteuert wird!

Dazu kommen schier unfaßbare Grundlagen für die Berechnung, da nicht nur der Luftraum innerhalb der EU "besteuert" wird, sondern alles davor ebenfalls.

Das ist entgegen aller internationaler Verträge, die den Luftverkehr regeln! Zum Glück bildet sich eine massive Front dagegen mit China und lustigerweise den USA als Vorreiter.

Natürlich muß der gesamte CO² Ausstoß weltweit gemindert werden, aber nicht so! Auf der anderen Seite, was will man von beamteten Gurkenbegradieren und EU konformen Bananenbiegern schon erwarten?

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