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24.01.2007

14:32 Uhr

EU-Kommission verklagt Spanien

Endesa macht sich hübsch für Eon

Endesa dürfte jetzt noch attraktiver sein für Interessenten wie Eon oder den spanischen Versorger Gas Natural. Denn Endesa hat angekündigt, in den kommenden Jahre seinen Gewinn noch stärker als bisher geplant zu steigern. Für Spanien könnte die ganze Geschichte indessen ziemlich unangenehm enden.

HB MADRID/BRÜSSEL. Endesa werde im Jahr 2009 unter dem Strich rund 3,1 Mrd. Euro verdienen, kündigte der Stromriese am Mittwoch in Madrid an. Dies wären 75 Mill. Euro mehr als bisher geplant. Endesa dürfte damit noch attraktiver für Interessenten wie Eon und den spanischen Konzern Gas Natural werden. Der Abwehrkampf der spanischen Regierung gegen eine Übernahme durch den deutschen Konzern wird unterdessen ein gerichtliches Nachspiel haben.

Spaniens größter Stromproduzent teilte weiter mit, der operative Gewinn (Ebitda) solle 2009 auf 8,5 Mrd. Euro steigen - 170 Mill. Euro mehr als zuletzt angenommen. Zulegen konnte Endesa auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006: Der Nettogewinn lag vorläufigen Zahlen zufolge bei 2,95 Mrd. Euro, der operative Ertrag kletterte um rund 19 Prozent auf 7,14 Mrd. Euro. Endesa begründete die vorzeitige Veröffentlichung der Bilanz-Eckdaten mit dem Bieterkampf um das Unternehmen. Der Markt solle umfassend informiert werden.

Gebote für den Versorger können der spanischen Börsenaufsicht zufolge nun noch bis zum 2. Februar eingereicht werden. Die Behörde will das Bieterverfahren noch im Februar über die Bühne bringen. Am Donnerstag sollte das zuständige Gremium zusammenkommen, um endgültig über den Zeitplan zu entscheiden.

Spanien befürwortet die Offerte des heimischen Gasversorgers Gas Natural, die mit rund 24 Mrd. Euro deutlich unter dem Angebot des deutschen Konzerns von 36 Mrd. Euro liegt. Eon hat sich wiederholt zuversichtlich geäußert, Konkurrenten in dem Übernahmepoker ausstechen zu können. Eon hofft, den Endesa-Aktionären im Februar die Offerte vorlegen zu können. Das Unternehmen selbst sieht inzwischen alle rechtlichen Hürden beseitigt.

Die Brüsseler EU-Kommission beschloss am Mittwoch allerdings, gegen Spanien vor dem Europäischen Gerichtshof zu klagen. Sie reagierte damit auf die Erweiterung der Kompetenzen für die spanische Regulierungsbehörde CNE mit dem Ziel, die Übernahme durch Eon zu blockieren. Dies verstößt aus Sicht der Kommission gegen den freien Kapitalverkehr und die Niederlassungsfreiheit in der Union. Der juristische Streit zwischen Spanien und der EU-Kommission hat aber vor allem grundsätzliche Bedeutung für die Regeln im europäischen Energiemarkt und weniger für Eons Übernahmeversuch. Eine weitere Verzögerung ist dadurch somit nicht zu erwarten.

Gas Natural bietet derzeit in bar und eigenen Aktien. Das Eon-Angebot ist eine reine Barofferte. Der Düsseldorfer Konzern hat aber nicht ausgeschlossen, sein Angebot nochmals zu überprüfen. Druck auf die Interessenten macht auch der spanische Baukonzern Acciona, der inzwischen rund 21 Prozent an Endesa hält.

Endesa-Aktien notierten 0,2 Prozent im Plus bei 38,58 Euro in der Erwartung, dass Eon sein Gebot noch erhöhen muss, um institutionelle Investoren zu überzeugen und Acciona Paroli zu bieten. Bisher liegt das Eon-Gebot bei 34,50 Euro je Aktie.

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