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25.03.2014

16:56 Uhr

EU-Kommission

Auspuff-Hersteller in EU unter Kartell-Verdacht

Wegen des Verdachts von Preisabsprachen untersucht die EU-Kommission europäische Auspuff-Hersteller. In mehreren EU-Staaten nimmt die Brüsseler Behörde verschiedene Produzenten unter die Lupe.

Der Blick auf den Auspuff. Die Kommission nannte weder die Namen der Verdächtigen noch die jeweiligen EU-Länder. dpa

Der Blick auf den Auspuff. Die Kommission nannte weder die Namen der Verdächtigen noch die jeweiligen EU-Länder.

BrüsselDie EU-Kommission nimmt sich europäische Auspuff-Hersteller wegen des Verdachts von Preisabsprachen zur Brust. Verschiedene Produzenten von Abgassystemen für Autos seien deshalb in mehreren EU-Staaten unter die Lupe genommen und Büros durchsucht worden, teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit. Zu den betroffenen Unternehmen gehört die Eberspächer-Gruppe aus Esslingen bei Stuttgart. „Ich kann bestätigen, dass wir eine Untersuchung der EU-Kommission haben“, sagte eine Sprecherin. Der Mittelständler ist auf Abgastechnik, Heizungen und Klimasysteme für Fahrzeuge spezialisiert und in mehr als 25 Ländern vertreten. Mit seinen rund 7.300 Mitarbeitern erwirtschaftete Eberspächer 2012 einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro.

Auch der französische Zulieferer Faurecia ist nach eigenen Angaben ins Visier der Brüsseler Kartellwächter geraten. Man kooperiere vollumfänglich mit den Behörden, teilte die Firma mit. Die Kommission selbst nannte weder die Namen der Verdächtigen noch die jeweiligen EU-Länder.

Spektakuläre Wechsel in der Autobranche

JOSE IGNACIO LOPEZ

1993 holt Volkswagen den General-Motors-Manager als Einkaufsvorstand zu VW und handelt sich mit GM reichlich Ärger ein: Lopez soll geheime Unterlagen von GM mitgenommen haben. Es folgen jahrelange Rechtsstreitigkeiten, das Verfahren gegen Lopéz wird eingestellt, die beiden Autoriesen einigen sich.

BERND PISCHETSRIEDER

Pischetsrieder fiel 1999 bei BMW wegen des Debakels um die kostspielige Rover-Übernahme in Ungnade. 2000 wurde er als Seat-Chef zu VW geholt und übernahm 2002 den Chefsessel von VW-Patriarch Ferdinand Piëch. 2006 musste er auch bei VW seinen Hut nehmen. Heute ist er Aufsichtsratschef beim Rückversicherer Munich Re.

WOLFGANG BERNHARD

2004 endete Bernhards Zeit im Daimler-Vorstand im Streit mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp - 2005 wechselte er zu VW. Als Martin Winterkorn im Januar 2007 den Chefsessel in Wolfsburg übernahm, musste Bernhard gehen. 2009 kehrte er zurück zu Daimler und sitzt nun als Nutzfahrzeugchef im Vorstand.

WOLFGANG REITZLE

Reitzle arbeitete sich bei BMW in den Vorstand hoch. 1999 musste er wie Pischetsrieder wegen der Rover-Übernahme gehen und kümmerte sich fortan um die Luxusparte des US-Autobauers Ford. 2002 wechselt er zum Industriegase-Spezialisten Linde, wo er zum Vorstandschef aufstieg.

ALAN MULALLY

Der Boeing-Manager kam 2006 zu Ford und baute den damals von Rückrufen gebeutelten US-Hersteller wieder auf. Als einziger US-Autobauer überstand Ford aus eigener Kraft die Wirtschaftskrise.

KARL-THOMAS NEUMANN

Im März 2013 wechselte Neumann von VW an die Opel-Spitze. Im August 2012 hatte Neumann seinen Posten als China-Chef von Volkswagen verloren. Drei Jahre zuvor hatte ihn ein Machtkampf mit Großaktionär Schaeffler den Chefposten beim Autozulieferer Conti gekostet.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hatte bereits eine härtere Gangart gegen Auto-Zulieferer angedeutet, weil er in diesem Bereich besonders viele Preisabsprachen vermutet. Vergangene Woche hatte die Kommission mehreren Herstellern von Kugellagern eine Kartellstrafe von insgesamt fast einer Milliarde Euro aufgebrummt. Das höchste Bußgeld entfiel mit 370,5 Millionen Euro auf den fränkischen Wälzlagerhersteller Schaeffler.

Von

rtr

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