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23.01.2004

07:21 Uhr

EU könnte Streit um Quartalsberichte schlichten

Porsche hat Chancen auf eine Dax-Aufnahme

Der jahrelange Streit um die Veröffentlichung von Quartalsberichten zwischen der Deutschen Börse und dem Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche steht möglicherweise vor einer überraschenden Wendung: Eine neue EU-Richtlinie könnte dem Unternehmen nach Ansicht von Experten den Weg in alle wichtigen Aktien-Indizes ebnen. Die neue Richtlinie über die Anforderungen an die Berichterstattung mit Quartalsberichten verlangt von den Firmen keine konkreten Zahlen mehr, sondern gibt sich mit qualitativen Aussagen zufrieden.

hz/jh LEIPZIG/BRÜSSEL. In Brüssel zeichnet sich ab, dass Ministerrat und Europaparlament noch vor der Europawahl im Juni ein liberales Regelwerk verabschieden werden. Das EU-Parlament wird seine Position voraussichtlich im März festlegen. Sollten die Parlamentarier und der Ministerrat die vom Entwurf der EU-Kommission stark abweichende Fassung verabschieden, steht einer Aufnahme der Porsche-Aktie in die Indizes nach Einschätzung von Auto-Analyst Georg Stürzer (Hypo-Vereinsbank) „eigentlich nicht viel im Wege“. Die Deutsche Börse wollte ebenso wie Porsche in Stuttgart das Thema offiziell nicht kommentieren. Die Deutsche Börse muss allerdings den neuen Vorschriften nicht folgen und wird Porsche wahrscheinlich weiter den Zutritt zum Börsenolymp verweigern, hieß es in Unternehmenskreisen.

Der Sportwagenhersteller weigert sich bisher beharrlich, vier Mal im Jahr über den Geschäftsverlauf zu berichten und veröffentlichte bis vergangenes Jahr lediglich Halbjahresergebnisse. Vorstandschef Wendelin Wiedeking stellt sich damit quer gegen die seit 2001 geltende Regel, nach der alle in den Auswahlindizes notierten Unternehmen Zwischenberichte vorlegen müssen. Dadurch flog die Porsche-Aktie im September 2001 aus dem Mdax. Zudem bleibt dem Unternehmen der Weg in den Deutschen Aktienindex (Dax) versperrt. Porsche könne sich nicht als einziges deutsches Unternehmen über die Regeln hinwegsetzen, die dem Anlegerschutz dienten, argumentierte die Börse. Porsche kündigte jedoch 2003 an, sich in die Börsenoberliga Prime Standard einklagen zu wollen, in dem Drei-Monats-Berichte ebenfalls Pflicht sind.

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