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10.07.2013

15:25 Uhr

EU-Kommission

Kartellstrafe für Leoni und drei andere Autozulieferer

Vier Autozulieferer müssen wegen Absprachen bei der Kabelbaum-Lieferung ein Bußgeld von insgesamt 141,8 Millionen bezahlen. Den Löwenanteil geht an die Japaner von Yazaki, aber auch Leoni ist betroffen.

In der Produktionsstätte des Kabel- und Bordnetzherstellers Leoni AG in Roth werden Kabel an einer Maschine gebündelt. Auch der deutsche Autozulieferer ist von der Kartellstrafe betroffen. dpa

In der Produktionsstätte des Kabel- und Bordnetzherstellers Leoni AG in Roth werden Kabel an einer Maschine gebündelt. Auch der deutsche Autozulieferer ist von der Kartellstrafe betroffen.

BrüsselDie EU-Kommission hat mehrere Autozulieferer wegen Preisabsprachen bei Kabelbäumen zu Geldstrafen von insgesamt 142 Millionen Euro verurteilt. Betroffen davon sei auch das Nürnberger Unternehmen Leoni, das wegen seiner Beteiligung an einem Kartell 1,4 Millionen Euro Strafe zahlen muss, wie die Kommission am Mittwoch mitteilte.

Wesentlich höhere Strafen treffen die japanischen Kfz-Zulieferer Yazaki, Furukawa Electric und SYS Technologies. Die Unternehmen hätten ihre Preise bei der Lieferung von Kabelbäumen, die den Strom in Autos etwa für den Motorstart oder die Fensterheber leiten, an die Hersteller Toyota, Honda, Nissan und Renault abgesprochen.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

„Derartige Kartelle können die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilindustrie beeinträchtigen und die Preise für Endabnehmer von Fahrzeugen künstlich in die Höhe treiben“, erläuterte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. Straffrei geht der japanische Hersteller Sumitomo Electric aus, der die Kommission über das Kartell informierte. Die Kommission hatte das Kartellverfahren im August 2012 nach zweijährigen Ermittlungen eingeleitet.

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